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Happily True 16: The Crime of Loving

Wir befinden uns in Caroline County, Virginia. Es ist der 11. Juli 1958, kurz vor zwei Uhr nachts. Richard und Mildred Loving liegen in ihrem Bett, seit fünf Wochen sind die beiden verheiratet. Sie leben in dem kleinen Ort, in dem beide aufgewachsen sind, in dem sie sich seit Kindheitstagen kennen. Draußen ist es still, nur das Zirpen der Grillen ist zu hören. Dann hört man Schritte auf der Veranda, Männer sprechen, und dann plötzlich Licht. Grelles, hartes Licht leuchtet direkt in die Gesichter von Mildred und Richard. Sheriff Brooks steht mit zwei seiner Männer in ihrem Schlafzimmer, sie haben Taschenlampen in den Händen und einen Haftbefehl in der Tasche. Er schaut auf das Paar im Bett und stellt eine Frage, die Mildred Loving nie vergessen wird: „Was machen Sie da im Bett mit diesem Mann?” Mildred blinzelt in das Licht. Sie ist neunzehn Jahre alt, schwanger, und liegt neben ihrem Ehemann. Über ihrem Bett hängt ein gerahmtes Dokument an der Wand. Ihre Heiratsurkunde. „Ich bin seine Frau”, sagt sie ruhig. Richard zeigt stumm auf die Urkunde an der Wand. Der Sheriff schaut kurz hin und sagt dann nur: „Die gilt hier nicht.” Wenige Stunden später sitzen beide im Gefängnis. Richard bald gegen Kaution frei. Mildred bleibt. In einer kleinen, schmutzigen Zelle, während in ihrem Bauch ihr Kind heranwächst. Ihr einziges Verbrechen: Sie hat ihren Mann geheiratet. Aus Liebe.
Das ist die Geschichte von Richard und Mildred Loving. Eine Geschichte, die ganz Amerika für immer verändern wird.

Über Happily True: Wir nehmen Euch mit auf eine Reise in die außergewöhnlichsten Kapitel des echten Lebens. Wahre Geschichten voller Mut, Hoffnung und unglaublicher Wendungen. Menschen, die vom Schicksal herausgefordert werden und dennoch nicht aufgeben. Ein Mann stürzt aus einen Flugzeug und überlebt wie durch ein Wunder. Ein kleines Mädchen verliert seine Eltern und wächst unter Affen auf. Happily True erzählt Biografien, die uns Staunen lassen, Momente, die ans Herz gehen und zeigen, wie stark Menschen sein können. Ein Podcast, der inspiriert, berührt und am Ende beweist: Im echten Leben gibt es manchmal die schönsten Happy Ends. Ein Podcast, den Eltern endlich auch mit ihren Kindern hören können!

Instagram: @sistersincrime.podcast @julegoelsdorf @karolin_kandler

Autoren: Jule Gölsdorf Karolin Kandler

Quellen: https://supreme.justia.com/cases/federal/us/388/1/ https://www.loc.gov/item/usrep388001/ https://lva.omeka.net/items/show/54 https://www.oyez.org/cases/1966/395 https://encyclopediavirginia.org/entries/loving-v-virginia-1967/ https://www.archives.gov/education/lessons/loving-v-virginia https://constitutioncenter.org/the-constitution/supreme-court-case-library/loving-v-virginia https://www.britannica.com/event/Loving-v-Virginia https://en.wikipedia.org/wiki/Loving_v._Virginia „Loving for All” — Mildreds eigene Erklärung zum 40. Jahrestag (2007) https://www.freedomtomarry.org/resources/entry/mildred-lovings-statement https://www.npr.org/2007/06/11/10889047/loving-decision-40-years-of-legal-interracial-unions „The Loving Story” — HBO-Dokumentation (2011), Nancy Buirski

Speaker 0: Wir befinden uns in Caroline County, Virginia.

Speaker 0: Es ist der Elfte Juli, und es ist kurz vor zwei Uhr nachts.

Speaker 0: Richard & Mildred Loving liegen in ihrem Bett.

Speaker 0: Seit fünf Wochen sind die beiden verheiratet.

Speaker 0: Sie leben in dem kleinen Ort, wo beide aufgewachsen sind – indem sie sich seit Kindheitstagen kennen.

Speaker 0: Draußen ist es still, nur das Zirpen des Grillen zu hören.

Speaker 0: Dann hört man Schritte auf der Veranda!

Speaker 0: Männer sprechen und dann plötzlich Licht.

Speaker 0: Grelles hartes Licht leuchtet direkt in die Gesichter von Mildredd und Richard.

Speaker 0: Sheriff Brooks steht mit zwei seiner Männern im Schlafzimmer, sie haben Taschenlampen in den Händen und ein Haftbefehl in der Tasche.

Speaker 0: Er schaut auf das Paar im Bett und stellt eine Frage, die Mildrid nie vergessen wird.

Speaker 0: Was machen Sie da im Bett mit diesem Mann?

Speaker 0: Mildread blindselt in das Licht – sie ist neunzehn Jahre alt, schwanger und liegt neben ihrem Ehemann!

Speaker 0: Über ihrem Bett hängt ein gerahmtes Dokument an der Wand.

Speaker 0: Ihre Heiratsurkunde.

Speaker 0: Ich bin seine Frau, sagt sie ruhig.

Speaker 0: Richard zeigt dumm auf die Urkunde an der Wand.

Speaker 0: Der Sheriff schaut kurz hin und sagt dann nur Die gilt hier nicht.

Speaker 0: Wenige Stunden später sitzen beide im Gefängnis.

Speaker 0: Richard ist bald gegen Kaution frei.

Speaker 0: Mildred bleibt in einer kleinen schmutzigen Zelle während in ihrem Bauch ihr Kind daran wächst.

Speaker 0: Ihr einziges Verbrechen?

Speaker 0: Sie hat ihren Mann geheiratet, aus Liebe.

Speaker 0: Das ist die Geschichte von Richard und Mildred Lovinge – eine Geschichte, die ganz Amerika für immer verändern wird!

Speaker 0: Und

Speaker 1: er ist Deutscher und wurde in China zum

Speaker 2: Superstar,

Speaker 1: weil er auf Mandarin rappt.

Speaker 1: Diese Geschichten klingen so verrückt

Speaker 0: – doch sind sie wahr!

Speaker 0: In unserem neuen Podcast gibt es Stories für die ganze Familie Mit Spannung, Herz

Speaker 1: & Happy End

Speaker 0: Ein True Story-Podcast mit Jule Gösthoff und Karolin Kantler.

Speaker 1: Jule,

Speaker 0: bevor wir starten habe ich eine Frage an dich.

Speaker 0: Hattest du schon mal Heimweh?

Speaker 0: Wir haben neulich ja mal kurz drüber gesprochen beziehungsweise da hab' ich ja erzählt wann ich als Kind mal Heimbweh hatte aber ich weiß gar nicht mehr wie das bei dir war.

Speaker 1: Ja so ein bisschen Heimwehr hatte ich schon auch.

Speaker 1: also ich war ja vor allem immer oder bin es auch noch sehr eng mit meiner Mama und wenn ich dann früher mal in den Ferien war dann fand ich das zwar immer ganz toll aber ich hatte schon auch mal so ein bißchen Heimwee Und ich war ja auch mal ein Dreivierteljahr in London.

Speaker 1: Da habe ich aber schon gearbeitet und da habe ich es aber auch ein bisschen gemerkt, ich merke das auch generell dass ich immer eigentlich ganz froh bin wenn ich dann wieder nach Hause komme.

Speaker 1: also ich bin total gerne auf Reisen aber ich bin schon auch Heimat verbunden.

Speaker 0: Ja ich kenne das auch.

Speaker 0: Ich hab's damit erzählt.

Speaker 0: ich glaub letzte oder vorletzte Woche weiß gar nicht dass das so auf diesem Reiterhof bei mir anfing.

Speaker 0: Und seitdem habe ich das auch immer mal wieder gehabt, dieses schwermütige Gefühl, wenn man irgendwie wegfährt von zu Hause und dann nicht da ist – ja, ich kenne das schon auch!

Speaker 0: In dieser Folge geht es auch um Heimweh, nicht nur aber auch um eine Kraft die dahinterstehen kann oder eine Energie vielleicht auch, die dahin stehen kann mit einigen Menschen.

Speaker 0: Es geht um Liebe.

Speaker 0: Ich glaube wir haben heute zum ersten Mal eine Liebesgeschichte?

Speaker 0: Oder hat mir das schon mal...

