Folge 108 - Unternehmen Geld leihen? So funktionieren Rentenfonds!
Anleihen, Renten, Bonds - Alles was du dazu wissen solltest Zinsen sind zurück – und damit auch Unternehmensanleihen als mögliche Ergänzung fürs Portfolio. Gemeinsam mit Rentenfondsmanagerin Ilka Winter und Volkswirtin Dr. Gabriele Wiedmann bespreche ich, wie Unternehmensanleihen funktionieren, wie sich ihre Rendite zusammensetzt und welche Risiken Anlegerinnen und Anleger im Blick behalten sollten. Wir sprechen über Bonität, Credit Spreads, Laufzeiten und die Unterschiede zwischen Einzelanleihen und Fonds. Außerdem geht es darum, warum höhere Renditen nicht automatisch die bessere Anlage bedeuten und weshalb breite Streuung wichtig ist.
Speaker 2: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Money on Hermain, dem DECA Finanz Podcast rund um Geld- und Karrierethemen.
Speaker 2: Zinsen waren bis vor wenigen Jahren genauer gesagt, bis zum Jahr zwei Tausend zweiundzwanzig für viele Anlegerinnen ja kaum noch ein Thema.
Speaker 2: Die meisten packten ihr Geld auf dem Girokonto oder auf dem Tagesgeldkonto und anleihen warfen kaum Rendite ab.
Speaker 2: Das hat sich verändert.
Speaker 2: Unternehmen und Staaten müssen inzwischen wieder deutlich tiefer in die Tasche greifen wenn sie sich Geld am Kapitalmarkt leihen wollen.
Speaker 2: Deshalb schauen wir uns heute mal die Welt der Unternehmensanleihen genauer an.
Speaker 2: Was sind Sie eigentlich?
Speaker 2: Wie funktionieren Sie Und wie gut sind sie für die private Geldanlage geeignet?
Speaker 2: Darüber spreche ich heute mit meinen Kollegin Ilka Winter, Rentenform-Managerin bei der DECA Investment und mit DECAFolkswirtin Dr.
Speaker 2: Gabriele Wiedmann.
Speaker 2: Ilka Gabriel ist schön, dass ihr beide da seid!
Speaker 0: Hallo!
Speaker 2: Eka, bevor wir jetzt ganz tief in deine Anlageklasse eintauchen, da freue ich mich übrigens auch sehr drauf ein bisschen was Neues dazu zu lernen.
Speaker 2: Du bist Rentenform-Managerin.
Speaker 2: darunter können sich vielleicht manche von uns gar nicht so viel vorstellen?
Speaker 2: Was genau ist denn deine Aufgabe bei der DK Investment und wie sieht so dein typischer Arbeitstag aus?
Speaker 0: Ja hallo nochmal!
Speaker 0: Und ja ganz einfach eine Form Managerin übernimmt die Geldanlage von Kundengeldern eines Rentenfonds.
Speaker 0: Die Renten-Fonds investieren überwiegend in verzinsliche Wertpapiere, andere Namen dafür können auch sein – Rentenpapierre ist ein sehr klassischer Begriff!
Speaker 0: Es gibt Anleihen oder aus dem Englischen Bonz und die Anleinen können begeben werden von Staaten, von Kommunen, von Bundesländern aber natürlich auch von Banken und Unternehmen.
Speaker 0: Ich bin Form Managerin für Unternehmensanleihen.
Speaker 0: Der Markt ist einer der Märkte, der in den letzten zwanzig Jahren rasant gestiegen ist.
Speaker 0: Ganz in Anlehnung an den US-Kapitalmarkt, wo Unternehmensanleihen schon immer und sehr lange eine gängige Praxis waren für die Unternehmen sich zu finanzieren In Europa ist es auch eine Folge der Bankenkrise.
Speaker 0: Die Banken wurden nachher stärker reguliert Und die Unternehmen, die sich früher mehr kredit bei den Banken geholt haben, konnten das nicht mehr tun und sind ganz einfach an den Anleinmarkt gekommen.
Speaker 0: Die Anleihen sind ja nichts mehr als Kredite oder Fremdkapital von den Unternehmen im Prinzip die andere Seite der Mittelherkunftsbilanz neben den Aktien- und dem Eigenkapital aus Aktien
Speaker 1: Und so ganz traditionell, Ilka.
Speaker 1: Es ist ja schon früher immer so gewesen dass man in Europa eher als Unternehmen sich das Geld von der Bank geholt hat.
Speaker 1: In den USA war es schon lange vom Kapitalmarkt und du hast gesagt die Finanzkrise war dann so der Wendepunkt, dass die Unternehmen seither auch mehr sich am Markt verschulden weil es mit dem Banken manchmal ein bisschen schwieriger geworden ist.
