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#31 Tarrare – Der Mann, der alles fraß

Diese Folge ist schon 4 Wochen früher in der Podimo App erschienen. Wenn du die neueste Episode immer sofort hören möchtest, gehe auf https://podimo.de/friendsincrime-open In dieser Folge befinden wir uns im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Tarrare hatte einen Hunger, der keine Grenzen zu kennen schien – täglich verschlang er Mahlzeiten in Mengen seines Körpergewichtes. Und diese „Mahlzeiten“ mussten nichtmal verzehrbar sein – er aß ALLES, blieb trotzdem mager und war niemals satt. Irgendwann konnten seine Eltern die Kosten für seine Mahlzeiten nicht mehr tragen und setzten ihn vor die Tür. Doch damit beginnt erst die außergewöhnliche Geschichte von Tarrare. Sie führt ihn auf Jahrmärkte, in die Französische Revolution und schließlich in den Dienst des Militärs – wo sein unstillbarer Hunger plötzlich einen ganz besonderen Nutzen hat... Film, der in dieser Folge erwähnt wird: Das große Fressen (1973) Folgt unserem Podcast gern bei Instagram @friendsincrime_official Wir freuen uns, wenn ihr uns über Instagram oder per Mail an mail@friends_in_crime.de eure Meinung zu dem Fall schreibt. Uns findet ihr auf Instagram unter @spruenky und @bielendorfer Friends in Crime erscheint alle 14 Tage freitags zuerst bei Podimo

Speaker 0: Hallo liebe Fickies, liebe Ficker und liebe Fikinen.

Speaker 0: Hallo Basti!

Speaker 0: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Friends in Crime, F-I-T.

Speaker 1: Absolut wir sind zurück.

Speaker 1: ihr habt uns vermisst.

Speaker 1: Wir haben euch gefehlt.

Speaker 1: jetzt sind wir wieder da guckuck.

Speaker 1: für die die sich übrigens wundern warum diese folgen mit anderen tonus auf spotify dieser und neuer toaster erscheinen wir haben einen anderen veröffentlichtes rhythmus.

Speaker 1: die folgen kommen jetzt immer vier wochen vorher auf polimo Und vier Wochen später dann auf allen anderen Plattformen, wo ihr sie auch hören könnt.

Speaker 1: Wir wollen natürlich kräftig empfehlen Sie bei Puddimut zu hören weil das ist der Grund, dass wir sie in Zukunft weitermachen dürfen.

Speaker 0: Ganz genau!

Speaker 0: Schön, dass du das noch mal erklärt hast und ich würde direkt einsteigen mit einer Frage... Man könnte jetzt denken, es gehört zu unserem Anfangsgeplänkel?

Speaker 0: Nein eigentlich will ich so direkt in den Fall einsteigend.

Speaker 0: Es ist wie eine Eisbrecherfrage aber sie passt perfekt.

Speaker 0: Basti, sag mir doch einfach mal was ist dein Lieblingsessen?

Speaker 1: Lasagne.

Speaker 0: Okay, ich hätte auf deine selbstgemachte Bolo getippt.

Speaker 0: Aber okay!

Speaker 0: Was war das Ungewöhnlichste was du je gegessen hast?

Speaker 0: Ich

Speaker 1: habe ja im Rahmen von Bratwurst und Buckler war international einige sehr widerliche Sachen gegessen.

Speaker 0: Da spiele ich drauf an.

Speaker 0: und wer hat die rausgesucht und recherchiert?

Speaker 0: für dich?

Speaker 1: Natürlich du, du geschmacklose Monster.

Speaker 1: Ich würde sagen das ekligste überhaupt von allen Sachen die ich dort gegessen habe war entweder das tausendjährige Ei also ein Ei dass nicht tausende Jahre alt ist aber mehrere Monate in Kohle eingelegt wird und dann schwarz wird ein Endenei oder eigentlich noch schlimmer der Milbenkäse Also Käse der in Europa sonst verboten ist aber ich glaube nur in Österreich gegessen wird wo Käse halt oder vergorene Milch in Millionen von kleinen Milben eingelegt werden.

Speaker 1: Und das war wirklich.

Speaker 1: Also das ist der Schlecht aus seiner Mutter.

Speaker 1: Das war absolut widerlich!

Speaker 0: Es geht um das wunderbare Format Bratwurst und Backlaufer international, was ihr damals bei Eins Live begonnen habt.

Speaker 0: Da gibt es auch noch YouTube-Videos von.

Speaker 0: Ihr könnt das finden.

Speaker 0: Und ihr habt das dann in eurer Fernsehsendung die Show im Fernsehen weitergemacht beziehungsweise wir.