Speaker 1: Stimmt, ist es das erste Mal?

Speaker 1: Doch.

Speaker 1: Aber wirklich ne?

Speaker 1: Aber irgendwie überrascht es mich so ein bisschen weil wir erzählen ja eigentlich immer von Menschen und Liebe gehört jetzt zum Menschen einfach dazu.

Speaker 0: Haben wir bislang wiedersehen!

Speaker 1: Ja, so eine richtige Liebesgeschichte war da wirklich noch nicht bei.

Speaker 0: Nee, das glaube ich auch.

Speaker 0: aber ich finde dass sollten wir schnellstmöglich ändern und darum erzähle ich dir heute eine Geschichte von zwei Menschen die sich lieben und die heiraten wollen.

Speaker 0: Das einzige, was Ihnen im Weg steht ist das Gesetz.

Speaker 1: Das klingt auf jeden Fall nach einem guten Film oder wäre es vielleicht geworden?

Speaker 0: Ja, das ist lustig, dass du sagst, wenn die Geschichte es am Ende wirklich verfilmt worden!

Speaker 0: Ach

Speaker 1: echt?!

Speaker 1: Ah okay jetzt bin ich gespannt.

Speaker 1: Okay

Speaker 0: dann würde ich sagen legen wir mal los.

Speaker 0: Richard Perry Loving wird am neunundzwanzigsten Oktober nineteenhundertdreißig in Central Point geboren, einem kleinen Ort in Caroline County Virginia.

Speaker 0: Er ist weiß und arbeitet als Maurer.

Speaker 0: Mildred Jeter wird am Zweiundzwanzigsten Juli neunzehntneununddreißig ebenfalls in Central Point geboren, sie hat afroamerikanische und indigene Wurzeln der Stamms der Rapper Hanok.

Speaker 0: Richard wohnt nur etwa fünf Kilometer von der Familie Jeter entfernt.

Speaker 0: er kommt oft vorbei um Mildrids Brüder Musik machen zu hören Und Central Point selbst wird als Gemeinde beschrieben, in der schwarze und weiße Nachbarn zusammenarbeiten und sich gesellschaftlich austauschen.

Speaker 0: Auch wenn sie nicht dieselben Schulen besuchen!

Speaker 0: In dieser Gegend – die im Vergleich zu anderen Orten Virginia's als außergewöhnlich tolerant gilt – verlieben sich Richard & Mildred.

Speaker 0: Mildrid hat bereits einen Sohn von einem anderen Mann.

Speaker 0: Sydney heißt er Junge.

Speaker 0: Für Richard ist das aber kein Problem.

Speaker 0: Er liebt Sydney wie sein eigenen Sohn und zieht ihn gemeinsam mit Mildred Groß.

Speaker 1: Das ist doch zumindest schon mal eine Green Flag, und das dann zur damaligen Zeit – da waren ja viele einfach auch noch sehr viel konservativer?

Speaker 1: Also ich muss sagen stand jetzt bin nicht erstmal ein Richard-Fan!

Speaker 1: Ja

Speaker 0: geht mir auf jeden Fall aus.

Speaker 0: Ich finde es klingt absolut sympathisch.

Speaker 0: Und diese kleine Familie die ist so glücklich dass Richard beschließt Mildrid einen Antrag zu machen.

Speaker 0: denn Mildred ist wieder schwanger.

Speaker 1: Ah okay, aber dann ist er ja doch ein bisschen traditionell!

Speaker 0: Das Problem an einer Ehe ist allerdings dass die beiden nicht dieselbe Hautfarbe haben.

Speaker 0: Mildrid weiß zu diesem Zeitpunkt nicht das eh inzwischen verschiedenen Hautfarben in Virginia ein Verbrechen sind.

Speaker 0: Richard weist es, aber auch er weiß nicht, dass es ebenfalls illegal ist den Bundesstaat zu verlassen um woanders zu heiraten und dann wieder zurückzukehren.

Speaker 0: also auch das ist verboten.

Speaker 0: Zu dieser Zeit verbieten vierundzwanzig US-Bundesstaaten in der kulturelle Ehen.

Speaker 0: Um zu verstehen, gegen welches Gesetz Richard und Mildred verstoßen, erklär ich dir erst mal ganz kurz was eigentlich dahinter steckt.

Speaker 0: der jahrzehntelang als Standesbeamter in Virginia arbeitet und fanatisch daran glaubt, dass sowie erst nennt Rassen nicht gemischt werden dürfen.

Speaker 0: Er ist mit Begründer eine Organisation die weiße Vorherrschaft propagiert.

Speaker 0: Jan Plecker nutzt seine Stelle um systematische Menschen, die nicht als Weiß gelten aus den offiziellen Geburts- und Heiratsregistern zu streichen.

Speaker 0: Besonders hart trifft das indigene Gemeinschaften in Virginia, darunter die Rapper Hanox zu der Mildreds-Familie eben auch gehört.

Speaker 0: Wer in seinen Augen wie er es nennt gemischt ist bekommt schlichtweg keine Geburtsurkunde und somit soll die Volksgruppe dann offiziell aufhören zu existieren.

Speaker 0: Historiker nennen das Ganze heute Paper Genocide also Völkermord auf dem Papier Und es trifft Mildred gleich doppelt, denn sie ist ja schwarz und auch vom Stamm der Rapper Hanok.

Speaker 0: Der Historiker Edward Ayers beschreibt später in der Dokumentation The Loving Story, was Weißsein damals in Virginia tatsächlich bedeutet.

Speaker 0: Er sagt Zitat, weiß zu sein bedeutet sehr viel mehr als nur Hautfarbe.

Speaker 0: Weiß zu sein bedeutete erbe der Griechen und Römer zu sein, erbe von Thomas Jefferson und James Madison und George Washington.

Speaker 0: Weiss zu sein bedeutete zu den Menschen zu gehören die so schien es nach Gottes Willen das Sagen

Speaker 0: hatten."

Speaker 0: Nicht nur in Virginia, nicht nur in Amerika sondern auf der ganzen Welt.

Speaker 0: Ja aber Virginia und die rechtliche Lage dort wird noch eine Rolle spielen in dieser Geschichte – eine viel größere als irgendjemand zu diesem Zeitpunktart!

Speaker 0: Am zweiten Juni-Ninzehnhundertundfünfzig fahren Richard & Mildred nach Washington DC wo Ehen zwischen Menschen mit verschiedenen Hautfarben legal sind und dort heiraten sie.

Speaker 0: Danach fahren Sie wieder zurück nach Central Point in ihr Zuhause.

Speaker 1: Ach, das ist interessant.

Speaker 1: Also das heißt die Hochzeit an sich war eigentlich legal allerdings die Rückkehr nach Hause dann nicht mehr?

Speaker 0: Ganz genau!

Speaker 0: Das ist verboten, das wissen sie allerdings nicht so genau aber du kannst jetzt erstmal noch ein Foto anschauen bevor wir weiter über die beiden sprechen dass hier sind Mildred und Richard.

Speaker 1: Achten es ist so ein süßes Foto.

Speaker 1: also die tun mir schon jetzt leid weil man finde ich so sieht wie innig die sind auf dem Bild Denn er hat sie so im Arm, also hat so den Arm über ihre Schulter gelegt und hat sie richtig an sich gezogen.

Speaker 1: Und schmiegt sie so an sich ran... ...und sie hat so richtig so ein strahlendes verliebtes Lächeln fast so bisschen.

Speaker 1: Es wäre sie gerade so mit den Gedanken irgendwie... ganz in dieser Liebe.

Speaker 1: Sie guckt so fast ein bisschen entrückt, so richtig süß und sie hat dunkle Haare.

Speaker 1: man kann nicht genau sehen.

Speaker 1: ich glaube die sind nicht so sonderlich lang oder sie hatten Zopf.

Speaker 1: das erkennt man hier nicht so gut aber es sieht fast so aus als hätte sie ihre Haare bis zu den Ohren oder so ein bisschen länger.

Speaker 1: vielleicht ist relativ ungeschminkt hat aber so einen ganz wie gesagt ganz schönes strahlendes Lächeln Und er hat die Haare rasiert und trägt ein weißes Hemd oder T-Shirt.

Speaker 1: Und guckt auch irgendwie total süß auf dem Bild, also die wirken so richtig wie man sich so ein harmonisches gerade verheiratetes Paar vorstellt.

Speaker 0: Fünf Wochen nach der Hochzeit in der Nacht zum elften Juli.

Speaker 0: Es ist kurz vor zwei Uhr morgens.