Speaker 1: aber prinzipiell ist es ja schon so.
Speaker 1: es ist aufwendiger Prozess her, dass man sich als Unternehmen am Kapitalmarkt verschuldet.
Speaker 1: Als wenn man bei der Bank ein Kredit holt.
Speaker 1: aber man ist natürlich auch flexibler oder?
Speaker 0: Ganz genau und man kann auch für die Anleger mehr Anleihen begeben, die einfach verschiedene Laufzeiten haben.
Speaker 0: Die Volumen sind größer, die sind einfacher und schneller für die Unternehmen zu platzieren weil es an eine größere Zahl von Investoren geht.
Speaker 0: Es ist also auch für diese Unternehmen in gewisser Weise einfacher geworden Flexibler
Speaker 1: für die Unternehmer und das Schöne sind für die Anlegerinnen und Anlegers, dass wir damit auch eine viel größere Auswahl haben.
Speaker 1: Beziehungsweise du als Vormenüterin hast ...
Speaker 0: Ganz genau vor dreißig Jahren war der Markt noch ganz klein und später kam es schon auf zum Beispiel mit den großen Telekom Emissionen, diese UMTS-Lizenzversteigerung war schon ein großer Treiber für den europäischen Markt nach der Finanzmarktkrise.
Speaker 0: dann ging es deutlich aufwärts.
Speaker 2: Und Eger, was genau macht ihr als Form Managerin und Form Manager da?
Speaker 2: Genau.
Speaker 0: Das Form-Management selbst ist natürlich dafür zuständig die vielversprechendsten Anleihen auszuwählen.
Speaker 0: also bei der DECA Investment ist es auch in unserem Bereich ganz üblich jeder hat Sektor Verantwortung also ein ist ein Branchespezialist und macht die Unternehmensanalyse.
Speaker 0: Als Team muss man dann wieder eng zusammenarbeiten und am Ende gemeinsam auch Entscheidungen treffen über alle Unternehmen und Branchen hinweg.
Speaker 2: Das hört sich auf jeden Fall nach einem sehr spannenden Job an.
Speaker 0: Welche
Speaker 2: Ausbildung und Vorkenntnis braucht man denn eigentlich, um Rentenform Managerin zu werden?
Speaker 2: Wie bist du zur DECA gekommen?
Speaker 0: Der übliche Background von den meisten ist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium.
Speaker 0: In meinem Fall ist es ein betriebswirtschaftliches und nach dem Studium bin ich in einen Trainiprogramm in einer Bank gekommen.
Speaker 0: Das fand ich sehr spannend und im Anschluss dann auch gleich in einen handelsnahen Bereich.
Speaker 0: Ich habe dann im Handel gesessen und das fand ich so spannend, dass ich direkt nach einem Jahr auch direkt in den Handel gewechselt bin.
Speaker 0: Und hab dort auch schon damals Unternehmensanleihen und auch Schwellenländer-Anleihen gehandelt.
Speaker 0: Die Ausrichtung ja am Handelsstückweit anders ist halt der Händler muss sofort ein Gewinn erzählen.
Speaker 0: Später hatte ich mich dann auch ein bisschen mehr dafür interessiert die Unternehmen selbst zu analysieren und auch einen mittelfristigen Anlagehorizon zu wählen.
Speaker 0: Das war auch der Auslöse dafür eine Vorgesellschaft zu wechseln.
Speaker 0: Zwischenzeitlich hatte ich auch mal bei einer Lebensversicherung gearbeitet, da ist der Anlagehorizont natürlich nochmal viel länger.
Speaker 0: Die Lebensversicherungen investieren in sehr lang laufende Anleihen die Formmanager meist in mittlere Laufzeiten im Durchschnitt.
Speaker 1: Und Ilka du bist ja im Form-Management schon wahrscheinlich eine der wenigen Frauen aber ich kann mir vorstellen vor ein paar Jahren im Handel warst du in der Exotin.
Speaker 1: oder gab es noch andere Frauen im Handeln damals?
Speaker 0: Ach, überraschend gab es bei unserem Handel gerade im derivativen Bereich ganz viele Frauen.
Speaker 0: Cool!
Speaker 1: Hätte ich nicht gedacht...
Speaker 0: Also die Anleihenhändler waren eher männlich aber viele Derivate-Händlerinnen waren
Speaker 1: Frauen.
Speaker 1: Und Derivaten vielleicht nochmal kurze Erklärung?
Speaker 1: Das sind ja so Kontrakte wo man gewissermaßen wetten auf die Entwicklung von irgendwelchen Wertpapieren abschließt ob sie dann fallen oder steigen.