Speaker 0: Ich durfte immer die Dinge mir aussuchen, die ihr da essen müsst... ...und ich habe ja diesen Milbenkäse für euch rausgesucht.

Speaker 0: Das Krass ist, ihr müsst euch wirklich vorstellen man sieht diesen Käse Darauf sieht man.

Speaker 0: Wenn man gut hinguckt, was du ja dann zum Glück gemacht hast.

Speaker 0: Diese winzigen Milben auch krabbeln.

Speaker 0: also eigentlich bewegt sich der ganze Käse und ich hatte natürlich wieder so ein bisschen den Moment am Set.

Speaker 0: wir haben das Jahr in Bonn gedreht In einem Schloss dass ich gedacht habe komm' Ich will eigentlich nur allen Leuten die hier sind zeigen Was Du Und eben östern was ihr für Pussis seid und hab gesagt ich esse den Käse ohne zu mucken Habe ich auch gemacht.

Speaker 0: aber ich fand es so ekelhaft Das ist...

Speaker 1: Du bist aber auch eine Maschine.

Speaker 1: da darf man nicht vergessen ne?

Speaker 1: Du bist eine Maschine

Speaker 0: Ja oder stumpf innerlich.

Speaker 0: Also Es war wirklich wenn man diese Dinger darauf krabbeln gesehen hat.

Speaker 0: Ich würde tatsächlich sagen, und ich hab auch schon so in China auf dem Nachtmarkt und so habe ich wirklich alles gegessen von allen Arten von Insekten.

Speaker 0: Alles was krabbelt Schlange

Speaker 0: usw.,

Speaker 0: aber der Milbenkäse war bei mir auch das ekelhafteste?

Speaker 1: Ja da kann man sich nicht von lösen wie widerlichtet ist.

Speaker 1: Erstaunlich, was Leute dann als Hochgenuss wehrten.

Speaker 1: Also ich bin ja insgesamt ziemlich... Ich bin sehr westfälisch erzogen worden in jährungstechnische also wirklich Kartoffeln-Fleischgemöse und Fleisch ist mein Gemüse verstehst du?

Speaker 1: Meine Oma hat immer Kartoffelfleischgemüse gemacht meine Mutter hat Kartoffelfleischgemüse gemacht.

Speaker 1: das heißt Mein Vater war mal im chinesischen Restaurant essen werde ich nie vergessen, da war es neunzehntelundneinzig Jahre alt Und hat versucht Schnitzel zu bestellen weil einfach nichts anderes kannte und man ihn mit Shops zuhause nicht abholen konnte.

Speaker 1: Ich bin doch etwas internationaler geworden in meiner Ernährung, das Einzige, woran ich bis heute scheitere ist Sushi.

Speaker 1: Kalter nach Fisch riechen da... Jetzt sagen wir, er riecht nicht nach Fischt!

Speaker 1: Aber er rIECHT nach FISCH, er schmeckt nach FISH.

Speaker 1: Und es ist kalt und tot, das mag ich nicht.

Speaker 1: Aber sonst grisse mich außer Schnecken- und Froschbeiner eigentlich mit allem, ich esse eigentlich alles außer halt kalter

Speaker 1: Fisch.".

Speaker 0: Und dann die letzte Frage wäre, kannst du dich erinnern dass du mal wirklich viel zuviel gegessen hast?

Speaker 1: Ja, also.

Speaker 0: Definitiv!

Speaker 1: Also letztens noch ich fahre immer ins gleiche Tauchhotel nach Ägypten wo ich mit meiner Frau tauchen gehe und das ist ein fantastisches Buffet.

Speaker 1: Meine Frau liebt Om Ali.

Speaker 1: Das ist aus dem arabischen Stamm des Desserts.

Speaker 1: Die Übersetzung heißt Beimutter oder Beimamma Om Ali.

Speaker 1: Im Deutschen würde man so Richtung Amarita gehen.

Speaker 1: Also es ist ein Brot oder Croissants eingelegt in süßer Milch überbackt, äußen mega lecker und sie liebt das heiß und innig.

Speaker 1: und da wir so oft als Gäste da sind wollte uns letztes mal einer der Köcher eine Freude machen hatten nur für sie dieses Essen zu bereitet.

Speaker 1: also es gab's nicht an Befehl sondern nur für Sie hat uns dann aber ungelogen zwei so siebenhundert Milliliter Schalen hingestellt.

Speaker 1: Und wie gesagt, das Süße kondensst mich mit süßen Croissant.

Speaker 1: Mit süßen Sachen drin und ich weiß noch wir haben aus Höflichkeit aufgegessen und hingen nachher über der Schüssel weil wir uns so überfressen hatten dass es einfach nicht mehr seelig war.