Speaker 0: Mit Taschenlampen leuchten sie dem schlafenden Paar ins Gesicht.

Speaker 0: Ja und weil die Hochzeitsurkunde der beiden ja hier nicht gilt, werden Richard und Mildred mitten in der Nacht abgeführt wie Schwerverbrecher und ins Gefängnis gesteckt.

Speaker 1: Und das nur?

Speaker 1: Weil zwei Menschen, die sich lieben geheiratet haben – es ist so ungerecht!

Speaker 0: Ja absolut.

Speaker 0: Die Polizisten werfen den beiden jetzt vor, die Lovings hätten in Bundesstadt verlassen um zu heiraten mit der Absicht danach zurückzukehren.

Speaker 0: Und das haben sie ja eigentlich auch getan!

Speaker 0: Das ändert an der Tatsache nichts.

Speaker 0: es ist einfach total ungerechtes ne?

Speaker 0: Dass das illegal ist.

Speaker 1: Ja total.

Speaker 0: Richard bleibt bis zum vierzehn Juli im Gefängnis.

Speaker 0: Mildred wird erst zehn Tage später gegen Kaution freigelassen und dass auch nur unter der Bedingung, dass das Paar in Virginia nicht zusammenlebt so lange das Verfahren läuft Im Oktober, da erhebt eine Grand-Jury Formel Anklage.

Speaker 0: Das Strafmaß, das ihn zu diesem Zeitpunkt droht, liegt zwischen einem und fünf Jahren Gefängnis.

Speaker 0: Später erscheint über die Geschichte zwischen Mildredt & Richard ein Spielfilm mit dem Titel Loving der Regisseur Jeff Nichols, der für seine Recherche selbst Zeit in Caroline County verbracht hat.

Speaker 0: Der sagt später über die Hochzeit Es sei ihm wichtig gewesen, die Heirat von Richard und Mildred nicht als einen Akt der Auflehnung oder ein Symbol einer Bewegung darzustellen.

Speaker 0: Es war schlicht ein Akt der

Speaker 0: Liebe.".

Speaker 0: Ja vom Richter am Caroline County Circuit Court plädieren Richard und Milrid zunächst auf Nicht-Schuldig.

Speaker 0: nach Anhörung der Argumente ändern sie ihr Plädoyer aber auf Schuldig.

Speaker 0: Ja, das hat eigentlich einen ganz pragmatischen Grund.

Speaker 0: Ihr Anwalt redet Ihnen nämlich dazu also ein Schuldeingeständnis.

Speaker 0: Das macht das Verfahren schneller.

Speaker 0: Der Richter könnte die Strafe dann zur Bewährung aussetzen was er bei einem Schuldeingeständnisses eher macht als wenn es zu einem langen Prozess kommt und die beiden dann erst schuldig gesprochen werden.

Speaker 0: Das Problem allerdings ist Ein Schuldgeständnis macht spätere Berufungen schwieriger weil man die Tat ja irgendwann mal zugegeben hat.

Speaker 0: Der Richter verurteilt beide also zu einem Jahr Gefängnis, setzt die Strafe aber tatsächlich zur Bewährung aus unter einer Bedingung.

Speaker 0: Die Lovings müssen Virginia verlassen und dürfen für fünfundzwanzig Jahre nicht gemeinsam zurückkehren.

Speaker 0: Richard und Mildred bleibt also nichts weiter übrig als ihre Heimat zu verlassen.

Speaker 0: Schweren Herzens packen sie ihre Koffer und ziehen nach Washington DC.

Speaker 0: Dort leben sie fünf Jahre lang bei einer Cousine von Mildrid Und dort kommt auch ihr erster gemeinsamer Sohn Donald zur Welt.

Speaker 0: Zwei Jahre später bekommen die beiden dann noch eine Tochter und die nennen sie Peggy, aber obwohl Mildred ihren Richard über alles liebt und sie mittlerweile drei Kinder haben hat vor allem Mildread mit dem Urteil und dem Umzug zu kämpfen – das Heimweh lässt sie nicht los!

Speaker 0: Ja denn die drei Kinder wachsen in Washington DC auf in einer Stadt, die nicht ihre Heimat ist Jan, was Heimweh in einem Menschen auslösen kann?

Speaker 0: Woher dieses Gefühl eigentlich kommt und ob man es auch in Kraft- und Energie umwandeln kann.

Speaker 0: Das hat uns unser Psychologer Christian Lütte erklärt.

Speaker 2: Heimwe wird oft unterschätzt und romantisiert.

Speaker 2: Psychologisch betrachtet ist Heimweg ein hochkomplexes Bindungsphänomen.

Speaker 2: Es beschreibt nicht einfach die Sehnsucht nach einem Ort sondern die Sehn sucht nach emotionaler Sicherheit Vertrautheit und Identität.

Speaker 2: Unser Zuhause ist neurologisch eng mit Sicherheit verknüpft.

Speaker 2: Bekannte Gerüche, vertraute Geräusche, Vertraute soziale Kontakte – all das reguliert unser Nervensystem!

Speaker 2: Wird ein Mensch davon abrupt getrennt entsteht eine Art emotionales Alarmgefühl.

Speaker 2: Interessant ist, haben wir betrifft häufig weniger den Ort selbst als die Version unserer Selbst, die wir an diesem Ort waren?

Speaker 2: Mildred wollte nicht nur geografisch zurück nach Hause sie wollte zurück in einen Zustand von Zugehörigkeit und Würde.

Speaker 2: Spannend wird es dann, wenn aus Sehnsuchthandlung entsteht.

Speaker 2: In der Motivationspsychologie sehen wir oft das Langanhalt einer emotionaler Schmerz irgendwann eine Schwelle überschreitet.

Speaker 2: Menschen gehen vom Ertragen ins aktive Verändern.

Speaker 2: Genau das sehen wir hier!

Speaker 2: Das Heimweh wurde von passiven Leidensgefühl zur psychischen Energiequelle und manchmal entsteht aus genau dieser Sehmsucht der Mut Dinge zu verändern die größer sind als das eigene Schicksal.

Speaker 0: In Mildred setzt das Gefühl auf jeden Fall energiefrei, sie kann sich mit der Situation nämlich nicht abfinden.

Speaker 0: Sie fährt immer wieder heimlich zurück nach Virginia – mit den Kindern um ihre Familie zu besuchen.

Speaker 0: Richard erfolgt ihr Abends wenn es dunkel ist.

Speaker 0: Einmal werden sie dabei erwischt und wieder festgenommen, kommen aber diesmal ohne Konsequenzen davon!

Speaker 0: Er hat nur ein paar Prellungen und Schrammen, aber das ist der Zeitpunkt an dem Mildred genug hat.

Speaker 0: Sie will nicht, dass ihre Kinder mitten in der Stadt aufwachsen müssen – sie will zurück aufs Land!

Speaker 0: Und so liebt die Familie von nun an heimlich teilweise in King and Queen County einem kleinen ländlichen Landkreis in Virginia etwa sechzig Kilometer östlich von Caroline County wo die beiden aufgewachsen sind.

Speaker 0: Immerhin ist es keine Großstadt mehr, aber auch nicht wirklich ihr Zuhause.

Speaker 0: Was diese Umstände mit einer Familie machen, also im Exierleben ausgegrenzt zu sein und wie man Kinder vor den Folgen schützen kann wenn die Eltern selbst unter extremem Druck stehen.

Speaker 0: Das hat Christian auch mal eingeschätzt.

Speaker 2: Wenn ein paar über Jahre hinweg massiven äußeren Belastungen ausgesetzt ist wie Verfolgung gesellschaftlicher Ausgrenzung juristische Bedrohung oder chronische Unsicherheit dann entscheidet nicht allein die Liebe über das Fortbestehen der Beziehung.

Speaker 2: entscheidend mehrere psychologische Schutzfaktoren.

Speaker 2: An erster Stelle steht eine sichere Bindung.

Speaker 2: Menschen, die in ihrer Partnerschaft erleben das der andere emotional verfügbar bleibt entwickeln eine Art gemeinsames Sicherheitsnetz gegen äußere Bedrohungen.

Speaker 2: In der Bindungspsychologie sprechen wir davon dass die Partnerschaft selbst zum sicheren Ort wird wenn die Außenwelt feindlich erscheint.

Speaker 2: Zweitens braucht es ein gemeinsames Narrativ.

Speaker 2: Paare die Krisen überstehen erleben ihr Leiden nicht als sinnloses individuelles Schicksal sondern als gemeinsames Wir gegen das Problem.

