Das Politikteil
Kann die Zeitenwende gelingen? Wie weit geht der Aufstieg der Populisten? Und welche Macht gewinnt KI über unser Leben? Am Ende der Woche sprechen wir über Politik – was sie antreibt, was sie anrichtet, was sie erreichen kann. Jeden Freitag zwei Moderatoren, ein Gast und ein Geräusch. Im Wechsel hören Sie hier Ileana Grabitz, Peter Dausend, Tina Hildebrandt, und Heinrich Wefing. Mehr hören? Dann testen Sie jetzt unser Podcast-Abo 4 Wochen gratis unter www.zeit.de/podcastabo Auch in der ZEIT und auf zeit.de berichten wir ausführlich über das politische Geschehen. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen unter www.zeit.de/p...
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Durch ungleiche Wettbewerbsbedingungen verkauft China jeden Tag Waren für eine Milliarde Euro mehr nach Europa als umgekehrt. Lange Zeit hat die EU diese Entwicklung hingenommen, vor allem auf Drängen Deutschlands, das seine Exporte ins Reich der Mitte nicht gefährden wollte. Da aber Chinas Aufschwung zu einem immer größeren Verlust von Industriearbeitsplätzen in Europa geführt hat, schalten die Bundesregierung und die EU nun um: Aus dem Partner China wird zunehmend der Rivale – der systemische Gegner ist das autoritär geführte Land ohnehin. Der Kurswechsel birgt Risiken – aber auch Chancen.
In der neuen Ausgabe von »Das Politikteil« sprechen Ileana Grabitz und Peter Dausend mit der Politikwissenschaftlerin und Sinologin Janka Oertel über den drohenden Handelskrieg zwischen der EU und China – diesmal im Rahmen der »Hamburger Woche der Pressefreiheit« vor Live-Publikum. Oertel analysiert, warum eine härtere Gangart gegenüber China nötig ist, und beschreibt, was im Dialog mit Peking zu kurz kommt: »Wir reden kaum noch über Freiheitsrechte. Es scheint, wir hätten aufgegeben, etwas zu verändern.«
Zur Pressefreiheit in China sei, so Oertel, nur wenig zu sagen – schlicht, »weil es sie nicht gibt«. Dramatisch sei die Lage auch in Hongkong, wo zahlreiche Journalisten und Menschenrechtsaktivisten verhaftet und weggesperrt worden seien. Über Chinas langfristige Strategie, die Weltmacht Nummer eins zu werden, meint sie: Niemand habe zu diesem Ziel so viel beigetragen wie US-Präsident Donald Trump. Je verhasster die USA in der Welt würden, desto populärer erschiene China.
Janka Oertel, Jahrgang 1983, ist in Kiel geboren und hat Politikwissenschaft und Sinologie studiert. Sie hat für die Stiftung Wissenschaft und Politik, die Körber-Stiftung und den Marshall Fund gearbeitet, war Direktorin des Asienprogramms beim European Council on Foreign Relations und ist heute dort »Distinguished Senior Policy Fellow«. Sie hat zahlreiche Studien zum Verhältnis China – EU veröffentlicht.
Im Podcast »Das Politikteil« sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören.
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Während sich die Ukraine mit immer brutaleren russischen Drohnenangriffen konfrontiert sieht, droht sich der Konflikt gezielt auf Deutschland auszuweiten. Der Chef des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, sprach in dieser Woche nicht nur von einem »Schattenkrieg«, den Russland gegen Deutschland führe, sondern warnte auch davor, der »eisige Friede« könne jederzeit in »heiße Konfrontation« umschlagen. Kann die Situation wirklich in einen gewaltsamen Konflikt münden – mit militärischen Angriffen auf Deutschland?
In der neuen Folge von Das Politikteil sprechen Ileana Grabitz und Peter Dausend mit zwei Gästen über die sich weiter zuspitzende Lage in der Ukraine sowie über die Warnungen des Geheimdienstchefs: mit Olivia Kortas, der Ukraine-Korrespondentin der ZEIT, sowie mit Jörg Lau, dem außenpolitischen Korrespondenten der ZEIT.