Speaker 0: Ich kenne das auch wenn man zu viel ist und dann merkst du auch so richtig dass das ganze blut jetzt nur eine Verdauungsorgane ist und du gar nicht mehr richtig denken kannst weil du gerade einfach verdaus.

Speaker 0: Ich würde auch direkt sagen, ich glaube ihr könnt euch schon vorstellen worum es vielleicht in dieser Folge geht ganz grob ums Essen.

Speaker 0: Irgendeine Form von S-Störung habt oder irgendwie sensibel auf so Themen wie Hunger, Esszwang, gestörtes Essverhalten in irgendeiner Art und Weise reagiert.

Speaker 0: Dann könnte es sein dass die Folge für euch irgendwie belastend ist.

Speaker 0: also dann vielleicht skippen.

Speaker 0: Und ich will auch direkt dazu sagen das seid ihr von uns ja auch so gewohnt.

Speaker 0: aber wir machen bestimmt im Laufe der Folge ein paar lockere Bemerkungen und Witze.

Speaker 0: da ist unser Stil.

Speaker 0: dafür stehen wir bei Friends In Crime

Speaker 1: Dafür stehen wir mit unserem Namen.

Speaker 1: Das ist absolut richtig.

Speaker 0: Also einen Gag heißt nicht Wir Machen Uns über einzelne Personen Oder Dinge Lustig sondern Im Zweifel Kompensieren wir auch manchmal einfach über Forderungen eines Themas mit einem unpassenden Joke und so.

Speaker 0: Deswegen, dass es nicht respektlos gegenüber Betroffenen oder so gemeint nur das wir das auch einmal vorne weggesagt haben.

Speaker 0: Und ich muss auch dazu sagen neben dem Essen gibt's eigentlich noch einen ganzen Haufen weitere Tiggerwarnung die ich auch noch aussprechen müsste.

Speaker 0: Das fängt an bei Tierquälerei Gewalt und hört wirklich irgendwo bei Gewalt an Menschen und auch Kindern auf.

Speaker 0: also Es ist eine Folge dies irgendwie in sich hat und Wir beginnen das habe Ich in der letzten Folge schon angeteasst Mit einer kleinen Zeit rein Basti, ich nehme dich mit.

Speaker 0: und zwar stellen wir uns Europa am Ende des achtzehn Jahrhunderts vor.

Speaker 0: Also siebzehn-septzig bis achtzehnhundert spielt unser Fall grob!

Speaker 0: Das ist zweieinhalbfünfzig Jahre vor uns jetzt.

Speaker 0: Basti hast du irgendeine Idee zu der Zeit aus dem Geschichtsunterricht noch?

Speaker 1: Das war vom dreißigjährigen Krieg.

Speaker 1: Der war achtzehenachzeh' bis achtzen achtenvierzig.

Speaker 1: Hestepedemie war auch schon vorbei.

Speaker 1: Französische Revolution war siebziehn achten neunzig.

Speaker 1: Nee, neunachtzig.

Speaker 1: Ist es in der französischen Revolution?

Speaker 0: Es ist so, dass in Frankreich die Revolution die alte Ordnung in diesem Zeitraum komplett verändert hat.

Speaker 0: Ich erkläre mal kurz oder ich versuche dazu zu erklären weil ich habe aus dem Geschichtsunterricht da nicht so viel mitgenommen.

Speaker 0: also der König in Frankreich ist nicht mehr an der Macht.

Speaker 0: das Land wird jetzt anders regiert das erste Mal von gewählten Abgeordneten also von Vertretern des Volkes und die ganzen anderen Herrscher in Europa Königshäuser schauen mit sehr viel Sorge nach Frankreich, weil die natürlich Angst haben dass diese Revolution und diese Idee der Bürger, die mitbestimmen auch ihre eigenen Länder erreichen könnte.

Speaker 0: Also es geht da um Macht, um Einfluss und darum welche Länder in Europa denn generell das sagen haben usw.

Speaker 0: Ich weiß nicht wie's bei dir ist.

Speaker 0: Französische Revolution im Geschichtsunterricht wirklich Kp also gar kein Plan.

Speaker 0: du irgendwie noch was?

Speaker 0: Wenig!

Speaker 1: Sehr wenig.

Speaker 1: Bei uns war viel Hitler Hitler, Hitler, das war so ein größter als Geschichtsunterricht.

Speaker 0: Dann nochmal vielleicht kurz dieser Krieg um die französische Revolution herum hat halt viele Folgen sehr viel natürlich Tausende, aber tausende von Soldaten werden verletzt.

Speaker 0: Die Lazarette also die Krankenlager füllen sich, die Militärkrankenhäuser.

Speaker 0: da müssen sich immer mehr Menschen und immer mehr Verwundete kümmern Und eines dieser Militäerkrankenhäusern befindet sich im Elsass und zwar in Sul-Sufore.