Speaker 1: das So ganz grob sind Derivate nicht.
Speaker 1: Ganz
Speaker 0: grob, genau und das war auch damals schon ein Zinsbereich.
Speaker 0: von daher waren die auf Zinsen ausgerichtet.
Speaker 2: Dann aber noch mal zurück zu den Unternehmensanleihen.
Speaker 2: wenn ich jetzt eine Unternehmesanleihe kaufe Elke was genau habe ich dann eigentlich?
Speaker 2: Und wie verdiene ich damit Geld?
Speaker 0: Eine Unternehnensanleiher ist in anderen Worten eigentlich ein Kredit an einem Unternehmen.
Speaker 0: es ist ein handelbare Kredit in dem Fall Unternehmen beschaffen so wie mit einem Kredit.
Speaker 0: Ihr Geld für ihre Investitionen, für Übernahmen zum Beispiel oder sie refinanzieren einfach auch die ausstehenden Schulden damit und zahlen einen Zins.
Speaker 0: Der Investor hingegen erhält den Zins.
Speaker 0: Das ist meist eine jährliche und regelmäßige Einnahme Und er erhält wenn der Kredit oder die Anleihe fällig ist am Ende das Geld zurück.
Speaker 0: Zwischendrin kann man natürlich sagen der Kurs kann auch mal schwanken.
Speaker 0: Das ist abhängig von Zins und auch von der Bonität des Schuldners, aber am Ende wird eine Anleihe zurückgezahlt.
Speaker 0: Der Unterschied zur Aktie von Unternehmensanleihen ist die Renditen werden... vom Zinsniveau meist abhängig erzielt und weniger das, was bei den Aktien der Treiber ist.
Speaker 0: Nämlich die Chancen auf mögliche Ertragssteigerungen, die den Aktinkurs jamaßgeblich treiben.
Speaker 0: Bei Unternehmensanleihen kommt ein Aufschlag für emittenten zu dem Investment-Grade Bereich auch selten stark schwankt.
Speaker 0: Das ist eben auch der Unterschied zu den Aktionen.
Speaker 1: Und der Investment Grade?
Speaker 1: Das sind ja so die soliden Schuldner also die Unternehmen, die auch bei denen man glaubt dass sie dann ihre Schulden sicher zurück zahlen nicht wahr
Speaker 0: Genau.
Speaker 0: In Buchstaben wird der Investment-Crate-Bereich meistens ausgedrückt in dreifach A-Ratings bis dreifache B-Ratings, das sind die starken Brunitäten.
Speaker 0: und entscheidet sich ein Anleger für einen Fond mit auf euro lauten Unternehmensanleihen von diesen starken.
Speaker 0: Brunität kauft auch eine breite Streuung von diesen Unternehmen.
Speaker 0: Die Unternehmen können aus allen möglichen Branchen kommen aus diversen Ländern Und sie haben vor allem auch ganz verschiedene Laufzeiten.
Speaker 0: Damit wird auch in jedem Fall ein Einzelrisiko, einen Einzeltitel-Risiko auch reduziert.
Speaker 0: Um hier mal das etwas plakativ und den Zahlen zu fassen, kauft ein Anleger einen Fonds mit Eurounternehmensanleihen sind da drin im durchschnittlichen Index über sechshundert Unternehmen enthalten und über dreitausend Anleihen.
Speaker 0: würde man zu diesem Index noch die Banken zu den Unternehmen dazu addieren dann kommen nochmal Etwa.
Speaker 0: Man sieht also ein großer breiter Markt, in dem man sich tummeln kann und es gibt auch vielleicht als Hinweis für Euroanleger.
Speaker 0: Man denkt vielleicht eure Unternehmensanleihen stammen nur aus dem Euroraum aber das ist so nicht.
Speaker 0: Es sind globale große Unternehmen die hier auch emittieren, die ihre Anleihen hier platzieren zum Beispiel die USA und ihre Unternehmen haben einen Anteil von Markt.
Speaker 0: Es sind natürlich auch viele Unternehmen, die in Europa Geschäft machen, die ihre Geschäft hier auch
Speaker 0: finanzieren.".
Speaker 1: Ich habe noch eine ganz kurze Frage.
Speaker 1: Ilka beim Formanagen ist es so?
Speaker 1: Wenn ihr eine Anleihe kauft, die hat ja eine bestimmte Laufzeit, haltet ihr sie immer bis zum Ende, bis sie dann fällig wird und kriegt dann praktisch das Geld zurück oder verkauft du dir auch zwischendurch mal weil du denkst oh könnt jetzt ein bisschen schwieriger werden?