Speaker 2: Diese sogenannte dyadisches Coping, also gemeinsames Bewältigen von Stress ist einer der stärksten Prediktoren für Beziehungsstabilität.

Speaker 2: Hinzu kommt etwas sehr Wichtiges.

Speaker 2: Gemeinsame Werte – Mildred und Richard kämpften nicht nur für ihre Ehe sondern letztendlich für ihr Recht auf Existenz als Familie.

Speaker 2: Wenn Paare ein höheres, gemeinsames Ziel entwickeln kann dieses selbst extreme Belastungen emotional abwehrt.

Speaker 2: da!

Speaker 2: Man könnte psychologisch sagen, unter massiven Druck zerbrechen Beziehungen oft dort wo Partner gegeneinander kämpfen.

Speaker 2: Stark bleiben sie dort wo beide gemeinsam gegen die Krise

Speaker 2: kämpfen.".

Speaker 0: Anfang der Sechziger erleben die USA dann einen Umbruch.

Speaker 0: Martin Luther King hält seine berühmte I Have a Dream Rede beim Marsch auf Washington vor mehr als zweihundertfünfzigtausend Menschen.

Speaker 0: Es ist der Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung, die seit Jahren dafür kämpft, dass schwarze Menschen in den USA dieselben Rechte haben wie weiße.

Speaker 0: Offiziell ist die Rassentrennung damit beendet, aber nicht die Eheverbote.

Speaker 1: Okay das heißt also schwarze dürfen dann beispielsweise ab aus dem Jahr mit einem Hotel schlafen wie die weißen Menschen?

Speaker 1: Aber heiraten dürfen sie beiden nicht.

Speaker 0: Ja das ist ein bisschen merkwürdig und ein bisschen skurril, aber so ist es tatsächlich zumindest nicht in Virginia und in fünfzehn anderen US-Bundesstaaten.

Speaker 0: Also da ist es nach wie vor verboten Und das ist der Moment, in dem Mildred entscheidet, dass sie nicht länger wartet.

Speaker 0: So schreibt sie einen Brief und zwar an keinen geringeren als an den Justizminister der Vereinigten Staaten – an Robert F. Kennedy.

Speaker 1: Also den Bruder dann von John F.

Speaker 0: Und es klingt jetzt erstmal total unspektakulär, aber man muss sich das mal vorstellen.

Speaker 0: Also eine verurteilte Frau aus einem kleinen Ort in Virginia ohne Geld, ohne politische Verbindung oder Anwalt und sie schreibt an einen der mächtigsten Männer Amerikas und fragt ihn einfach gilt der neue Civil Rights Act eigentlich auch für uns?

Speaker 0: dürfen wir jetzt endlich nach Hause?

Speaker 0: Ja Kennedy's Büro leitet den Brief an die ACLU weiter Die American Civil Liberties Union.

Speaker 0: das ist eine Organisation, die sich für Bürgerrechte einsetzt.

Speaker 0: Und dort landet er auf dem Schreibtisch von Bernard Cohen.

Speaker 0: Cohen ist zu diesem Zeitpunkt erst wenige Jahre aus dem Jura-Studium raus – er ist in Alexandria Virginia als Anwalt tätig und wird von der ACLU gefragt ob er den Fall übernehmen will.

Speaker 0: Er ist noch nie zuvor in einem Bundesgericht aufgetreten aber er sagt ja!

Speaker 0: Kurz darauf holt er sich Philipp Hirschkopp dazu, ein Kollegen der ebenfalls gerade erst seinen Studium abgeschlossen hat.

Speaker 0: So jung dass er nicht mal eine Zulassung für den Supreme Court hat!

Speaker 0: Dafür muss man nämlich mindestens drei Jahre Berufserfahrung haben und ihm fehlt da noch ein Jahr.

Speaker 0: Und hier kannst du dir auch mal die beiden Anwälte anschauen.

Speaker 0: also Cohen ist der links, Hirschkop ist der rechts.

Speaker 1: Das ist interessant, weil ich finde so jungen sehen sie jetzt auch nicht aus.

Speaker 1: Also wir sehen schon Jünger aus aber nicht so dass die jetzt so totale Greenhorns irgendwie wären.

Speaker 1: eigentlich finde ich sind die da so klingt jetzt ein bisschen doof aber ganz klassisch im Anzug mit Krawatte wie man sich einen Durchschnittsklischeeanwalt eigentlich vorstellt.

Speaker 1: der Kohn auf der linken Seite hat so die Haare aus dem Gesicht gegelt unten relativ ganz normal sind Männerharschnitt kurz geschnitten, aber oben glaube ich ein bisschen länger hatte halt so zurückgegelt und der andere ja.

Speaker 1: doch da war eigentlich auch eine ähnliche Frisur.

Speaker 1: irgendwie sind sie sich so vom Typ ähnlich.

Speaker 1: Und sitzen da an einem Schreibtisch mit ganz vielen Mikrofonen vor sich weiß nicht geben Sie da gerade ne Pressekonferenz oder werden interviewt und sitzen halt vor so einer Bücherwand, das sind wahrscheinlich so Gesetzestexte da im Hintergrund.

Speaker 1: Also relativ klassisch.

Speaker 0: Aber irgendwie sehen die Menschen auf älteren Fotos eh immer viel älte aus finde ich.

Speaker 0: also wenn es zu Fotos von früher sind und man sagt dass sind dann wie Personen die Anfang dreißig sind oder Mitte zwanzig wirken die oft viel ältere als auf heutigen Fotos ist

Speaker 1: echt interessant.

Speaker 1: Also reifer offensichtlich schon in dem Alter.

Speaker 0: Also die beiden sind zwei junge Anwälte ohne Erfahrung, ohne Geld, ohne großen Namen.

Speaker 0: Beide arbeiten für die ACLU ehrenamtlich ohne Bezahlung und sie erkennen sofort was den Loving Star passiert ist eine große Ungerechtigkeit.

Speaker 1: Cohen

Speaker 0: bringt es auf den Punkt in dem er sagt das sind Sklaverei-Gesetze nicht zweiter.

Speaker 0: Für ihn und Hirschkopf geht es nicht nur darum ein Ehepaar aus Virginia nach Hause zu bringen.

Speaker 0: Es geht darum, Gesetze zu kippen die in sechzehn Bundesstaaten noch in Kraft sind.

Speaker 0: Es geht um die Frage ob der Staat vorschreiben darf wen man heiraten darf.

Speaker 0: Kohn hat später über seine Motivation gesagt er habe die Verbindung zu seiner eigenen Geschichte gespürt.

Speaker 0: als Sohn eines jüdischen Einwanderers der selbst wusste was es bedeutet einer verfolgten Minderheit anzugehören habe eine tiefe Überzeugung entwickelt dass das Gesetz für alle gelten muss nicht nur für manche.

Speaker 0: Im darauffolgenden Monat schließt sich Hirschkopf Coen's Kanzlei an, er entwirft eine Bundesklage der Lovings auf einem gelben Notizblock während eines Flugs nach Mississippi.

Speaker 0: Dann im Herbst vierundsechzig treffen Coen und Hirschkop Richard & Mildred Loving zum ersten Mal persönlich.

Speaker 0: Sie bereiten zu diesem Zeitpunkt eine Klage beim Bundesbezirksgericht von Virginia Form – eine Klague die direkt die Verfassungsmäßigkeit des Racial Integrity Act angreift!

Speaker 0: Nicht nur das Urteil gegen die Lovings im Einzelnen.

Speaker 0: Hirschkopp beobachtet wie Richard und Mildred mit ihren drei Kindern umgehen, also mit Sidney, Donald und Peggy, die während des Treffens spielen und toben.

Speaker 0: Und Mildrid versucht dabei immer wieder sie einzufangen, also ja wie so eine ganz normale Familie ne?

Speaker 0: Mildread trägt bei diesem Treffen ein schlichtes Kleid.

Speaker 0: Sie ist zurückhaltend aber aufmerksam während dieses etwa einstündigen Gespräch.

Speaker 0: Sie war die Art von Mensch, den man trifft und sofort mag, erinnert sich Hirschkopp.

Speaker 0: Sie war sehr warmherzig – sie wirkte nicht verletzlich oder bedürftig aber sie brauchte

Speaker 0: Hilfe.".

Speaker 0: Richard in Jeans & Arbeitshemd ist noch ein bisschen zurückhaltender als seine Frau.

Speaker 0: Man konnte sehen dass er nicht dort sein wollte sagt Hirschkop später.