Lau sieht in der Zunahme der hybriden Attacken Russlands gegen Deutschland den Versuch einer Einschüchterung. Das Ziel sei, dass die Bundesregierung ihre militärische wie finanzielle Unterstützung für die Ukraine einstellt. Seine Prognose: »Das wird nicht passieren.« Er fordert zudem den Kanzler wie den Außenminister dazu auf, eine härtere Sprache gegenüber Wladimir Putin zu benutzen. Und Lau verweist darauf, dass die Bundeswehr enorm von der Zusammenarbeit mit den ukrainischen Drohnenbauern profitiere: »Wir brauchen den Technologietransfer, um auf Stand zu sein.«
Olivia Kortas berichtet, wie sehr die massiven russischen Angriffe auf die Infrastruktur des Landes die Ukrainer zermürben: »Die Menschen in Kyjiw sind heute erschöpfter, als sie es gestern waren, und sie werden morgen erschöpfter sein als heute.« Mit Entsetzen, so Kortas, verfolgten die Ukrainer den Aufstieg der russlandfreundlichen AfD in Deutschland. Sie analysiert außerdem, was ein Wegfall der deutschen Unterstützung bedeuten würde: »Das würde den Krieg verlängern, blutiger machen und die Ukraine in ihrer Unabhängigkeit noch stärker gefährden. Aber der Krieg würde nicht enden.«
Olivia Kortas studierte Psychologie und Kommunikationswissenschaften in München sowie Internationalen Journalismus in Aarhus und Utrecht. Seit 2022 ist sie die Ukraine-Korrespondentin der ZEIT.
Jörg Lau ist seit 1997 bei der ZEIT, seit 2007 ist er Redakteur für Außenpolitik. Er hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt: Der Westen sind jetzt wir. Von unzuverlässigen Freunden und entschlossenen Gegnern: Deutschlands neue Verantwortung.
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Am 3. November wählen die USA, und kurz vor diesen Midterms sieht es finster aus für Präsident Donald Trump und seine Republikaner.
In Das Politikteil sprechen wir diese Woche mit Yascha Mounk, Politologe an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, Senior Fellow am Council on Foreign Relations, Autor und Podcaster.
Mounk erklärt, warum der Stimmungstest zur Abrechnung mit dem Präsidenten werden könnte und er selbst heute optimistischer ist als noch vor 15 Monaten. Mounk sagt: Es dreht sich nicht mehr alles um Donald Trump. Und er erklärt, warum Homer Simpson anders als vor 10 Jahren heute Trump und nicht die Demokraten wählen würde.
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Elif Eralp sagte am Wahlabend: »In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen.« Doch nur wenige Tage später ist von der Euphorie kaum noch etwas zu spüren. Auf den Jubel folgen heftige Debatten über Antisemitismus, Enteignungspläne und mögliche Koalitionen.
Ileana Grabitz und Peter Dausend sprechen in der neuen Folge von Das Politikteil mit dem Politikwissenschaftler und Publizisten Albrecht von Lucke über die Gründe für den überraschenden Höhenflug der Berliner Linken. Welche Rolle spielte Elif Eralp für den Wahlerfolg? Warum fühlen sich gerade junge Menschen, Frauen und bisherige Nichtwähler von der Partei angesprochen? Was sind die Gründe für den Hass, der der Partei dieser Tage auch entgegenschlägt? Und weshalb sind die Ränder im Parteiengefüge derzeit so stark, während die Mitte zerbröselt?
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Drei Chefs der größten KI-Unternehmen der Welt fordern, bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz auf die Bremse zu treten, die Warnungen vor den Risiken werden immer lauter: »Die Menschen, die KI entwickeln, sind ernsthaft der Überzeugung, dass sie uns alle bis zum Ende des Jahrzehnts töten können«, schrieb Jacob Coxon, ein ehemaliger Mitarbeiter von Anthropic, bei X. Und das sei kein Marketing-Gag. Keine andere menschliche Tätigkeit berge eine vergleichbare Gefahr.
Wie groß ist die Gefahr wirklich, dass KI die Menschheit auslöscht? Ist es überhaupt ein realistisches Szenario, dass Konzerne, deren Geschäftsmodelle auf künstlicher Intelligenz beruhen, die Entwicklung der Zukunftstechnologie verlangsamen könnten? Und was hat all das mit China zu tun? Darüber sprechen wir in dieser Woche in »Das Politikteil«, dem politischen Podcast der ZEIT.
