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Muss Nachhaltigkeit immer teuer sein?

WU-Forscherin Cordula Cerha erklärt, woran man nachhaltige Unternehmen erkennt – und wie man dabei Geld sparen kann

Auf Konsum verzichten wollen viele nicht, auf das schlechte Gewissen, das einen hinterher plagt, aber umso mehr. Eine Lösung dafür verspricht der Umstieg auf nachhaltige Produkte. Doch wann ist ein Unternehmen tatsächlich nachhaltig – und was ist nur gutes Marketing? Können Konsumentinnen und Konsumenten überhaupt von außen erkennen, ob Nachhaltigkeitsversprechen glaubwürdig sind? Und muss man dafür immer tief in die Tasche greifen?

Über diese und weitere Fragen sprechen STANDARD-Moderatorin Anika Dang und Wirtschaftswissenschafterin Cordula Cerha. Sie forscht und lehrt an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Fokus auf Handel und Marketing.

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Speaker 1: Willkommen zu Lohntsichters, der Standard-Podcast über Geld.

Speaker 1: Mein Name ist Annika Dang.

Speaker 1: Auf Konsumverzichten – das wollen viele nicht auf das schlechte Gewissen, dass man dann oft hinterher hat aber umso mehr!

Speaker 1: Die Lösung scheint für viele der Umstieg auf nachhaltige Produkte.

Speaker 1: Doch wie viel Nachhaltigkeit steckt eigentlich tatsächlich hinter den Versprechen der Unternehmen?

Speaker 1: Woran können wir als KonsumentInnen erkennen?

Speaker 1: was nur Greenwashing?

Speaker 1: Und wie steht es eigentlich um die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit, etwa wenn es um die eigenen Arbeitsbedingungen geht?

Speaker 1: Über diese und weitere Fragen spreche ich heute mit Cordula

Speaker 1: C.R.H.,

Speaker 1: sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin mit Fokus auf Handel- und Marketing an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen!

Speaker 0: Ich freue mich über die Einladung.

Speaker 1: Bevor wir gleich anfangen, hier noch ein wichtiger Hinweis an unsere Hörderinnen.

Speaker 1: Es lohnt sich uns auf Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer ihr uns hört zu abonnieren – dann verpasst ihr auch künftig keine neue Folge!

Speaker 1: Wann würden Sie einen Unternehmen denn tatsächlich als nachhaltig bezeichnen und was ist nur gutes Marketing?

Speaker 0: Ja, das ist spannend.

Speaker 0: Weil den Begriff Nachhaltigkeit, den verwenden wir heute ja inflationär als wird es nachhaltig bezeichnet.

Speaker 0: und dann wirklich festzustellen ob etwas machhaltig ist?

Speaker 0: Das kann man gar nicht so leicht!

Speaker 0: Man muss schauen, ob das jetzt nur ein Versprechen ist was gemacht wird oder ob die Nachhaltighat auch im Geschäftsmodell verankert ist.

Speaker 1: Kann ein Unternehmen denn eigentlich überhaupt nachhaltigt sein wenn das Geschäfts-Modell ja eigentlich darauf passiert dass man ständiges Wachstum hat?

Speaker 0: Wachstum ist natürlich etwas, was unsere Wirtschaft verantreibt und auch hier stellt sich die Frage wie definiere ich Wachsdom?

Speaker 0: Wenn man Wachsom nur als quantitatives Wachsstom bezeichnet dann kann das per Definition nicht nachhaltig sein.

Speaker 0: Wenn wir uns aber überlegen dass Wachsen auch qualitatives wachstums einschließt das heißt nicht immer nur mehr sondern vielleicht auch besser Dann ist Wachstrom natürlich etwas was die Wirtschaft braucht.

Speaker 1: Ein Unternehmen, das zuletzt Diskussionen über Nachhaltigkeit angestoßen hat ist Armd Angels.

Speaker 1: Das deutsche Modellabel gilt ja seit Jahren als Vorreiter für nachhaltige Mode.