Speaker 0: Das muss gar nicht schwieriger Anlage Chancen auftun.
Speaker 0: Die Bonität könnte sich verändern, was uns vielleicht nicht gefällt.
Speaker 0: dann sagen wir der Risikopfschlag ist vielleicht zu klein.
Speaker 0: das Unternehmen begibt neue Anleihen.
Speaker 0: das tut sie vielleicht etwas attraktiver.
Speaker 1: Das heißt ihr handelt ständig hin und her unterhaltet die wenigsten Anlehen wahrscheinlich sogar bis zur Entferlichkeit oder?
Speaker 0: Als Hinweis für den Anleger noch die meisten Anleinen haben leider eine Größe von einhunderttausend Euro als Mindeststückelung.
Speaker 0: Das heißt für die meisten ist es nicht möglich in einzelne Anleihen zu investieren, ausgenommen einige deutsche Unternehmen noch, die tun das noch klassisch mit ihren tausender Stückeelungen.
Speaker 0: aber die ganze große Welt emittiert in einhundertausender Stücken und da ist natürlich einfach die bessere Wahl.
Speaker 0: man kann in kleinere Stückelung investieren und kann trotzdem diversifiziert bleiben.
Speaker 2: Jetzt hast du gerade schon erklärt, Unternehmensanleihen sind Kredite an Unternehmen und dafür gibt es Zinsen.
Speaker 2: Gabriele ich frage mich ja noch wo sind die Unterschiede zwischen Unternehmen und auch Staaten, die ja auch Anleihen begeben?
Speaker 1: Man könnte vielleicht zuerst mal sagen das ist so.
Speaker 1: die Frage wer ist wie zahlungsfähig?
Speaker 1: bei wem ist es wie sicher dass er oder sie dann das Geld zurückzahlt?
Speaker 1: Und ich als Volkswirtin würde mal ganz platt sagen, bei Staaten ist es immer sicherer, dass sie ihr Geld zurückzahlen.
Speaker 1: Weil ein Staat kann ja Steuern erheben, Steueren erhöhen und damit jederzeit dafür sorgen, dass dann auch die Anleihen zurückgezahlt werden bzw.
Speaker 1: auch die Zinsen bezahlt werden.
Speaker 1: Die Praxis zeigt, das ist nicht immer so gewesen.
Speaker 1: also es gibt natürlich auch Staaten, die einmal ihre Zinsn nicht zahlen oder ihre Anleihung nicht zurückzahlen.
Speaker 1: Also erstens Mal die Tatsache... Der Staat ist tendenziell ein bisschen zahlungsfähiger.
Speaker 1: Das zweite ist aber trotzdem immer die Frage, wem geben die Märkte welches Vertrauen und wer ist wie bonitätsstark?
Speaker 1: Und da gibt es natürlich immer auch Unternehmen, die so viele Gewinne erwirtschaften das so ein gutes Geschäft machen dass sie locker ihre Zinsen dann zahlen können anlängensrückzahlen.
Speaker 1: Und das ist ja, glaube ich genau die Arbeit, die ihr auch macht, Ilka.
Speaker 1: Dass ihr jeden Tag aus Neue entscheidet welchen Unternehmen traut ihr inwiefern zu dass es locker seine Schulden zurückzahlt oder eben nicht und je nachdem wird dann an den Märkten auch das Risiko stärker oder weniger stark eingepreist?
Speaker 0: Ganz genau!
Speaker 0: Und dazu muss natürlich kommen... Die Bonität muss auch richtig bewertet sein.
Speaker 0: also das heißt der Kreditsbrett, den ein Unternehmen zahlen muss dieser Aufschlag für seinen Ausfallrisiko Der muss angemessen hoch sein und für uns ergeben sich dadurch Chancen und Risiken.
Speaker 0: Die Risiken werden wir versuchen zu verkaufen, die Chancenen werden wir
Speaker 0: kaufen.".
Speaker 1: Und das angemessene Hoch ist dann genau die Kunst, das rauszufinden oder?
Speaker 1: Das
Speaker 2: bringt mich nämlich zu meiner nächsten Frage.
Speaker 2: Rika, erklär uns doch bitte nochmal genau wie sich denn eigentlich dieser Zins für die Unternehmensanleihe überhaupt zusammensetzt?
Speaker 0: Wie Gabriele schon gerade erklärte es gibt Staatsanleihenzinsen gilt meist als eine Art Basistenz für jede Unternehmensanleihe.