Zu Gast ist Nicolas Killian, KI-Korrespondent der ZEIT im Silicon Valley. Killian verfolgt die KI-Szene aus nächster Nähe und berichtet darüber, wie sich in San Francisco und im Silicon Valley immer mehr Menschen zu Doomern entwickeln, die sich auf das Schlimmste vorbereiten. Die gegenwärtige Debatte empfindet er in Teilen als Panikmache: »Niemand kann eine Prozentzahl angeben, dass die Welt untergeht.« Eine Regulierung hält er dennoch für entscheidend: »Die Firmen müssen zur Verantwortung gezogen werden, für das, was ihre KI-Agenten tun.«
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Ein Gedankenexperiment: Was würde geschehen, wenn die AfD auch im Bund auf über 30 oder sogar 40 Prozent käme, wie am Wochenende in Sachsen-Anhalt? Dieses Szenario hat der Politikjournalist und langjährige AfD-Beobachter Justus Bender in seinem neuen Buch durchgespielt. Es heißt Deutschland 2033. Ein Szenario.
Darüber sprechen wir in Das Politikteil, dem politischen Podcast der ZEIT: Wie würde sich die Union verhalten? Ließe sich die AfD in einer Koalition einbinden und mäßigen? Und wie viel Macht hat auch eine Minderheitsregierung, das Land umzugestalten?
Justus Bender ist stellvertretender Leiter des Politikressorts der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er sagt: »Die AfD lässt sich nicht so leicht entzaubern.«
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Am 4. September regiert Giorgia Meloni Italien seit 1.413 Tagen. So lange wie kein Regierungschef vor ihr seit Gründung der Republik. Wie hat sie das geschafft? Waren die Ängste vor einer regierenden Postfaschistin berechtigt oder übertrieben? Welche Versprechen hat sie eingelöst, welche gebrochen? Und wie hat sie die Politik in Italien und darüber hinaus verändert?
Darüber sprechen wir in Das Politikteil mit Ulrich Ladurner, Korrespondent der ZEIT in Rom und lange Jahre Europa-Korrespondent der ZEIT in Brüssel. Ladurner sagt: Meloni hat als Erste gezeigt, dass man von rechts außen kommen und erfolgreich regieren kann.
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Wie schon im vergangenen Sommer vergeht auch in diesen Wochen kaum ein Tag, an dem die Regierung medial nicht abgestraft wird: Der lange Urlaub des Kanzlers, die Reformen, die Stimmung in der Koalition – vieles wird kritisiert, in hoher Taktzahl, immer lauter, wie es scheint, und das von allen Seiten.
In der neuen Folge von »Das Politikteil“ sprechen wir mit dem Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen über die Rolle der Medien in der von multiplen Krisen gezeichneten Welt. Welche Verantwortung haben wir, die Medien, für die Stimmung im Land, für die Entfremdung vieler Menschen von den etablierten Parteien? Und was könnten die Medien tun, um der kontinuierlichen Empörung entgegen zu wirken? Pörksen spricht von einer Phase »greller Überbelichtung«, in die die Gesellschaft eingetreten sei. »Früher Glühbirne, heute Neonlicht«, sagt der Medienwissenschaftler. »Wir sehen zu viel, zu schnell, in dieser Totalausleuchtung kann niemand genügen.« Der seriöse Journalismus wird transparent und dialogisch sein oder er wird nicht sein, prophezeit er. »Eigene Nachdenklichkeit und Berührbarkeit zu zeigen, scheint mir das Gebot der Stunde.«
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Schaut man in diesen Tagen auf die SPD, sieht man das Elend. Unmittelbar vor der so wichtigen Wahl in Sachsen-Anhalt hat sich ihr Dauertief zur Existenzkrise ausgeweitet. An der Basis wachsen Frust und Wut. Schon ist die Rede von einem Sonderparteitag, an dem die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas gestürzt werden sollen. Doch die Probleme der SPD gehen weit über das Personal an der Spitze hinaus.