Speaker 1: Gleichzeitig wurden nun Vorwürfe eines toxischen Arbeitsklimans öffentlich.

Speaker 1: Der CEO Martin Höferle hat darauf reagiert und betont, dass er Verantwortung für diese Lücke die zwischen den Botschaften des Unternehmens und dem Empfinden der Mitarbeitenden klafft übernehmen möchte.

Speaker 1: Laut seinem Statement haben sich einige der Vorgänge vor Jahren abgespielt und das Unternehmen habe seitdem intern viele Themen aufgearbeitet und Veränderungen angestoßen.

Speaker 1: Wenn wir jetzt aber davon ausgehen, ökologisch und sozial also in der Herstellung, in der Lieferkette vorbildlich ist aber dann interne Probleme hat.

Speaker 1: Ist es denn überhaupt noch nachhaltig?

Speaker 0: Die Nachhaltigkeit die hat drei Dimensionen.

Speaker 0: zum einen geht um die ökologie.

Speaker 0: nachhaltigkeit das ist etwas was uns sehr bewusst ist.

Speaker 0: da geht's um den Schutz der natürlichen Umwelt um den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen um das für künftige Generation zu erhalten.

Speaker 0: Daneben spielt aber auch die soziale Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, also ist eine Gesellschaft gerecht.

Speaker 0: Wird man den Bedürfnissen allerbeteiligter gerecht?

Speaker 0: Steigern wir die Lebensqualität nur für Einzelne oder ist das auch fair verteilt?

Speaker 0: Das ist soziale nachhaltigkeit!

Speaker 0: Die dritte Säule der Nachhaltigkeiten ist die ökonomische Nachhaltlichkeit – also gelingt es uns als Gesellschaft auch langfristig wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Speaker 0: Jetzt ist es so, dass wir im Fokus auf die ökologische Nachhaltigkeit haben.

Speaker 0: Aber diese anderen beiden Dimensionen natürlich auch eine Rolle spielen.

Speaker 0: Sie haben gerade gesagt ein Beispiel wo man sich der öklogischen und soziale Nachhaltigkeitsverpflichtet fühlt und dann aber das nicht konsequent umsetzt.

Speaker 0: also erstens mal fehlt da die ökonomische nachhaltigkeit und zum zweiten ist es sowas natürlich soziale auf die eigene Unternehmenskultur bezieht.

Speaker 0: Also es nützt nichts, weil man seine Nähe in Südostasien fair entlohnt aber dann mit den eigenen Mitarbeitenden in Deutschland nicht fair umgeht.

Speaker 0: und es ist auch so je höher ich da mein eigenes Image hänge, desto höher sind auch die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten und insofern ist es dann imagemäßig natürlich ein Riesenproblem wenn man sich Standards verpflichtet, die man in der eigenen Unternehmenszentrale nicht erfüllen kann.

Speaker 1: Ein Thema was Sie ja schon gesagt haben so in der öffentlichen Debatte konzentrieren wir uns ja eben häufig auf diesen Umweltaspekt.

Speaker 1: also viele Verknüpfen das sehr stark damit der Nachhaltigkeit.

Speaker 1: würden sie sagen dass eben zu wenig auf diese Arbeitsbedingungen im Unternehmen als jetzt wirklich direkt in der Zentrale in Deutschland sagen wir beispielsweise oder in Europa zu wenige schaut wird manchmal

Speaker 0: Es ist so, wir schauen immer auf das was man schnell und einfach beobachten oder messen kann.

Speaker 0: Und gerade Unternehmenskultur ist etwas was sich nicht zu leicht abbilden lässt wo es auch schwierig ist Kennzahlen zu finden die dann eine Beurteilung möglich machen.

Speaker 0: Ich würde sagen nicht nur dass was Sie genannt haben wird vernachlässigt sondern ich glaube die Nachhaltigkeit wird oft... insgesamt zu klein gedacht und dann vielleicht auch manchmal auf Dimensionen reduziert, die man leicht mitnehmen kann.