Speaker 0: Aktuell rückt bei einigen Staaten mit stark gestiegener Verschuldung auch die Höhe ihrer Zinslast wieder in den Fokus, jetzt kann es sogar passieren wie wir auch gerade gehört haben dass sie Unternehmen mit sehr stärker Bonität, sehr starkes Vertrauen genießen ihre Finanzkraft und ihre globale Ausrichtungen hergeben das ist sich teilweise sogar günstiger finanzieren können.
Speaker 0: Das heißt, weniger Rendite zahlen als ein Staat.
Speaker 0: aber meist das sind die überwiegenden Fälle gibt es einen zusätzlichen Risikoaufschlag.
Speaker 0: dass ist der sogenannte Credit Spread.
Speaker 0: Das ist die Vergütung für ein größeres Bonitäts, für ein grösseres Ausfallrisiko und teilweise auch Liquiditätsrisiko.
Speaker 1: Und das heisst mit deinen Unternehmensanleihen vor also mit den Unternehmsanleien.
Speaker 1: man kriegt tendenziell mehr Zinsen Aber es ist dann eben auch dafür ein höheres Risiko dabei, als bei den Staatsanleihen.
Speaker 0: Das kann so oder so ausfallen!
Speaker 0: Gerade haben wir ja sehr große, sehr globale Unternehmen mit hohen Cash Flows und mit hohem Gewinn...
Speaker 1: das sind die Tech-Unternehmen in den USA?
Speaker 1: Ja,
Speaker 0: aber es können auch klassischere Unternehmen sein.
Speaker 0: Und man muss auch sagen eine höher Rendite ist nicht automatisch die attraktivere Anlage, denn einen höheren Spread müssen die riskanteren Unternehmen zahlen.
Speaker 0: Die Geschäftsmodelle können zum Beispiel Volatiler sein, die Unternehmen vor allem stärker verschuldet und das sind die meisten Unternehmen im High Yield-Bereich.
Speaker 1: Und Tanja wenn du fragst wie setzt sich so ein Zins zusammen, eine Rendite?
Speaker 1: Würde ich vielleicht sogar aus volkswirtschaftlicher Sicht noch sagen Eka hat ja gerade Ihnen gesagt der Markzins, der so als Messlatte gilt der Staatsanleihe Zins oder die Rendite Die allein sind ja auch schon bestimmt durch Inflationsprämien, wenn der Markt mehr Inflation erwartet wird oder auch die Risikoprämie.
Speaker 1: Wenn der Markt sagt, zurzeit ist alles so unsicher und so viele Schocks.
Speaker 1: Auch das steckt dann gewissermaßen in diesen Renditen drin.
Speaker 1: Also im Ende ist es ein ganz schön komplexes Ding mit dem wie setzt sich die Rendite zusammen?
Speaker 1: Und vielleicht noch kurz eins.
Speaker 1: Hayyild, falls ihr den Begriff nicht kennt das ist ja Hochzeitsbereich und das sind so ein bisschen die Unternehmen, die ein bisschen riskanter unterwegs sind und bei denen man dann nicht zu sicher weiß ob sie wirklich ihre Schöne zurückzahlen oder?
Speaker 0: Ganz genau auch wieder in Ratingbuchstaben ausgedrückt fängt es unter den dreifach B's an.
Speaker 0: Das sind dann Doppelb's und niedriger.
Speaker 0: Ja, die Unternehmen können von sich aus riskantere Geschäftsmodelle haben aber Sie können einfach technisch höher verschuldet worden sein.
Speaker 0: Es können beides, beide Seiten
Speaker 0: sein.".
Speaker 2: Und ich hatte es eingangs schon gesagt das Umfeld hat sich ja in den letzten Monaten schon verändert.
Speaker 2: die Notenbanken stehen wieder unter Druck die Zinsen anzuheben Gabriel du hast auch gerade das Thema Anflation schon angesprochen um dem eben entgegen zu wirken und auch die Renditen lang laufender Staatsanleihen sind gestiegen.
Speaker 2: was bedeutet das denn konkret für die Unternehmensanein?
Speaker 2: ihr seid gerade schon mal ein bisschen an dem Thema vorbeigekommen.
Speaker 1: Was mich fasziniert im Augenblick am Markt, ist auch dass egal was passiert mit steigenden Zinsen.
Speaker 1: Auch egal was so passiert mit der Unsicherheit und den Kriegen.
Speaker 1: Mit was Herr Trump in den USA alles macht das die Märkte recht gelassen sind und dass die Märkte auch bereit sind viele neue Kredite aufzunehmen was da auch zeigt dass am Markt immer noch sehr viel Ersparnis da ist um diese Krediten zu finanzieren.
Speaker 1: und das ist aus meiner Sicht so ein Grund Warum trotz aller Risikern, auch trotz der Leitzins-Anstiege insgesamt aus meiner Sicht ihre Enditen immer noch recht moderat sind?