Speaker 0: Auf jeden Fall genau dort im Elsas in einem Militäerkrankenhaus beginnt unsere Geschichte.

Speaker 0: Vielleicht um euch einmal abzuholen damals gab es noch überhaupt keine Theorie Keimen von Bakterien, von Viren.

Speaker 0: Es gab keine Desinfektion dort, es gab keine sterile OP-Kleidung... Ich glaube manchmal kann man sich das gar nicht vorstellen wie dreckig und krass die Zustände da waren?

Speaker 0: Das

Speaker 1: kann man dich nicht wirklich vorstellen dass zum Beispiel ein Chirurg sofern es überhaupt Chirurgen gab.

Speaker 1: Also es gab Chirugen aber es gab viel weniger Ärztinchirurge als heute.

Speaker 1: Viele war es Mittelalter auch gelesen.

Speaker 1: Wenn jemand saubere Hände hatte, wurde das als Zeichen von Unfähigkeit betrachtet?

Speaker 1: Von mangelnder Arbeitssamkeit.

Speaker 1: Also wenn Chirurg saubre Hände hat, war kein gutes Zeichen.

Speaker 1: Das ist natürlich aus heutiger Sicht kann man sich das nicht mal vorstellen.

Speaker 1: Ich meine du weißt wie umfassend heute desinfiziert wird und trotzdem sterben Menschen immer noch an Krankenhauskeimen und Infektionen.

Speaker 1: Ich stelle dir mal vor, man hat damals mit ungewaschenen Händen offenen Bauchraum oder so wobei das zu der Zeit nicht wirklich möglich war.

Speaker 1: aber du weisst was ich meine also die Infektionsrate und dann noch der Mangel an Antibiotika, die ja noch nicht erfunden waren.

Speaker 1: Also ehrlich gesagt konnte man froh sein wenn man abgekratzt ist bevor die OP stattfand.

Speaker 1: Die Wahrscheinlichkeit zu überleben wirklich nicht hoch war.

Speaker 0: Die haben ja oft einfach gesagt, so zapp jetzt operieren wir hier.

Speaker 0: Oft an noch wachen Patienten die bei Bewusstsein sind.

Speaker 0: also es gab natürlich auch keine Betäubung, keine Narkose gar nix in.

Speaker 0: die Sterblichkeit war natürlich extrem hoch.

Speaker 0: Also wie du sagst wenn man was hatte die Wahrscheinlichkeit dass man eine von diesen unsauberen Operationen in irgendeiner Form überlebt war fast bei null.

Speaker 0: und Wenn man dann verstorben ist dann sind tote damals im sogenannten Dead House gelandet Leichenhalle.

Speaker 0: Das ist natürlich jetzt nicht, wie wir uns die Leichen-Halle heute vorstellen irgendwie gekühlt mit Metalltischen sondern das war meistens so ein abgetrennter Bereich im Keller oder im Erdgeschoss von irgendeinem Gebäude manchmal auch einfach einen Hof und Schuppen dunkler enger schlecht belüfteter Raum wenige Fenster nur so ein paar manchmal wenn es im Keller war so Souterrain.

Speaker 0: Fensterchen unterlagen dann einfach unfassbar viele leichen eingewickelt in Leientücher auf Holzbaren oder Brettern oder aufgebockt damit sie dort einfach verwahrt werden konnten.

Speaker 0: Und an diesem Ort der eigentlich schon grausam genug ist, also ich finde das klingt wahnsinnig ekelhaft.

Speaker 0: Den Gestank will ich mir gar nicht so unbedingt vorstellen spielt sich irgendwann so um das Jahr seventeenhundertzweiundneinzig eine Szene ab wie aus einem Horrorfilm.

Speaker 0: es ist also tiefe Nacht im Militärhospital von zu.

Speaker 0: Das ist eben wie gesagt im Elsatz in Frankreich direkt bei Freiburg auf einer Linie nach Westen rüber und ein Pfleger öffnet mit einem schweren Dumpfen knarren die Holztür der sogenannten Leichenhalle des Dead Houses.

Speaker 0: Ein bestialischer, fauler Gestank raubt ihm sofort den Atem tatsächlich ungewöhnlich weil die Toten hier eigentlich gar nicht so lange liegen bis sie anfangen zu verwesen.

Speaker 0: aber in diesem Fall schlägt ihm der Geruch entgegen.

Speaker 0: er hört leises rhythmisches Tropfen von Flüssigen auf kalten Stein und dann hört er aus einer Ecke ein schabendes Fast feucht klingendes Geräusch.