Speaker 0: wo man dieses Nachhaltigkeitsversprechen abgeben kann oder glaubt es abgeben zu können müsste man korrekterweise sagen.

Speaker 1: Gleichzeitig ist es ja so, dass gerade die Unternehmen sich so positionieren mit einer starken moralischen Mission besonders anfällig dafür sind, Enttäuschungen auszulösen.

Speaker 1: Die werden dann eigentlich an ganz anderen Maßstäben gemessen.

Speaker 1: Ist das fair sozusagen?

Speaker 0: Das kann man auf eine viel allgemeinere Ebene heben als jetzt nur das auf die Nachhaltigkeit zu reduzieren – zur Friedenheit ist von den Erwartungen abhängig!

Speaker 0: Und da gibt es auch eine Theorie dazu, das ist das Confirmation-Disconfirmation paradigm.

Speaker 0: Also werden unsere Erwartungen erfüllt?

Speaker 0: Werden sie überfüllt oder wird man ihnen nicht gerecht und jedes Unternehmen muss überlegen was es verspricht denn diese Wertversprechen muss man dann auch entsprechend bedienen können.

Speaker 0: Und je mehr ich verspreche, desto höher habe ich mir quasi selber die Lade gelegt über dich dann im Anschluss auch springen muss und insofern ist in vielen Bereichen Unternehmen einfach angeraten nur zu versprechen was man auch halten

Speaker 0: kann.".

Speaker 1: Jetzt ist es aber auch so dass Konsumentinnen vielleicht dem ersten Reflex sagen als will ich da gar nicht mehr einkaufen weil das steht jetzt nicht für das was ich möchte.

Speaker 1: auf der anderen Seite wenn man sagt man hat irgendwie diesen Nachhaltigkeitsgedanken Man kann ja noch nicht so gut ausweichen dann, oder?

Speaker 0: Naja!

Speaker 0: Es ist so.

Speaker 0: Erstens einmal wie nachhaltig ist jetzt das Bewusst... ...verwendet im Begriff bewusst in anderem Kontext, ist dann unsere Entscheidung.

Speaker 0: also halten wir das lange durch.

Speaker 0: Wir sehen bei den meisten Konsumbalkotten die so der Länge eines New Cycles entsprechen, also da wird dann schnell auch wieder zur Routine übergegangen und die Themen verschwinden.

Speaker 0: Auch wieder aus den Medien und die Aufmerksamkeit zieht weiter.

Speaker 0: es gibt wenn wir den Gesamtmarkt betreffen ein sehr kleiner Segment an Konsumenten, die wirklich ihre Werte in den Mittelpunkt stellen dass sie auch bereit sind langfristig auf eigenen Nutzen, denen ja vielleicht eine Marke vermittelt verzichten.

Speaker 0: ist es vielleicht so, dass es ein Park gibt die das tun.

Speaker 0: Aber dann ist die Frage, ist in anderen Unternehmen so viel besser?

Speaker 0: Wie sind die Standards woanders?

Speaker 0: und da ist es schon so, wir Konsumenten oft auch in Konflikten sind wenn zum Thema Nachhaltigkeit geht weil wir wollen uns alle nachhaltig verhalten.

Speaker 0: also es gibt kaum eine Befragung wo nicht die Mehrheit der Konsumentin sich ganz klar dafür ausspricht.

Speaker 0: aber wenn wir sehen wie wir uns im Markt verhalten noch mal was ganz anderes.

Speaker 0: Da gibt es einen Spalt zwischen den Absichten und dem Verhalten, also das ist die Attitude-Behaviour-Gab.

Speaker 0: Wir wären gerne nachhaltig aber letztlich bestimmt dann oft auch der Preis oder die Bequemlichkeit – auch da sind wichtige Konsummotive!