Speaker 0: Er fühlte sich in der Gegenwart von Anwälten extrem unwohl.

Speaker 0: Während des Gesprächs ist es Mildredt, die immer wieder Fragen stellt.

Speaker 0: Richard hält sich eher im Hintergrund.

Speaker 0: Hirschkopp und Cohn erklären Richard & Mildred, dass der Fall ein öffentliches Spektakel werden könnte – und das daß die Privatsphäre der Familie erheblich beeinträchtigen könnte.

Speaker 0: Richard&Mildred zögern erst.

Speaker 0: Die beiden wollen erstmal drüber nachdenken, ob sie das Ganze wirklich wollen.

Speaker 0: Dann aber stimmen Sie zu!

Speaker 0: Es war ein bisschen überraschend, sagt Hirschkop, aber sie wussten, dass es keine Alternativen

Speaker 0: gab.".

Speaker 0: Das war ein Fall, dessen Zeit gekommen war.

Speaker 0: Richter Basile ist zu diesem Zeitpunkt seit nineteenhundertundvierzig Richter im fünftzehnten Gerichtsbezirk von Virginia zudem auch Caroline County gehört.

Speaker 0: Er gilt als überzeugter Verfechter der Rassentrennung und genießt bei seiner weißen Wählerschaft große Popularität.

Speaker 0: wegen dieser Haltung.

Speaker 0: Am Zweiundzwanzigsten Januar nineteenhundertfünfundsechzig, also ne fünf Tage bevor Hirschkopp und Kohn vor einem Bundesgericht erscheinen sollen, lehnt Basile den Antrag auf Aufhebung des Urteils ab.

Speaker 0: In seiner schriftlichen Begründung schreibt er, der Allmächtige Gott erschuf die Rassen weiß-schwarz-, gelb-, maleisch-und rot – und er platzierte sie auf getrennten Kontinenten.

Speaker 0: Und wäre da nicht die Einmischung in seine Ordnung gewesen, gäbe es keinen Anlass für solche

Speaker 0: Ehen.".

Speaker 0: Die Tatsache, dass er die Rassen getrennt hat, zeigt, das er nicht beabsichtigte, dass sich die Rassen

Speaker 0: vermischen.".

Speaker 0: Hirschkopp und Kohn bringen den Fall darauf hin vor das Bundesbezirksgericht Enrichment.

Speaker 0: Das Bundesgericht weigert sich aber über die Gültigkeit des Virginia-Gesetzes selbst zu entscheiden und verweist die Anwälte zurück an die staatlichen Gerichte.

Speaker 0: Und im März neunzehntenhundertsechzig gibt es dann die Entnüchterung.

Speaker 0: Der oberste Gerichtshof von Virginia bestätigt das ursprüngliche Urteil.

Speaker 0: Ja, und es ist ziemlich bitter denn damit bleibt den Lovings jetzt nur noch eine einzige Option Und die lautet der obersten Gerichtsof der Vereinigten Staaten.

Speaker 0: Und der obergste Gerichshof nennt den Fall tatsächlich an.

Speaker 0: Als Hirschkopfmilder das mitteilt fragt er sie auch ob Sie und Richard dabei sein wollen?

Speaker 0: Ihre Antwort sagt eigentlich alles über die beiden aus Denn sie sagt Wenn wir nicht hin müssen, dann würden wir lieber

Speaker 0: nicht.".

Speaker 0: Für Hirschkopp und Kohn ist es der erste Fall ihrer Karriere vor dem Supreme Court.

Speaker 0: Und nur noch mal ganz kurz zur Einordnung – also das Supreme Court ist das höchste Gericht in den Vereinigten Staaten!

Speaker 0: Neun Richter sind auf Lebenszeit ernannt und wer dort gewinnt, der verändert das ganze Land weil ein Supreme Court Urteil für alle fünfzig Bundesstaaten gilt.

Speaker 0: Dann wer vorm Supreme Court verliert?

Speaker 0: Der hat verloren…und das endgültig.

Speaker 0: Es ist also nicht nur Richard and Mildreds Fall, der hier verhandelt wird.

Speaker 0: Es ist die Frage ob Amerika ihren Bürgern vorschreiben darf wen sie lieben.

Speaker 0: Hirschkopp und Kohn sind zu diesem Zeitpunkt noch so jung und unerfahren dass Sie sich Hilfe holen müssen von anderen Anwälten von Bürgerrechtsorganisationen die zusätzliche Schrift-Sätze einreichen.

Speaker 0: Die beiden arbeiten jetzt Tag und Nacht und üben ihre Argumente immer und immer wieder.

Speaker 0: Die Lovings selbst bleiben während dieser ganzen Zeit im Hintergrund.

Speaker 0: Sie meiden die Presse und geben kaum Interviews.

Speaker 0: Ein einziger Fotograf besucht sie fünfundsechzig zu Hause und fotografiert sie beim ganz normalen Alltag, also beim Fernsehen, beim Spiel mit den Kindern und beim Kochen.

Speaker 0: Und diese Fotos erscheinen neunzehnhundertsechsund sechzig dann im Live-Magazin unter dem Titel The Crime of Being Married – Also das Verbrechen verheiratet zu sein!

Speaker 0: Und die Bilder dieses Shootings habe ich dir auch mal mitgebracht.

Speaker 1: Das sind richtig, richtig schöne Fotos.

Speaker 1: Also das passt irgendwie dass die in so einem Magazin sind weil es wirklich, wirklich schöne Bilder sind.

Speaker 1: Die so richtig ein bisschen klar sind des Fotografenfotos.

Speaker 1: aber sie wirken halt nicht gestellt sondern man hat so richtig das Gefühl man guckt so in den Alltag von seiner Familie rein.

Speaker 1: also auf dem ersten Bild da sitzen Sie auf dem Sofa bzw.

Speaker 1: Sie sitzt und er liegt so quer und hat seinen Kopf auf ihren Schoß gelegt und sie gucken auch wieder beide total glücklich.

Speaker 1: Es wirkt ja ein bisschen wie einen Schnapschuss, was es natürlich nicht war.

Speaker 1: Aber einfach so hätte man die beiden ihren Alltag leben lassen und hat dann mal so Klick gemacht mit der Kamera.

Speaker 1: Auf dem zweiten Bild sind sie auch auf dem Sofa.

Speaker 1: Da ist aber noch eines der Kinder dabei.

Speaker 1: Und da sitzen sie auch so nebeneinander also sie sitzt rechts dazwischen das Kind und er hat sich von links wieder so rangelehnt.

Speaker 1: Was ist das?

Speaker 1: So ein Holzfällerhemd, was er trägt.

Speaker 0: Ja ne?

Speaker 0: Da haben

Speaker 1: wir es wieder.

Speaker 1: Wir haben uns wieder das Holzfällerhemd verfolgt und auf dem dritten Bild sieht man dann die drei Kinder auch richtig süß.

Speaker 1: also Da hat man auch so das Gefühl, es sind Geschwister, die sich richtig gerne haben.

Speaker 1: Weil sie alle so ganz aneinander stehen und so richtig strahlend grinsen wie das bei Kindern ist.

Speaker 1: Kinder denken halt nicht darüber nach über ihre Emotionen sondern die haben die einfach.

Speaker 1: Und das sieht man irgendwie auf dem Bild richtig süß

Speaker 0: Ja.

Speaker 0: und was du da gesehen hast Das ist eben auch das Bild dass Amerika von den Lovings bekommt Also eine Familie die sich liebt.

Speaker 1: Und das ist ja auch wirklich das stärkste Statement, dass man da machen kann einfach die Emotionen zu zeigen!

Speaker 0: Ja genau und genau das also diese Normalität dieses ganz gewöhnliche Leben, das hat wahrscheinlich mehr Menschen überzeugt als jedes juristische Argument.

Speaker 0: Also weil das eben direkt ans Herz geht, also diese Fotos von dieser sich liebenden Familie.

Speaker 0: aber trotzdem mussten die beiden bis hierhin einiges durchmachen.

Speaker 0: Richard und Mildred haben jahrelang in Unsicherheit gelebt und unter extremen Druck.

Speaker 0: Und klar, viele Paare zerbrechen anweit weniger.

Speaker 0: Was eine Beziehung braucht um unter solchen Bedingungen zusammenzuhalten?

Speaker 0: Das hat Christian für uns mal eingeschätzt.

Speaker 2: Wenn ein paar über Jahre hinweg massiven äußeren Belastungen ausgesetzt ist wie Verfolgung gesellschaftlicher Ausgrenzung juristischer Bedrohung oder chronische Unsicherheit dann entscheidet nicht allein die Liebe über das Fortbestehen der Beziehung.