Speaker 0: Er leuchtet mit seiner Laterne in den Raum hinein und im flatternden Lichtkegel zeichnet sich eine magere Gestalt ab, ein junger Mann dessen schlaffe Haut lose an seinem dünnen Körper hängt.

Speaker 0: Seine Lippen sind als er ihn ansieht fast unsichtbar seine Zähne tief verfärbt und seine Augen blutunterlaufen.

Speaker 0: Er sieht genauer hin und sieht der junge Mann kniet über einem Leichnam, blickt ihn an und schluckt.

Speaker 0: Warum tut er das?

Speaker 0: Die Antwort ist eigentlich ganz einfach.

Speaker 0: Der junge Mann hat tatsächlich Hunger und sein Name ist... Ich werde ihn ab jetzt Tarare nennen, das ist ein bisschen schwierig weil es eine alte Überlieferung ist.

Speaker 0: Es könnte auch sein dass es damals Tarar ausgesprochen worden wäre, dass man Axon Grafen, Axon Tigü irgendwo in der Überlie ferungen, ich sag mal Hops gegangen ist.

Speaker 0: aber bei uns heißt der junge Mann Tarare.

Speaker 0: Und er ist keine Bestie aus einem Schauer-Roman, er ist auch kein Urban Myth was wir hier auch schon mal hatten.

Speaker 0: Er ist ein realer Mensch der wirklich existiert hat und es ist wirklich einer der bizarsten medizinischen Fälle der Menschheit.

Speaker 0: Basti du bist mit an Bord.

Speaker 0: erste Ideen Gedanken.

Speaker 1: Von dem was Du jetzt erzählt hast klingt das halt von einem klassischen Fall von Kanibalismus.

Speaker 1: ne?

Speaker 1: Das is ja nichts!

Speaker 1: was außergewöhnlich ist, doch ist außergewönlich.

Speaker 1: Ich habe letztes eine Studie oder eine kurze Studie darüber gelesen warum Cannibalismus sich in der Geschichte der Menschheit nicht durchgesetzt hat.

Speaker 1: Es liegt daran dass viele Gehirnkrankheiten auf Cannibalismus zurückgehen und das viele Naturvölker die cannibalisch gelebt haben und es gibt ja auch noch ein paar Papineuginäre.

Speaker 1: In Afrika gibt's wohl auch noch welche, teilweise schwerst krank geworden sind und die Populationen deswegen nicht gewachsen sind weil der Verzehr von Menschenfleisch oder besonders der Verzerr vom Rückenmark oder Gehirn schwerste Krankheiten auslösen kann sowie zum Beispiel bei Kühenkreuzfeld Jakob ausgelöst wird.

Speaker 1: also das Dementsprechend, man würde jetzt denken das ist ein moralischer Schlüssel der uns dazu geführt hat als Menschheit.

Speaker 1: Aber wenn wir mal ehrlich sind, Moral war in vielen Generationen der Menschen nicht die Frage.

Speaker 1: und in Verhungerungs-Situation zum Beispiel dieses uruguaysche Football Team was sie in den Siebzigerjahren über den anderen abgestürzt haben ja auch ihre Kollegen nachher gegessen weil sie sonst verhungert werden.

Speaker 1: im Notfall ist der Mensch halt anderer.

Speaker 1: aber ich denke es klingt hier gerade bei dem was du erzählst nicht unbedingt nach einem lebensbedrohlichen Notfall

Speaker 0: ist schwierig zu bewerten.

Speaker 0: Wir steigen mal in die Geschichte ein, eben genau diese Frage ob Tarare jetzt ein eiskaltes Monster ist?

Speaker 0: Ein Kanibale einen freiwilliger Kanibal einer den die Umstände erschaffen haben oder vielleicht auch einfach ein tragisches Opfer seiner eigenen Geschichte und Biologie klären wir, denke ich im Laufe der Folge.

Speaker 0: Ich will direkt vorne weg sagen ja das ist definitiv eine Crime Geschichte.

Speaker 0: also es ist natürlich ein Mann der Taten begeht einer einzelne Person.

Speaker 0: Es gibt aber auch definitiv Personen die helfen sollten die Straftaten begehen und ne Gesellschaft Die ja so nicht verklagt werden kann die sich aber definitiv auch falsch verhält vielleicht direkt einmal vorab.

Speaker 0: Die haben das damals noch nicht so genau mit der Buchführung genommen, vor zwei Hundertfünfzig Jahren, weil auch nur die Hälfte der Männer und natürlich noch weniger knapp ein Viertel der Frauen überhaupt schreiben konnte.

Speaker 0: Wir müssen uns vorstellen, dass war irgendwie noch eine Zeit wo die Guillotine im Dauereinsatz war.