Speaker 1: Man merkt eben.
Speaker 1: Der Markt ist noch bereit und ist auch zuversichtlich.
Speaker 1: also sagt wir haben weiterhin globales Wachstum und damit heißt es dass der Großteil der Unternehmen dann auf seine Schulden zurückzahlen kann und bedienen kann also die Zinsen zahlen
Speaker 2: kann.
Speaker 2: Und wenn ich euch richtig verstehe, dann sind höhere Renditen am Anleinmarkt attraktiv für neue Anlagen.
Speaker 2: Was bedeutet das denn eigentlich für diejenigen, die bereits investiert sind?
Speaker 2: Können die dann auch Verluste sehen vor allem bei langen Laufzeiten?
Speaker 2: und was bedeutet das so für deine Arbeit Elka?
Speaker 0: Ja, Gabriele hat es gerade ausgeführt bestehende Anleihen verlieren im Kurs, wenn die Zinsen steigen.
Speaker 0: in den investment grade Bereich ist es aber schon so, dass wir nicht mit Ausfällen rechnen.
Speaker 0: Das heißt am Ende werden die Anleihen trotzdem zurückgezahlt.
Speaker 0: also man erleidet eine Kursschwankung in der Zeit aber die Rückzahlung im Investment-Crate ist normalerweise gesichert.
Speaker 0: Generell lässt sich auch sagen an den letzten Jahren kam noch mehr neue Arten von Fonds auf den Markt.
Speaker 0: das waren solche Laufzeiten Fonds.
Speaker 0: Die Laufzeit waren meistens fünf Jahre Aktuell drei bis fünf Jahre.
Speaker 0: es gibt verschiedensten.
Speaker 0: damit kann der Anleger natürlich seine Schwankung auch reduzieren.
Speaker 0: Also er legt das Geld an die Laufzeit ist überschaubar, die Anleihen sind am Ende fällig und er bekommt vereinfacht gesagt sein Geld einfach zurück.
Speaker 0: Wählt man einen Fond ohne festes Laufzeitenende werden die Fälligkeiten jeweils wieder reinvestiert.
Speaker 0: Genauso wie im Index Anleihen fallen raus, neue kommen hinzu und das Geld wird wieder angelegt.
Speaker 0: damit sichert man sich das durchschnittliche Renditendiveau des Kaufzeitpunkts.
Speaker 0: Der Anleger ist damit investiert in ein Form mit einer durchschnittlichen Laufzeit wenn man den allgemeinen Marktindex nimmt von rund sechs Jahren eigentlich auch überschaubar hier im Beispiel des ganz normalen Euro Unternehmensanleihenden Universums.
Speaker 0: Sollten die Zinsen von heute an, und sie sind ja ganz ordentlich gestiegen mit über vier Prozent auch wieder fallen, vereinnahmt ein Anleger von Heute an natürlich dann auch Kursgewinne.
Speaker 0: also diese Kurschancen bestehen sehr wohl Und die aktuelle Rendite von über vier prozent ist auch im historischen Kontext eigentlich recht hoch.
Speaker 0: Also wenn man in den letzten fünfzehn Jahren schaut Den haben wir selten gesehen diesen Zins.
Speaker 0: Diesen Zins teilweise jetzt von vier Prozent, je nachdem was man sich wählt.
Speaker 1: Kurze Erinnerung für alle unsere treuen Hörerinnen und Hörern.
Speaker 1: wir reden ja immer wieder Tanja wenn wir miteinander reden über diese zehn Jahre in denen die Zinsen so niedrig waren.
Speaker 1: das ist genau das worauf du dann ansprichst Ilka dass wir eine Zeit hatten in der sehr niedrige Zins war über den ganzen Markt hinweg.
Speaker 1: und jetzt sind wir wieder in einer Welt wo die Zinzen höher sind und es dann auch wieder mehr Spaß macht solche Anlagen zu kaufen weil man da mehr Gewinnschancen hat, oder?
Speaker 0: Absolut.
Speaker 0: Wir hatten die letzten hohen Zinsen eigentlich in der Finanzmarktkrise, im Jahr two-tausend acht zwei tausend neun und dann noch mal in der Euro Land Krise, der Schuldenkrise als Italien und Griechenland im Fokus standen, zwei Tausend zwölf.
Speaker 0: Danach gingen die Zins massiv nach unten auch mit den Leitzenssenkungen natürlich von den Zentralbanken.
Speaker 0: Es gab teilweise negative Zinsnen und jetzt sehen wir durch den Inflationsanstieg in diesem Jahr einen deutlichen Anstieg Auch nach Bonitäten.