Speaker 0: Und wenn wir jetzt die Gelegenheit haben, die Nachhaltigkeit so ein bisschen als gebrochenes Versprechen zu entlaufen, dann dominieren plötzlich diese anderen Motive?

Speaker 0: Wenn ich das quill habe, naja, das ist ja eh nicht nachhaltig.

Speaker 0: Dann ist es auch ein wenig die Entschuldigung dafür dann vielleicht zum billigsten Produkt zu greifen.

Speaker 1: Und dann können den KonsumentInnen von außen erkennen ob Nachhaltigkeitsversprechen glaubwürdig sind.

Speaker 1: und geht das überhaupt?

Speaker 0: Das ist nicht einfach!

Speaker 0: Da muss man schon ganz ehrlich sein.

Speaker 0: aber als Analystin uns Strategien sage ich mal alles was man messen kann ist schon mal objektivierbar.

Speaker 0: Das heißt, man muss sich anschauen, gibt es irgendwelche objektiven Kennzahlen die auf Nachhaltigkeit hindeuten?

Speaker 0: Gibt es Zertifizierungen, die auch mit entsprechender Kredibilität vergeben werden?

Speaker 0: von welchen Institutionen?

Speaker 0: beispielsweise Kontengütesiegel?

Speaker 0: oder ist das irgendein Fantasiegütesiesel dass jetzt Nachhaltigkeitssignalisiert ohne dass das jemand jeweils auch wirklich dann überprüft hat.

Speaker 0: Da muss man aber sagen, da gibt es auch natürlich Initiativen das rechtlich auf EU-Ebene zu verhindern, dass Unternehmen Nachhaltigkeitsversprechen machen wo nichts dahinter steckt.

Speaker 0: Aber das eine oder andere schwarze Schaf gibt es schon, dass hier auch solche Fantasie Versprechen oder Labels oder Zertifikate abgibt.

Speaker 0: und dann kann man sich natürlich auch noch anschauen wie transparent ist das Unternehmen?

Speaker 0: Wie klar kommuniziertes auch Misserfolge Denn wenn wir es ganz realistisch einschätzen, es gibt bei solchen Transformationen nicht nur Erfolgstories.

Speaker 0: Und wie oft kommuniziert ein Unternehmen auch das etwas vielleicht noch nicht ganz erreicht ist?

Speaker 0: Also darauf würde ich achten.

Speaker 0: und das dritte ist ob das Teil des Geschäftsmodells ist und da geht's eben oft darum nachhaltig keinen ökologischen Sicht mit sozialer Sicht und dann aber auch Wirtschaftlichkeit auf einen Nenner zu bringen oder ob etwas ist, was jetzt in der Kommunikationsabteilung formuliert wird und als Add-on zur Verkaufsförderung eingesetzt wird.

Speaker 0: Und wenn man diese Kriterien heranzieht, glaube ich schon dass es auch uns Konsumierenden gelingt hier eine Einschätzung zu treffen.

Speaker 0: Wenn wir es ehrlich einschätzen wollen dann ist unser Bauchgefühl wahrscheinlich schon ein ganz guter Wegweiser.

Speaker 1: Viele nutzen eigentlich den Preis auch so als Indikator, also dass man sagt wenn irgendwas höher preisig ist dann muss es ja besser sein.

Speaker 1: Ist das ein Druckschluss?

Speaker 0: Also ich verstehe woher's kommt klar.

Speaker 0: wir haben häufig im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit höhere Kosten und diese Kosten müssen natürlich dann auch vom Preis getragen werden.

Speaker 0: Das ist aber keinesfalls so.

Speaker 0: Im Pricing spielen ganz viele Faktoren eine Rolle, da geht es um die Konkurrenz und das erwartete Konsumentenverhalten.

Speaker 0: Da geht's auch um das Image, das man transportieren möchte.

Speaker 0: Und leider haben schon viele Untersuchungen gezeigt, dass beispielsweise im Bereich Textilien ein teures T-Shirt nicht notwendigerweise nachhaltiges T-shirt ist.