In der neuen Ausgabe von »Das Politikteil« spricht Peter Dausend mit der Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und dem ZEIT-Korrespondenten Robert Pausch über die Lage der deutschen Sozialdemokratie. Reuschenbach beschreibt, wie sich die SPD über ihre vielen Regierungsjahre hinweg immer stärker im kleinteiligen Policy-Management verlor und dabei mehrfach Chancen verpasste, ihre Situation zu verbessern. Pausch beklagt den fehlenden Mut der Genossen, den Wählern mit einem klaren sozialdemokratischen Blick auf die Welt entgegenzutreten. Und er wundert sich darüber, wie die SPD glauben konnte, sich mit einem Reformpaket profilieren zu können, das für ihre Anhänger finanzielle Verluste bedeutet.
Doch die beiden sind sich einig, dass es für Nachrufe auf die SPD viel zu früh sei. Die sozialdemokratischen Themen lägen – man bräuchte nur auf die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Arbeitswelt zu schauen – geradezu auf der Straße. Die SPD müsse nur den Mut haben, sie gegen Widerstände durchzufechten.
Die Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach forscht und lehrt primär zu Parteien und Wahlen. Sie war bis Dezember letzten Jahres am Otto-Suhr-Institut an der FU Berlin tätig, dann ist sie in den Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg gewechselt. Seit März dieses Jahres ist sie zudem Fellow der Denkfabrik Progressives Zentrum.
Robert Pausch arbeitet seit knapp zehn Jahren für DIE ZEIT, die SPD gehört zu seinen Themenschwerpunkten. Für seine Enthüllungen über das von der FDP bewusst herbeigeführte Ende der Ampelkoalition wurde er vom »medium magazin« als Politikjournalist des Jahres 2025 ausgezeichnet. Pausch hat bei Franz Walter, einem ausgewiesenen SPD-Spezialisten, in Göttingen Politikwissenschaften studiert.
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So nah war die Bundesrepublik Deutschland dem Ernstfall wohl noch nie: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte wurde ein deutscher Flughafen mit einer Sprengstoffdrohne attackiert – dass sie nicht explodierte, war vermutlich reiner Zufall. Während die Bundesregierung von einem »hybriden Anschlagsszenario« spricht, sehen Oppositionspolitiker in dem Vorfall einen »militärischen Angriff« und fordern ein entschiedeneres Handeln. Wer steckt hinter der Attacke – und ist sie womöglich der Auftakt einer Eskalationsspirale, die dazu führen könnte, das Russland bald schon die Einigkeit der Nato testen könnte, indem es ein Mitgliedsland angreift?
In der neuen Ausgabe von »Das Politikteil« sprechen Heinrich Wefing und Peter Dausend mit Anne Hähnig und Jörg Lau über den Drohnenangriff von Leipzig und seine Folgen. Anne Hähnig erklärt, inwiefern die Attacke weitaus dramatischer verlief als zunächst beschrieben und berichtet über ihre Recherchen zu dem Vorfall.
Jörg Lau analysiert, welche Konsequenzen es mit Blick auf Nato-Mechanismen hätte, wenn der Vorfall als »militärischer Angriff« eingestuft würde. Und er stellt dar, warum es für Putin Sinn machen könnte, trotz des ausbleibenden Erfolgs im Ukraine-Krieg eine zweite militärische Auseinandersetzung zu suchen. Die beiden diskutieren zudem, welche Maßnahmen es braucht, um die sogenannte »sensible Infrastruktur« im Land besser als bisher gegen Drohnenangriffe zu schützen.
Anne Hähnig arbeitet seit 2012 für DIE ZEIT. Sie war verantwortlich für das Ressort ZEIT im Osten und arbeitete als Redaktionsleiterin von zeit.de. Seit 2025 leitet sie gemeinsam mit Heinrich Wefing und Marcus Gatzke das Politik-Ressort.
Jörg Lau ist seit 1997 bei der ZEIT, zunächst war er im Feuilleton tätig, seit 2007 ist er Redakteur für Außenpolitik. Lau hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt: »Der Westen sind jetzt wir. Von unzuverlässigen Freunden und entschlossenen Gegnern: Deutschlands neue Verantwortung«.
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