Speaker 2: Entscheidend sind mehrere psychologische Schutzfaktoren, an erster Stelle steht eine sichere Bindung.

Speaker 2: Menschen, die in ihrer Partnerschaft erleben dass der andere emotional verfügbar bleibt entwickeln eine Art gemeinsames Sicherheitsnetz gegen äußere Bedrohungen.

Speaker 2: In der Bindungspsychologie sprechen wir davon Dass die Partnerschaft selbst zum sicheren Ort wird wenn die Außenwelt feindlich erscheint.

Speaker 2: Zweitens braucht es ein gemeinsames Narrativ.

Speaker 2: Paare, die Krisen überstehen erleben ihr Leiden nicht als sinnloses individuelles Schicksal sondern als Gemeinsames Wir gegen das Problem.

Speaker 2: Diese sogenannte dyadisches Coping also gemeinsames Bewältigen von Stress ist einer der stärksten Prediktoren für Beziehungsstabilität.

Speaker 2: Hinzu kommt etwas sehr Wichtiges Gemeinsame Werte, Mildred und Richard kämpften nicht nur für ihre Ehe sondern letztendlich für ihr Recht auf Existenz als Familie.

Speaker 2: Wenn Paare ein höheres gemeinsames Ziel entwickeln kann dieses selbst extreme Belastungen emotional abferdern.

Speaker 2: man könnte psychologisch sagen unter massiven Druck zerbrechen Beziehungen oft dort wo Partner gegeneinander kämpfen.

Speaker 2: stark bleiben sie dort wo beide gemeinsam gegen die Krise kämpfen.

Speaker 0: Hirschkopp und Coney arbeiten jetzt weiter Tag und Nacht.

Speaker 0: In ihren Schriftsetzen berufen sie sich unter anderem auf einen knapp zwanzig Jahre älteren Fall, der lautet Paris gegen Scharb – und der sah so aus, ich erzähle Sie mal ganz kurz….

Speaker 0: Beide hatten sich während des Krieges in der Rüstungsindustrie kennengelernt.

Speaker 0: Davis hatte Peres dort eingearbeitet und sie zur Arbeit gefahren, beide waren katholisch und wollten kirchlich heiraten.

Speaker 0: Der zuständige Standesbeamte verweigerte die Hochzeit unter Berufung auf Kaliforniens Gesetz gegen interrassische Ehnen.

Speaker 0: Unter anderem mit dem Argument, das Verbot verletze ihre Religionsfreiheit, da ihnen die Teilnahme am Sakrament der Ehe verweigert werde.

Speaker 0: Im Oktober entschied der Oberste Gerichtshof Kaliforniens mit vier zu drei Stimmen dann zugunsten von Perez und Davis.

Speaker 0: Es war damit das erste Gericht im zwanzigsten Jahrhundert in den USA, dass ein Gesetz gegen interrassische Ehen für verfassungswidrig erklärte.

Speaker 0: Andrea Pérez und Sylvester Davis blieben übrigens bis zu ihrem Tod verheiratet.

Speaker 0: Also auf dieses Urteil berufen sich Hirschkopp und Cohen, wie gesagt.

Speaker 0: Und am zehnten April nineteenhundertsechzig ist es dann soweit.

Speaker 0: Hirschkop und Cohen haben ihre mündliche Verhandlung vor dem Supreme Court Für den Bundesstaat Virginia argumentiert Anwalt Mack Elweim unter Berufung auf angebliche Studien, die negative gesellschaftliche Auswirkungen gemischt rassiger Ehren nahelegen sollen.

Speaker 0: Richard und Mildred sind wie besprochen nicht im Gericht anwesend.

Speaker 0: Aber Richard gibt seinem Anwald eine Botschaft mit, die Kurn während der Verhandlung vor den neuen Richtern vorträgt.

Speaker 0: Und Curran sagt ... Wie auch immer wir das formulieren, welche Theorie wir auch heranziehen.

Speaker 0: Niemand könnte es besser ausdrücken als Richard Lovinge, als er zu mir sagte, Mr Cohn sagen Sie dem Gericht Ich liebe meine Frau und ist einfach nicht fair dass ich nicht mit ihr in Virginia leben kann.

Speaker 0: Am zwölften Juni die Richter dann ihre Entscheidung verkünden.

Speaker 0: Und das Urteil fällt einstimmig!

Speaker 1: Ich hoffe, dass es für die beiden ausfällt.

Speaker 1: Weil sie einfach zusammen gehören und auch zu Hause sein sollen finde ich.

Speaker 0: Ja wir sind ja hier bei Happily True!

Speaker 0: Und so geht's aus also zugunsten der Lovings!

Speaker 0: Schön!

Speaker 0: Korin und Tirschkopp haben extra einen Mitarbeiter dabei, der direkt nach der Urteilsverkündung um ihnen die gute Nachricht zu überbringen.

Speaker 1: Ach, das ist so schön!

Speaker 1: Das freut mich jetzt richtig.

Speaker 1: und ich finde auch dieser Satz dieses sagen sie dem Gericht Ich liebe meine Frau, das is es auch einfach.

Speaker 1: also viel mehr muss man ja eigentlich auch gar nicht sagen.

Speaker 0: Ja.

Speaker 0: und dass es auch der Satz, der bis heute immer wieder zitiert wird Es ist kein juristisches Argument Einfach ein Mann, der sagt was er führt Der gesagt hat, es ist ungerecht, dass wir nicht zusammen in Virginia leben dürfen.

Speaker 1: Aber schon krass, ich mein neun zu null.

Speaker 1: Also das wirklich keine einzigen Richter dagegen gestimmt hat?

Speaker 0: Ja, wirklich einstimmig!

Speaker 0: Das finde auch krass aber auch schön.

Speaker 0: Am Tag nach dem Urteil häufen sich dann Presseanfragen bei den Anwälten – das kann man sich ja vorstellen.

Speaker 0: Sie organisieren kurzfristig eine Pressekonferenz in der Bibliothek ihrer Kanzlei in Alexandria.

Speaker 0: Es kostet einige Überzeugungsarbeit, aber die Loving stimmen zu und nehmen daran teil.

Speaker 0: Und hier siehst du die beiden jetzt bei ihrer Pressekonferenz.

Speaker 0: und das andere Foto von den Anwälten war auch aus dieser Presse Konferenz, aber ich wollte jetzt vorhin noch nicht zu viel vorwegnehmen.

Speaker 1: Ja, das sieht man jetzt weil es ist genau der gleiche Raum mit diesen Gesetzestexten da im Hintergrund im Regal und in vielen Mikrofonen die auf dem Tisch stehen.

Speaker 1: nur jetzt sitzen da eben nicht mehr die beiden Anwältes sondern eben die Lovings Und hier gucken Sie jetzt ein bisschen weniger strahlend als auf dem anderen Bild, aber ich kann das auch gut verstehen.

Speaker 1: Die sind es ja auch nicht gewohnt dass man dann da plötzlich so vor zig Mikrofonen sitzt und irgendwie ausgefragt wird und irgendwie dazu sagen muss wie's einem geht und so.

Speaker 1: Aber trotzdem wirken sie irgendwie erleichtert.

Speaker 1: also Sie wirken ein bisschen Verhalten auf den Bildern, aber trotzdem merkt man so ein bisschen, dass ihnen da bestimmt echt einen Stein vom Herzen fällt.

Speaker 1: Vor allem weil sie ja auch gesagt hat, dass sie so doll Heimweh hat und wenn sie dann jetzt endlich wieder da wohnen dürfen wo sie möchten das ist ja wirklich total schön

Speaker 0: Ja, aber ich finde man sieht ihn auch so ein bisschen an dass sie eigentlich nur zurück nach Hause wollten und gar nicht jetzt groß an die Presse wollten.

Speaker 0: Also Sie müssen da jetzt diese ganzen Fragen vermutlich der Journalisten beantworten und vor allem Richard, der guckt das ein bisschen unläubig und irritiert und denkt sich vermutlich, oh Gott, eigentlich möchte ich hier gar nichts sein!

Speaker 0: Aber toll, dass Sie es trotzdem gemacht haben und kurz mit den Journalisten gesprochen haben.

Speaker 0: Als Hirschkopf den Raum betritt, sieht er Mildred Stralt und auch Richard, der ja eher ein zurückhaltender Typ ist, wirkt spürbar erleichtert.