Speaker 0: Also ich mache es jetzt mal ganz provokant und sage, Euro verkaufen und trotzdem die Leute, die an der Produktion beteiligt waren ausbeuten.

Speaker 0: Das ist leider in der Praxis kein Widerspruch.

Speaker 1: Würden Sie aber sagen dass Kundinnen für Nachhaltigkeit per se schon tiefer in die Tasche kaufen müssen?

Speaker 0: In vielen Fällen ja!

Speaker 0: Aber ich komme hier aus dem Marketing wird es überall dort spannend wo sich auch nachhaltig mit Wirtschaftlichkeit Feinband lässt, denn wir dürfen nicht vergessen.

Speaker 0: Letztlich geht es um Ressourcenschonung.

Speaker 0: Es geht also auch um Einsparungen von Material sehr häufig und das sind natürlich auch Materialkosten die verringert werden können weil ich weniger davon brauche.

Speaker 0: Also eine aufwendige teure Plastikverpackung ist in vielen Fällen nicht nachhaltig.

Speaker 0: Ich spreche zum Beispiel von ein paar Fahrer, dass sie aufwändig verpackt ist und überverpackt is und dann noch einen Karton und dann doch viel Material.

Speaker 0: Das sind auch Kosten und das in einer einfachen Kartonverpackung anzubieten, wäre natürlich kostengünstiger.

Speaker 0: Die Frage ist nur ob dann der Konsument oder die Konsumentin mitspielt?

Speaker 0: Und darum habe ich das Beispiel gewählt, denn eine Diplomandin von mir hat sich mit genau dieser Frage beschäftigt und hat das abgetestet.

Speaker 0: Und zwar hat die Folgendes gemacht – die hat Einkaufende gefragt in einem Experiment wie viel sie für ein Verfahren bezahlen würden, wo sie ein Video gezeigt hat, wo das Produkt ausgepackt wird aus einer sehr aufwendigen Verpackung.

Speaker 0: Und es war schon so dass die Leute bereit waren deutlich mehr zu bezahlen für die aufwändige Verpacking.

Speaker 0: und der spannende ist, dass in derselben Studie natürlich auch gefragt hat nach der Bedeutung der Verpackungen haben die Leute gesagt naja das ist eigentlich vollkommen unwichtig und Nachhaltigkeit wurde in derselsen Studie als ganz zentral eingeschätzt der Verpackung, Nachhaltigkeit zu fördern.

Speaker 0: Das haben die Leute auch als absolut sinnvoll beurteilt und ihre Kaufabsicht war trotzdem dort wo die Verpackungen aufwendig waren.

Speaker 0: Erstens glaube ich wenn sie kaufbereit und zweitens sind sie bereit einen deutlichen Preis Aufschlag zu akzeptieren dafür.

Speaker 1: Ich meine gleichzeitig ist es ja doch so dass das eben zum Teil auch sehr undurchsichtig für KonsumentInnen ist.

Speaker 1: würden Sie sagen es braucht strengere gesetzliche Regeln, vielleicht für Nachhaltigkeitswerbung und auch um eben sowas wie Greenwashing zu vermeiden?

Speaker 0: Ja es braucht klare Regeln.

Speaker 0: Das ist gar keine Frage was aber jetzt nicht endend darf in einem Bürokratie-Dschungel der es dann erst wieder unübersichtlich macht.

Speaker 0: Aber selbstverständlich kann man die Verantwortung nicht vollständig an den Konsumierenden abgeben dass die mit ihrer Geldbörse, das heißt sie oft dann entscheiden was sie kaufen.

Speaker 0: Das stimmt wohl, das sage ich selber auch sehr oft, dass die Markt eigentlich bei uns Konsumierenden liegt.

Speaker 0: aber damit die ganze Verantwortung den Konsumieren zuzuschieben ist nicht in Ordnung.