Speaker 0: da hatte man ganz andere Sachen zu tun und wir können deswegen durch unsere ganzen Überlieferungen immer nur so ungefähre Zeiten eingrenzen jetzt zum Beispiel nicht auf Tage und manchmal auch nicht aufs Jahr genau oder so.

Speaker 0: Und was wir wissen stammt vor allem aus Berichten eines Militärschirurgen, also der konnte lesen und schreiben auf dessen Rolle in der Geschichte wir aber auf jeden Fall noch kommen.

Speaker 0: Das was ich hier erzähle ist wirklich alles überliefert schwer zu glauben.

Speaker 0: Ich habe manchmal auch gedacht das kann eigentlich nicht wahr sein da muss ein bisschen ich sage mal ein bisschen Fantasterei und ein bisschen Geschichte zugekommen sein im Laufe der Zeit, aber dass es tatsächlich nicht so, viel mehr erfundenes Beis als irgendwie dokumentiert ist.

Speaker 0: Es ist aber trotzdem unmöglich zu sagen, wo wie was alles genau im Detail stimmt.

Speaker 0: das wollte ich einmal zur Einordnung sagen.

Speaker 0: Wir beginnen mal mit der Kindheit von Tarare.

Speaker 0: Er wird um das Jahr siebzehn, zweien, siebzig auf dem Land so schön ländliche Gegend in der Nähe von Lyon in Frankreich geboren.

Speaker 0: Es ist auch unklar ob Tarare jetzt wirklich sein echter Name, der wäre sehr ungewöhnlich aber kann ja trotzdem sein oder ein Spitzname is.

Speaker 0: Was wir wissen ist seine Eltern sind auf jeden Fall sehr arme und einfache Bauern Und auf einem Kind wie Tarare sind sie nicht vorbereitet Denn schon von frühester Kindheit an zeigt der einen unkontrollierbaren riesigen Appetit.

Speaker 0: Gerade in den Teenager-Jahren, ich weiß nicht ob du die Beobachtung von dir selber kennst.

Speaker 0: Teenager gerade Jungs fressen ja einfach auch... Der Körper braucht einfach so viel zu essen!

Speaker 0: Die fressend haben wirklich die Haare vom Kopf wie man sagt.

Speaker 0: Wie war bei dir?

Speaker 1: Boah das war krass damals.

Speaker 1: Also... Das Krasseste was ich hier gesehen habe waren Kubel von mir der Sascha.

Speaker 1: Allerdings muss man sagen auch ordentlich auf dem Rippen hatte.

Speaker 1: Und wir hatten bei uns in Grottausen, wo ich herkomme keinen McDonalds.

Speaker 1: Wir hatten nur einen Burger King und dann sind wir mal da hingefahren... ...und ich habe dann immer so ein Menü gegessen oder so aber auch damals mehr gegessen als ich heute esse definitiv!

Speaker 1: Ich werde nie vergessen wie Sascha dann da so saß und sagte so ja ich nehme sechs Big King vier Double Cheeseburger Viermal Fritten zwölf Nuggets und zwei Eis.

Speaker 1: und ich sag zu ihm meins das Eis ist vielleicht zu viel.

Speaker 1: Ich weiß nicht, was ich da zu sagen soll.

Speaker 1: Und dann hat er das einfach komplett gefressen!

Speaker 1: Ich weiss nicht ob der danach ein Brickett geschissen hatte oder ob die den auspumpen mussten aber... Das war wirklich eine der beachtlichsten Leistungen von Überkonsum, die ich in meinem Leben je gesehen habe.

Speaker 1: Also es war wirklich unmenschlich.

Speaker 1: Ich weiß jetzt nicht wohin der dort gesteckt hat.

Speaker 1: Ich

Speaker 0: war mit meinen Ex-Freund und seiner Volleyballmannschaft nach dem Training beim Pizza Hut All You Can Eat Einfach so zu sechs riesige Typen alle so zwei Meter groß, nach dem Training.

Speaker 0: Also wir hatten richtig hart Hunger und all you can eat.

Speaker 0: tatsächlich waren Sachen weg.

Speaker 0: also das Befehl war durchgängig leer und wenn ich das runterrechne für die hat sich da richtig gelohnt hat All You Can Eat befehl weil die haben bestimmt jeder zwei Pizzen gegessen wenn nicht sogar noch mehr.

Speaker 0: aber die anderen leute die in dem Restaurant waren hatten gar keine Chance weil in so wachstumsphasen der körper natürlich auch irgendwie noch mehr Bock hat.

Speaker 0: das heißt also auch die Eltern von Tarare wussten Dean Elger, damals hießen die übrigens noch nicht so, fressen richtig viel.

Speaker 0: Klar das war den bekannt gerade dann auch die Jungs und so, die brauchen ja noch mehr für den Körpern.