Speaker 0: Die Lovings verlassen die Kanzlei in diesem Tag als ein in Virginia legal verheiratetes Paar.

Speaker 0: Die Tatsache dass sie durch diesen ganzen Schlamassel zusammengehalten haben mit dem gemeinsamen Ziel nach Virginia zurückzukehren um mit ihrer Familie zu leben sagt mehr als alles was man dazu sagen könnte.

Speaker 0: das sagt Hirschkopp rückblickend.

Speaker 0: Das Lustige an diesem Fall ist, sagt er weiter.

Speaker 0: Und daran ändert sich auch nach dem Urteil nichts.

Speaker 0: Richard und Mildred leben weiterhin sehr zurückgezogen, meiden die Öffentlichkeit wo es nur geht.

Speaker 0: Sie ziehen ihre drei Kinder in einem kleinen Haus groß das Richard selbst gebaut

Speaker 0: hat.".

Speaker 0: Fünfköpfige Familie auf der Varanda des Hauses.

Speaker 1: Ach, das ist auch wirklich so ein schönes Familienfoto.

Speaker 1: Diese Veranda mit den zwei Stufen davor und man kann sich so richtig vorstellen dass sie da total happy sind.

Speaker 1: in ihrem Zuhause was so so ein typisches amerikanisches Holzhaus ist so weiß gestrichen.

Speaker 1: auf der obersten Stufe sitzen Richard und Mildred daneben.

Speaker 1: die Tochter unterfordern die beiden Jungs die auch.

Speaker 1: der eine guckt auch so total strahlend der andere guckt so bisschen gerade in irgendeine andere Richtung.

Speaker 1: aber ja es wirkt wirklich wie so Ganz, ganz süßes Happy Family-Foto.

Speaker 1: Und auf dem zweiten Bild, da küssen sich die beiden... Also siehst du das man so denkt?

Speaker 1: Ach sag mal, schöner geht's jetzt ja nicht!

Speaker 1: Richtig süß er wieder in seinem Holzfellerhemd.

Speaker 1: Nun hat sie so umfasst mit dem einen Arm hatte sie so am Rücken und zieht sie an sich ran.

Speaker 1: Sie hat auch so ganz süss.

Speaker 1: Da habe ich eine Klemme im Haar und sich die Haare ein bisschen aus dem Gesicht gemacht und sie küssen dich da.

Speaker 1: also es sieht richtig süß und happy aus.

Speaker 0: Wir haben das Urteil verändert, die USA messbar.

Speaker 0: In Georgia etwa steigt die Zahl interkultureller Ehe-Schließungen von einundzwanzig im gesamten Jahr nineteenhundertsechzig auf hundertfünfzehn im Jahr neunzehntundhundertsiebzig.

Speaker 0: Landesweit waren erst neunzenhundert sechzig nur nullkomma vier Prozent aller Ehen in den USA.

Speaker 0: Neunzehnhundertachzig sind es zwei Prozent und zweitausend zwanzig neunzentzehn Prozent.

Speaker 0: Und trotzdem bleiben Gesetze gegen interkulturelle Ehenformal noch jahrelang in einzelnen Bundesstaaten in den Büchern stehen.

Speaker 0: Erst im Jahr zweitausend entfernt Alabama als letzt der US-Bundestadt die entsprechende Formulierung aus seiner Verfassung, nachdem sechzig Prozent der Wähler einem entsprechenden Verfassungszusatz zugestimmt

Speaker 0: haben.".

Speaker 0: Ja aber obwohl wir hier ja bei Happily True sind, musst du jetzt ganz stark sein Jules?

Speaker 0: Nee, eigentlich wird's noch schlimmer.

Speaker 0: Aber ich erzähl's dir trotzdem!

Speaker 0: Denn am neunzwanzigsten Juni, nineteenhundertfünfundsiebzig rammt ein betrunkener Autofahrer in Caroline County das Auto der Loving-Seitlich.

Speaker 0: Richard stirbt noch am Unfallort.

Speaker 0: Mildred überlebt, verliert dabei aber das See vermögen auf ihrem rechten Auge.

Speaker 1: Oh nein es ist so traurig nach allem was die durchgemacht haben um endlich einfach zusammen sein zu dürfen.

Speaker 1: Und dann stirbt er bei einem Autounfall.

Speaker 0: Ja, Mildredi lebt jetzt für den Rest ihres Lebens als Wittverweiter in Caroline County und dann im Jahr zwei Tausend Sieben zum vierzigsten Jahrestag des Urteils veröffentlicht sie eine kurze selbst verfasste Erklärung mit dem Titel Loving for All und darin schreibt sie Als mein verstorbener Ehemann Richard und ich, in Washington, die sie heirateten, ging es uns nicht darum ein politisches Statement zu setzen oder einen Kampf zu beginnen.

Speaker 0: Wir waren verliebt und wollten heiraten.

Speaker 0: Wir haben nicht in Washington geheiratet weil wir dort heiraten wollten – wir haben es dort getan, weil die Regierung es uns nie erlaubte zu Hause in Virginia zu

Speaker 0: heiraten.".

Speaker 0: Dort, wo wir aufgewachsen sind.

Speaker 0: Wo wir uns kennengelernt haben.

Speaker 0: Wo we uns verliebt haben und wo wir zusammen sein und eine Familie aufbauen

Speaker 0: wollten.".

Speaker 0: Und weiter schreibt sie das alle Amerikaner unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung dieselbe Freiheit haben sollten zu heiraten wen sie lieben.

Speaker 0: Mildred stirbt dann in Carolin County.

Speaker 0: Als Filmemacherin nennt sie Börsky.

Speaker 0: im Mai, in der New York Times liest ist sie bewegt.

Speaker 0: Sowohl von der unterschiedlichen Verbundenheit des Pares als auch davon wie aktuell der Fall trotz der Jahrzehnte noch wirkt und sie beschließt eine Dokumentation darüber zu machen.

Speaker 0: Er gewinnt unter anderem einen Emmy.

Speaker 0: Und aus der Dokumentation entsteht dann später auch der Spielfilm Loving von Regisseur Jeff Nichols.

Speaker 0: In einem seltenen Fernsehinterview aus dem Jahr zwölf spricht Peggy über ihre Eltern, also Peggy Loving die auf den anderen Bildern ja noch ein Kind war und da sagt sie Sie waren sehr liebevoll streng und zurückhaltend aber mit großer Entschlossenheit.

Speaker 0: Sie erzählt auch, dass ihre Mutter nie so was wie eine Aktivistin sein wollte und ihr Vater nie ein Martin Luther King.

Speaker 0: Aber ich glaube die Welt muss wissen, dass es wegen meiner Eltern möglich ist das Menschen heiraten können wen sie wollen!

Speaker 0: Und das Urteil des Halt noch bis heute nach.

Speaker 0: Zwei Tausend Fünfzehn müssen neun Richter am Supreme Court entscheiden ob gleichgeschlechtliche Paare in den USA heiraten dürfen oder nicht und Richter Anthony Kennedy zitiert in seiner Urteilsbegründung direkt den Fall Loving gegen Virginia.

Speaker 0: Er schreibt, das Recht zu heiraten ist durch die Verfassung geschützt – Das hat das Gericht bereits in den letzten Jahren dargestellt.

Speaker 0: Und dieselbe Logik gilt jetzt auch hier.

Speaker 0: Das Urteil heißt Oberkfell gegen Hodges.

Speaker 0: des legalisiert Die Gleichgeschlechtliche Ehe In allen fünfzig US-Bundesstaaten.

Speaker 1: Ach krass, das habe ich sogar schon mal gehört.

Speaker 1: Aber ich wusste natürlich nicht was die Vorgeschichte ist.

Speaker 1: und es ist ja schon schön, dass ein Ehepaar aus so einem kleinen Ort in Virginia mit dem Fall halt einfach nicht nur das eigene Leben verändert sondern dann auch noch sechzig Jahre später das Leben von Millionen gleichgeschlächtlicher Paare beeinflusst.

Speaker 0: Ja, oder?

Speaker 0: Das ist echt krass!

Speaker 0: Und heute ist es so, dass gleichgesellschaftliche Paaren allen Fünfzig US-Bundesstaaten heiraten dürfen seit Zwei Tausend Fünfzehn Und der Respect for Marriott Act von dem Jahr-Zwischen schützt diese Ehen zusätzlich auf Bundesebene.

Speaker 0: Aber zu ganz sicher ist das nicht, über dreißig Bundesstaaten haben noch alte Verbote in ihren Gesetzen stehen die aktuell nur deshalb nicht gelten weil das Supreme Court Urteil sie außer Kraft setzt.