Speaker 0: also es muss klare gesetzliche Rahmenbedingungen geben nach denen die Leute auch ohne jetzt für jede Supermarkt, Kaufentscheidung vorher recherchieren müssen und dann die richtige Entscheidung zu treffen.

Speaker 0: Also muss es klare Regeln geben.

Speaker 0: keine Frage

Speaker 1: Wenn Sie sagen dass das aktuell gegeben ist oder müsste man da irgendwo noch nachschärfen?

Speaker 1: Jetzt

Speaker 0: fragen sie mich ich bin keine Juristin.

Speaker 0: Ich beobachte natürlich was sich da auch weitbewerbsrechtlich tut Und überall dort wo's ihre führende Geschäftspraktiken sind glaube ich wird er schon ganz gut dagegen vorgegangen.

Speaker 1: Gibt es so eine Nachhaltigkeitsbehauptung von Unternehmen, die sie nervt?

Speaker 1: Das kann ich irgendwie nicht mehr hören.

Speaker 1: Weil das alle behaupten, aber das ist gar nicht viel dahinter!

Speaker 0: Na ja wir sprechen sehr oft von Klimaneutral und CO²-Neutral.

Speaker 0: Und jetzt ist das etwas was toll klingt... ...was auch messbar ist weil ich vorher über Messbarkeit gesprochen habe.

Speaker 0: den CO² Ausschuss kann man halt gut Versuchen zu quantifizieren, sagen wir es mal so.

Speaker 0: Es ist leichter zum Essen als vieles andere aber... ...es wird damit teilweise auch fallmäßig umgegangen.

Speaker 0: also es gibt den bekannten Fall der Austrian Airlines die in dem Fall auch rechtlich sich Probleme eingehandelt haben.

Speaker 0: was sie gesagt haben Also weil sie CO²-neutrale Flüge beworben haben das gibt doch genug Flughefen in Europa die sagen Sie sind CO² neutral.

Speaker 0: Ja da geht's meistens um Kompensation Aber Der CO-Zweihausstoß, der passiert natürlich trotzdem.

Speaker 0: Also ich glaube da habe ich keine andere Meinung als sehr viele.

Speaker 0: also das hat damals ja auch entsprechend nicht nur zu rechtlichen Konsequenzen geführt sondern auch glaube ich durchaus negative Reaktionen in der Gesellschaft gebracht.

Speaker 1: Jetzt ist es ja so dass gerade in Krisenzeiten bei der Nachhaltigkeit eigentlich so oft als erstes gespart wird also sei es jetzt in den Firmen oder auch in der Politik würden Sie sagen dass das ein Fehler ist?

Speaker 0: Naja Nachhaltigkeit war eine zeitlang auch ein sehr gutes Argument, eine sehr gute Positionierung und in den letzten sechs Jahren, in denen wir als nicht nur Gesellschaft sondern auch als Markt in Europa Krisen geschüttelt sind.

Speaker 0: Die Inflation beachtlich war.

Speaker 0: in Österreich ist natürlich klar dass das ein bisschen aus dem Fokus gerät.

Speaker 0: ich glaube auch global.

Speaker 0: durch verschiedene politische Entscheidungen ist die Nachhaltigkeit jetzt nicht mehr so ein Hot-Topic, wie sie das eine Zeit lang war.

Speaker 0: Es gibt andere Prioritäten und es stimmt wir haben geopolitisch wirklich große Herausforderungen aber es zeigt sich halt in diesen Stunden der Krise auch wo diese Themen ernst genommen werden, wo es wirklich in der DNA der Unternehmen drinnen ist dass man hier etwas verändern und verbessern möchte und insofern muss man sagen trennt sich auch ein bisschen die Spräue vom Weizen.

Speaker 0: Und jetzt ist immer in der Wirtschaft die Frage kurzfristige Betrachtung oder langfristige betrachtungen und kurzfristig ist es für viele Unternehmen im Moment wahrscheinlich nicht wirtschaftlich, oder wirtschaftliche nur schwer möglich, in die Nachhaltigkeit zu investieren aber langfristig kann die Betruchtung schon wieder ganz anders aussehen.