Speaker 0: aber bei Tarare war es wirklich so extrem dass er an einem einzigen Tag Bis zu einem Viertel eines Ochsen verschlingen konnte, wenn man ihn gelassen hat.

Speaker 0: Eine Fleischmenge, die fast seinem eigenen Körpergewicht entspricht!

Speaker 1: Der hat gerade die Teller mitgegessen, der ist jetzt gerade an den Tabletz angekommen.

Speaker 1: Ich habe irgendwo auch mal diese Geschichte gehört von diesen Menschen, der irgendwie alles essen konnte.

Speaker 1: und das Problem an solchen Berichten ist natürlich dass dieser Zeit auch immer viel Sekruiositäten-Kabinetts gab, Menschen wurden noch für Ausstellungen genutzt und solche Dinge.

Speaker 1: also ich kann mir das wirklich gar nicht vorstellen was du da erzählst es anatomisch möglich ist.

Speaker 0: Ich will dich ja nicht fragen, wie viel du wiegst.

Speaker 0: Aber wenn wir jetzt hören er kann...

Speaker 1: Achtundneunzig Kilo!

Speaker 1: Auch wenn man das eine Dame nicht fragt?

Speaker 0: Aber er kann die Fleischmenge, die seinem eigenen Körpergewicht entspricht fast vollständig essen.

Speaker 0: Stell dir das mal vor, du müsstest jetzt einfach neunzig kilo Ochsenfleisch essen.

Speaker 1: Pult oder jetzt schon...?

Speaker 1: Das ist ja nicht möglich anatomisch würde ich sagen.

Speaker 1: Also bei dem Menschen schon, aber ich weiß nicht wann ich jemals so an die Grenze gekommen bin.

Speaker 1: Es gibt ja den schönen Film aus den siebzehr Jahren das Große Fressen was natürlich eine Groteske ist und nicht der Realität entstammt wo Menschen sich projekziert Tod essen.

Speaker 1: Ein Französischer für mich weiß nicht ob er von Trufo oder so war auf jeden Fall sehr alt schon Und der ist auch sehr eklig.

Speaker 1: Also er fängt mit einem Festgelage an und endet damit, dass sie faktisch platzen.

Speaker 1: Es gibt ja auch den alten Multispeiten-Sketch wo jemand explodiert vom Essen.

Speaker 1: Das ist schon sehr verrückt!

Speaker 1: Was

Speaker 0: das Krasse bei Terraré ist, muss man auch noch dazu sagen.

Speaker 0: Obwohl er diese gigantischen Nahrungsmengen aufnimmt zu sich nimmt wird er und isst.

Speaker 0: ein Hagerer Teenager also der wiegt im Alter von siebzehn Jahren gerade mal hundert Pfund Das sind fünfundvierzig Kilo.

Speaker 0: Also der ist super dünn!

Speaker 0: Das

Speaker 1: ist auch nicht wirklich vorstellbar ne?

Speaker 1: Wie das gehen soll.

Speaker 0: Seine Haut ist wohl extrem elastisch Meistens, wenn er nicht komplett voll gegessen ist auch sehr schlaff.

Speaker 0: Das heißt ne?

Speaker 0: Die hängt so, wenn der nichts gegessen hat.

Speaker 0: die Haut falten wirklich so lose herab überall auch über die... Teile über den Gürtel und so weiter.

Speaker 0: Und nach dem Essen bläht sich dann sein gesamter Unterbauch, ein gesamter unterer Bereich unterhalb der Rippen wie riesiger Ballon auf.

Speaker 0: Die Leute sagen auch dass sein Körper ständig sehr heiß war.

Speaker 0: also er hatte wohl eine wahnsinnig hohe Körpertemperatur hat sehr stark geschwitzt und er hat einen fauligen Körpergeruch irgendwie verströmt der wohl im Umkreis von zwanzig Schritten kaum zu ertragen ist.

Speaker 0: Aber da sieht man ja auch, dass das nicht normal ist und seine Eltern können natürlich diese ganzen Kosten für seine Mahlzeiten.

Speaker 0: Für alles was er essen will und Essen muss überhaupt nicht mehr tragen.

Speaker 0: eben gerade in dieser Teenager Zeit wo es noch extremer wird werfen die ihn dann aus dem Haus und überlassen Tarare sein eigenen Schicksal.

Speaker 0: Er landet halt, nachdem seine Eltern ihn rausschmeißen.

Speaker 0: Natürlich was soll anderes passieren?

Speaker 0: auf der Straße völlig auf sich allein gestellt obdachlos und natürlich immer noch von diesem ständigen Hungergefühl getrieben.

Speaker 0: das heißt er bettelt es stiehlt aber auch massiv viel essen um zu überleben ersucht in abfällen nach essbaren.