Speaker 0: im Übrigen kann ein Investor wählen.
Speaker 0: Man muss nicht nur nach Laufzeiten entscheiden, auch nach Boniteten kann man sich Investmentcrate unternehmen mit weniger Rendite Chancen und weniger aktueller Rendite wählen oder man geht auf die Suche im Hyalt-Universum und dann erzieht man etwas mehr Rendite.
Speaker 1: Hatte wir aber auch höhere Risiken weil es stärker schwankt?
Speaker 0: Ganz genau!
Speaker 2: Jetzt weil wir sprechen ja im Podcast oft darüber, dass Menschen ganz unterschiedliche Präferenzen haben was ihre Geldanlage anbelangt.
Speaker 2: Zum Beispiel ihr habt es gerade gesagt je nach Risikoneigung für welche Anlegerinnen oder Anlegern können dann Unternehmensanleihen oder eben auch einen entsprechenden Fonds eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein?
Speaker 1: Ich würde mal sagen prinzipiell sind sie für alle oder fast alle Anlegerinnen und Anlegers geeignet, wenn sie so einen Anlageholz und von mindestens drei vier fünf Jahren haben.
Speaker 1: Also ganz platt gesagt ein Anleihefond Auch ein Unternehmens-Anleihefonds ist ein wesentlicher Bestandteil von einem breitgestreuten Portfolio.
Speaker 1: Idealerweise hat man auch beim Rentenbaustein selbst gut gemischt, also das was Ilka gerade jetzt erzählt hat unter Nehmens.
Speaker 1: AnleiheFonds die sind attraktiv bieten tendenziell höhere Renditen aber dafür auch ein bisschen mehr Schwankungen.
Speaker 1: Anleihenfonds mit Staatsanleihen sind interessant.
Speaker 1: manchmal hat man Fonds in dem Beides drin ist Und wie Ilka gesagt hat, so auch ein bisschen Bonitäten.
Speaker 1: Also die Solidität der Schuldner-Mission in Börce Marcus Anleihen haben wir noch gar nicht geredet und das kann man ja dazu nehmen.
Speaker 1: Jetzt habe ich gerade eben nochmal von Ilka gehört.
Speaker 1: Man kann ja auch prinzipiell Fonds nehmen, die offen laufen für die Ewigkeit.
Speaker 1: Es gibt auch Fonds, die eine bestimmte Laufzeit haben.
Speaker 1: Die sind natürlich dann super geeignet für Anlegerinnen und Anlegers, die sagen Ich brauche mein Geld wahrscheinlich in fünf Jahren und dann so eine Laufzeit vorzunehmen.
Speaker 1: Das ist auch eine gute Idee.
Speaker 1: Dieses Thema Einzeltitel, das sagen wir ja immer wieder, hat immer ein höheres Risiko als wenn man einen Fond kauft.
Speaker 1: und Ilka du hast noch mal ein starkes Argument gebracht mit...
Speaker 2: Es ist ein bisschen teuer.
Speaker 1: Genau!
Speaker 1: Und ein bisschen Tanya, hunderttausend Euro?
Speaker 1: Hast Du die gerade mal auf dem Chirurgonto liegen ich eher nicht?
Speaker 2: Zufälligerweise
Speaker 1: nicht.
Speaker 1: Der Einstieg mit hundert tausend euro ist unfassbar teuer und damit auch risikoreich weil man dann nur einen Titel kriegt.
Speaker 1: also da ist es auch angenehmer, einfacher wenn man so einen Fonds nimmt mit der breiten Streuung.
Speaker 1: Und prinzipiell würde ich schon sagen das sind mittel bis langfristige Geldanlagen und wenn man bedingt dass man erstens mal laufende Erträge hat.
Speaker 1: Manche Fonds schütten ja auch die Zinsen dann aus und das ist ein schönes Ding.
Speaker 1: und diese laufenden Erträge die in den Fonds reingehen mit den Zinsern das ist dann immer auch eine Stabilisierung.
Speaker 1: So ein Rentenfond hat tendenziell auch weniger Schwankungen als ein Aktienfonds.
Speaker 1: durch
Speaker 0: die Niedrigzinsphase Der Zwischenjahre, würde ich sagen, ab dem Jahr im Jahr ist es schon Rückschläge auch in den Rentenfonds.
Speaker 0: Die Zinsen waren einfach extrem niedrig für die Unternehmen Basz.
Speaker 0: Super attraktiv sich zu verschulden aber das ist mittlerweile ausgepreist.
Speaker 0: Also Tanja hat es vorhin ja auch schon gesagt nach dem Jahr am Prinzip Rückte auch wieder das Thema Anleihen und Anleinfonds in den Vordergrund.