Speaker 0: würde dieses Urteil irgendwann kippen könnten Sie wieder an Kraft treten.

Speaker 0: aber ganz unabhängig davon wird der zwölfte Juni der Tag, der Urteilsverkündung in den USA seither informell als Loving Dave gefeiert.

Speaker 0: Also ein Gedenktag für Familien mit unterschiedlicher ethnischer

Speaker 0: Herkunft.".

Speaker 1: Das ist auf jeden Fall schön dass es den Tag gibt.

Speaker 1: noch schöner wäre ja eigentlich das er nicht nur informell wäre sondern vielleicht auch irgendwann einen offizieller Tag der dann eben einfach für alle gilt ob gleichgeschlechtlich oder nicht oder so ne?

Speaker 1: Liebe geht und darum, dass man eben heiraten darf wen man möchte völlig unabhängig was dahinter steckt.

Speaker 1: Aber eine echt schöne Geschichte aber auch interessant weil ich hab zwischendurch als du so die Geschichte angefangen hast zu erzählen da habe mich dann so gefragt wäre es mir das auch wert gewesen oder wäre ich vielleicht einfach in einen anderen Bundesstaat gezogen und hätte mir halt gedacht, ja gut ist zwar schade dass sich nicht mehr der Wunder furcht war aber am Ende kann man ja auch vor anders glücklich werden.

Speaker 1: Aber wenn man dann halt so dolles Heimweh hat, dann ist das wahrscheinlich nicht so einfach.

Speaker 0: Ja!

Speaker 0: Und wenn man es einfach nicht akzeptieren will, so Ririchert, der gesagt hat Es ist einfach nicht fair, dass wir da nicht leben dürfen und einfach so dieses Ungerechtigkeitsbewusstsein da an diesem Fall hatte und dagegen kämpfen wollte, das einfach nicht akzeptieren wollte.

Speaker 0: Das ist doch irgendwie toll dass es solche Menschen gibt die das dann nicht einfach so hinnehmen.

Speaker 0: ja wir wären wahrscheinlich so gewesen dann ist es halt so dann fügen wir uns dem.

Speaker 0: Aber das ist vielleicht nicht immer der richtige Weg, ne?

Speaker 1: Ja total.

Speaker 1: Und ich meine sie haben ja auch einiges dafür in Kauf genommen oder zumindest gab es ja auch ziemlich viel Risiko weil auch dieses Urteil wo Sie dann einen Jahr auf Bewährung bekommen haben das hätte ja auch anders ausgehen können.

Speaker 1: also es waren ja glaube ich ein bis fünf Jahre die ihnen gedroht haben.

Speaker 1: Also es hätte ja eine höhere Strafe sein können und dann auch Nichtaufbewährungen.

Speaker 1: Das war ja auch einen Risiko Haben sie halt gepokert Gott sei Dank gewonnen Aber hätte ja auch schief laufen können.

Speaker 1: und auch, dass sie das so gepackt haben an der Beziehung dann festzuhalten, dass es diese Ehe nicht zu sehr belastet hat.

Speaker 1: Dass die drei Kinder hatten eine Happy Family und so ist schon stark.

Speaker 0: Absolut!

Speaker 0: Und ich finde auch stark was die Anwälte geleistet haben dafür, dass Sie echt noch... gar keine Erfahrungen hatten oder fast gar keine.

Speaker 0: Erst mal Glück, dass sie sich dem Fall angenommen haben und das Sie dann wirklich für die beiden gekämpft haben und es auch tatsächlich geschafft haben vom obersten Gericht in den USA dieses Gesetz zu ändern und zu gewinnen.

Speaker 0: Das ist ja auch echt eine krasse Leistung!

Speaker 1: Ja, total.

Speaker 1: Also auch mutig.

Speaker 1: also dann davor das oberste Gericht zu ziehen wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast ist schon richtig cool.

Speaker 1: Aber ich meine am Ende war es ja für die auch super ne?

Speaker 1: Sie haben dann plötzlich einen Riesenfall gehabt den sie gewonnen haben.

Speaker 1: Das wird ihrer Karriere sicherlich auch geholfen haben.

Speaker 0: Davon gehe ich mal schwer aus.

Speaker 1: Eine schöne Liebesgeschichte, nur schade dass sie mit diesem Unfall geendet ist.

Speaker 1: Man hätte sich irgendwie gewünscht das die beiden einfach bis sie uralt sind super happy auf ihrer Veranda oder auf der Treppe oder auf irgendeiner Parkbank sitzen und total glücklich sind.

Speaker 1: aber trotzdem irgendwie schön, dass es so viel bewegt hat und auch das die Tochter dann sich nochmal geäußert hat.

Speaker 1: Und dass jetzt alles noch so nachwirkt und so ist wirklich schön.

Speaker 0: Ja wie absurd ist es eigentlich?

Speaker 0: Dass sie Loving heißt mit Nachnamen oder?

Speaker 0: Das

Speaker 1: ist wirklich absurd!

Speaker 1: Wie passend eigentlich, dass sie so heißen.

Speaker 1: Dass der Tag jetzt auch so heißt, dass es um Lauf geht also ist schön.

Speaker 1: Hätte man ehrlich gesagt für ein fiktionales Drehbuch nicht schöner schreiben können?

Speaker 0: Ja da hätte man wahrscheinlich gedacht, das ist jetzt einticken zu viel.

Speaker 0: Wahrscheinlich.

Speaker 0: Die könnte auch nicht Underloving heißen!

Speaker 0: Das ist

Speaker 1: doch total unrealistisch.

Speaker 1: Ach, ich finde das Fazit muss sein.

Speaker 1: Wir können häufiger mal Liebesgeschichten haben also die passen auch ganz gut zu heavily true.

Speaker 0: Könnt ihr uns ja mal sagen ob ihr auf liebes geschichten steht oder doch mehr so abenteuer?

Speaker 0: und Ja wie mein sonn gesagt hat wir erzählen ja die ganze zeit immer nur geschichten aus dem urwald oder aus dem dschungel.

Speaker 0: da stimmt ja gar nicht.

Speaker 1: Nimm mal gucken wie der das dann findet ob das für ihn jetzt auch eine gute geschichte ist.

Speaker 0: Ja er war jetzt auch wieder ganz traurig.

Speaker 0: er wollte sich nämlich eigentlich danebensetzen während wir hier aufnehmen und zuhören, aber es ist leider schon ein bisschen spät geworden.

Speaker 0: Also nochmal für die Transparenz jetzt ist hier gerade halb zwölf, da darf er natürlich nicht mehr wach sein, aber er kann sich das dann morgen irgendwann anhören.

Speaker 1: Das ist doch auch gut!

Speaker 1: Er hat etwas, worauf er sich freuen kann zum Einschlafen.

Speaker 1: Er weiß dann so nach dem Motto noch einmal schlafen und dann darf ich Mamas Podcast hören.

Speaker 0: Ja gut, das war's schon wieder für heute.

Speaker 0: Wir gehen jetzt mal schlafen.

Speaker 0: Ihr steht vielleicht gerade auf oder seid auf dem Weg zur Arbeit, oder geht eine kleine Gassierunde?

Speaker 0: Das wäre ja auch cool!

Speaker 0: Ihr könnt uns ja mal verlinken – das macht ihr ja schon manchmal aber wir teilen euch immer super gerne und erzählt uns doch mal gerne oder zeigt uns auf Fotos wo ihr uns gerade hört.

Speaker 1: Genau, vielleicht ist es ja auch bei der Gassirunde.

Speaker 1: dann nehmen wir auch gerne ein Foto vom Hund.

Speaker 1: Ohja,

Speaker 0: Hunde sind immer gern genau.

Speaker 0: Aber wir nehmen auch Katzen.

Speaker 1: Schreibt gerne übersisters in Crime.podcast bei Instagram Und dann freuen wir uns auf die nächste Folge Happily True.

Speaker 1: Dann in zwei Wochen und wo wir gerade bei den Hunden waren, zumindest wird es auch eine Folge, wo es auch was Tierisches gibt mehr werde ich noch nicht verraten aber auch jedenfalls wieder entspannen das Abenteuer und es geht nicht in den Dschungel.

Speaker 0: Und wenn wäre's auch nicht schlimm.

Speaker 0: also dann freue ich mich drauf.

Speaker 0: machts gut macht euch einen schönen Tag und bis zum nächsten Mal

Speaker 1: genau bis dann.

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