Speaker 1: Wenn Sie jetzt nur in einem Satz antworten könnten, was würden Sie sagen?

Speaker 1: lohnt sich Nachhaltigkeit für Unternehmen?

Speaker 0: Das ist in einem Satz sehr schwierig zu beantworten.

Speaker 0: Ich würde sagen wenn es in der Nachhaltigkeit darum geht künftigen Generationen die selben Chancen auf ein gutes Leben zu ermöglichen wie wir sie haben dann würde ich sagen das geht nicht darum ob sich's lohnt sondern dann haben wir ja schon auch Fairness-Thema.

Speaker 1: Das heißt, wenn Sie jetzt so ein bisschen mehr dazu sagen könnten, das wäre was, was Unternehmer auf jeden Fall weiterhin verfolgen sollten.

Speaker 0: Das kommt jetzt darauf an aus welcher Perspektive?

Speaker 0: Aus der idealistischen Perspektiv und ich denke lieber die Utopie als die Distopie auf jeden fall.

Speaker 0: aber Ich bin auch ehrlich genug zu sagen dass vieles auch an den Realitäten scheitert.

Speaker 0: Und dann muss man sagen es sind eben drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und dazu gehört auch wirtschaftliche Komponente und nicht nur die beiden anderen Säulen.

Speaker 1: Das heißt, so zusammengefasst könnte man sagen, dass Nachhaltigkeit eben eigentlich ein großes Spektrum auch umfasst sozusagen.

Speaker 1: aber wenn man die eigentlich mit denkt dann kann man das wahrscheinlich durchaus erfolgreich betreiben oder?

Speaker 0: Also es braucht ein Verständnis für echte Nachhaltigkeit und es ist eine Herausforderung für uns, die wir annehmen müssen in der einen oder anderen Form.

Speaker 0: Ich möchte es positiv formulieren, das sind Herausforderungen an denen Unternehmen auch wachsen können und manchmal so wie vorher angeführt macht es dann ja auch wirtschaftlich Sinn mit Ressourcen schonend umzugehen.

Speaker 0: Also das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt natürlich das Marketing und es gibt hier schon auch spannende Theorien.

Speaker 0: Ein Konzept, das ich in dem Zusammenhang schon auch sehr spannend finde – das heißt Better Marketing for a better world.

Speaker 0: Da geht es darum, dass man versucht, das in Einklang zu bekommen also was gut für das Unternehmen ist und gut für die Welt ist.

Speaker 0: Das sind die Win-Win Geschäftsmodelle, die dann wirklich auf beiden Ebenen zukunftsträchtig sind.

Speaker 1: Vielen Dank fürs Gespräch!

Speaker 0: Ich bedanke mich sehr herzlich.

Speaker 1: Zusammengefasst lässt sich also sagen, Nachhaltigkeit ist wahrscheinlich mehr als viele auf den ersten Blick vermuten würden.

Speaker 1: Hat eben verschiedene Dimensionen wie wir gehört haben und die können sich natürlich für Unternehmen auch für KonsumentInnen durchaus lohnen, auch wenn es nicht immer alles auf den Ersten Blick ersichtlich ist.

Speaker 1: Ich hoffe, unsere heutige Folge hat euch gefallen.

Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!

Speaker 1: Wenn ihr jemanden kennt von dem ihr glaubt dass er oder sie von Lohnt sich das profitieren könnte dann freuen wir uns wie immer wenn ihr uns weiter empfehlt.

Speaker 1: Gebt uns auch gerne eine gute Bewertung auf Spotify Apple Podcasts oder wo auch immer ihr uns hört.

Speaker 1: Feedback und Fragen schickt ihr am besten an podcast atterstandard.at.

Speaker 1: Diese Folge wurde produziert von Christoph Neuwirt.

Speaker 1: ich bin Annika Dang tschau und bis zum nächsten Mal.

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