Speaker 0: Früher eigentlich eine ganz gängige Anlage In der Zwischenzeit muss man sagen fast vergessen, aber seit einigen Jahren eben wieder eine attraktive Anlage.
Speaker 0: Die Kunden erhalten erstmals seit langem wieder positive Reale Renditen die teilweise auch über den Dividendenrenditen als laufende Verzinsung liegen und ergänzen.
Speaker 0: zu Gabrielles Einwenden und Argumenten hätte ich noch.
Speaker 0: Man erzielt eben auch eine laufende Rendite, was für viele Anleger auch wichtig ist Und ergänzend zu Staatsanleihen und Aktien kann es eben durchaus eine interessante Beimischung sein.
Speaker 0: Meist erschließt man sich auch mit diesen Unternehmensanleinen.
Speaker 0: Wir hatten schon den sogenannten Credit Spread Eine zusätzliche Renditequelle.
Speaker 0: meist zahlen Unternehmen ein bisschen mehr als ihre Staaten.
Speaker 0: Es gibt eine breite Diversifikation und das muss man auch sagen im Euro-Unternehmenseinleihenmarkt, es sind eben globale große Unternehmen im Investmentcourtbereich.
Speaker 0: Das sind robuste Unternehmen.
Speaker 0: Es sind Unternehmen die sich in den letzten Jahren zum Teil deutlich gesteigert haben, die ihre Margengewinde gesteiggert haben.
Speaker 0: Die auch nach der Niedrigzinsphase ihre vielen Schulden wieder zurückgeführt haben.
Speaker 0: also auch die Kreditkennzahlen, die sogenannte Bonitätskennzahl, die haben sich deutlich noch mal verbessert Ja, aber auch wie Gabriele sagte es ist kein Ersatz für ein Notkroschen.
Speaker 0: Es ist kein Einsatz für ein Tagesgeld.
Speaker 0: eine gewisse Kapitalbindung steht natürlich hier auch im Vordergrund.
Speaker 0: Weil
Speaker 2: es ja manchmal auch ganz gut ist, wenn man nicht so ohne Weiteres dran kommt und weil man dann auch disziplinierter beim Sparen ist – vielleicht gar nicht so schlecht!
Speaker 2: Zum Abschluss würde ich euch beide aber gerne nochmal um eine kurze Zusammenfassung bitten.
Speaker 2: wir haben jetzt nämlich echt jede Menge von euch gelernt.
Speaker 2: was sollten eurer Meinung nach in ein zwei kurzen Sätzen Anlegerinnen über Unternehmensanleihen in der jetzigen Marktlage vor allem mitnehmen?
Speaker 1: Ich würde mal sagen... Jetzt ist es wieder lohntwert und macht wieder Spaß in den Unternehmensanleihen zu investieren, weil das gibt wieder Zinsen im Vergleich zu den zehn Jahren damals.
Speaker 1: Wir dürfen nicht vergessen als Anlegerinnen wenn Zins sind steigende Markt dann kann das kurzfristig schon so großverlustend führen.
Speaker 1: aber prinzipiell hat man ja immer noch den Zins und wir legen da langfristig an und es bleibt schon insgesamt für den Markt entscheidend was macht die Inflation?
Speaker 1: Was machen die Notenbanken mit ihren Leitzinsen?
Speaker 1: Was macht das globale
Speaker 1: Wachstum?".
Speaker 1: Und das alles ist dann schon ein bisschen kompliziert.
Speaker 1: Deshalb würde ich unbedingt raten, wenn ihr euch sowas überlegt, dann lasst euch gut beraten!
Speaker 0: Ja von meiner Seite würde ich hinzufügen nicht nur auf den Kuppon und auch nicht nur Auf die Rendite schauen.
Speaker 0: Die breite Streuung ist zentral wie in allen Bereichen der Kapitalanlage und das aktive Management Das Form-Managements kann bei der Auswahl, bei der Laufzeitensteuerung und auch bei der Risikokontrolle mehr wert schaffen.
Speaker 2: Ganz lieben Dank ihr zwei!
Speaker 2: Vielen dank auch an unsere Zuhörerin dass ihr heute wieder mit dabei wart und falls ihr noch Fragen habt ob zu Unternehmensanleihen oder einem anderen Thema dann schreibt uns wie immer gerne an podcastatdk.de Oder wenn ihr einen Themenwunsch habt den wir in einer unserer nächsten Folgen unbedingt aufgreifen sollten.
Speaker 2: Vielen Dank und bis bald!
Speaker 1: Bis
Speaker 0: bald!