Speaker 0: Und aus diesem weg ist dann da in den französischen provinzen irgendwie unterwegs stößte irgendwann auf eine herumziehende band aus Die prostituierten Landstreichern und so weiter.

Speaker 0: Und schießt sich ihnen an, die werden dann zu seiner neuen Familie.

Speaker 0: Dort stellt er fest, dass sein extremer Hunger und seine Fähigkeit unvorstellbare Mengen zu essen, das er nutzen kann um Geld und Nahrung zu beschaffen.

Speaker 0: Er merkt vor allen Dingen auch es geht nicht nur um unvorstellungbare Menge sondern er kann außergewöhnliche Objekte verschlingen!

Speaker 0: das frisst.

Speaker 1: Das ist unvorstellbar, ne?

Speaker 0: Also ich sag mal bei Biggest Loser hätte er gar nicht mitmachen können weil er kein Gewicht zu verlieren hat weißt

Speaker 1: du?

Speaker 1: Weil der nicht dick war ja.

Speaker 1: Wobei man sagen muss dass diese Koriositätenkabinette teilweise aus heutiger Sicht natürlich sind die menschlich acht bis dorthin raus.

Speaker 1: aber es gibt ein Bild vom dicksten Mann des Jahres nineteenhundert glaube ich.

Speaker 1: also sie wurden ja bis ins frühe zwanzigjahrhundert fortgesetzt das Leute übers Land tingelten.

Speaker 1: und wenn ihr das mal eingibts musst du ein bisschen lachen weil der ist dünner als den durchschnittlichen WC.

Speaker 1: Also schweres Übergewicht zu der damaligen Zeit, natürlich mit einer anderen Kalorienzluft vor.

Speaker 1: Es gab kein Fast-Food

Speaker 1: etc.,

Speaker 1: schweres Übergewicht war ganz anders gedeutet als man das heute tut.

Speaker 0: Also Tarare macht da jetzt wie gesagt ja auch noch seinen Beruf draus.

Speaker 0: tatsächlich er ist das Ding dass frisst und erfindet eine richtige Anstellung.

Speaker 0: Ja, ich sag mal in der Comedy sagen wir vielleicht als Warm-Upper.

Speaker 0: Also er ist der Anheizer.

Speaker 0: Er hat eine kleine Mini Show vor der richtigen Show bei einem reisenen Quacksalber.

Speaker 0: also in den Berichten wird ja als Charlatan bezeichnet.

Speaker 0: Ich weiß jetzt keine andere Formulierung dafür.

Speaker 0: Also jemand, der ein bisschen zaubert und bisschen Medizin macht und da tritt er eben auf und er lockt immer die Massen an den Stand indem er zum Beispiel dort einfach vorher steht und alles Mögliche isst lebendige Tiere, Korkensteine eigentlich alles was er findet.

Speaker 0: Ich habe dir davon mal eine historische Zeichnung geschickt wie man sich das damals hätte vorstellen können wie Tarare dort die Menschen ja fasziniert hat.

Speaker 0: vielleicht kannst du es mal beschreiben?

Speaker 1: Ja man sieht viktorianisches Seidalter Frauen mit hauben aufwendigen Kleidern zurückgebundenen Haaren Mit einem Mann mit Frag, der das offensichtlich präsentiert und dann einen Mann, der daneben auf der Bühne steht.

Speaker 1: Man kann nicht genau erkennen was er da gerade in seinen Mund runterlässt.

Speaker 1: wird irgendwas Mechanisches sein so ein Türschloss oder so?

Speaker 1: ich weiß es nicht genau.

Speaker 1: Jedenfalls wird er da als Kuriosikum präsendiert Der halt in der Lage ist alles hinabzuschlucken.

Speaker 1: Aus heutiger Sicht natürlich nicht mehr zeitgemäß Menschen so zu prässentieren.

Speaker 1: Aber zu der manigen Zeit für jemanden mit einer solchen... Man kann es ja nicht anders nennen eine solche Essstörung wahrscheinlich einer der wenigen Wege überhaupt am Leben zu bleiben und sich ernähren zu können.

Speaker 1: Die Frage ist natürlich auch, Ist es das Innen-Ruch-Hunger-Gefühl, dass ihn getrieben hat?

Speaker 1: Oder ist es ein enormer Kalorienbedarf.

Speaker 1: Also wäre wirklich verhungert, wenn er weniger gegessen hätte!

Speaker 0: Da muss sich einen Arzt drum kümmern aber der kommt später auf jeden Fall ins Spiel.

Speaker 0: Es ist so... also du hast ja eben schon gesagt ne?

Speaker 0: Das einzige Möglichkeit für ihn Geld zu verdienen und irgendwie genug Essen für sich selber zu beschaffen.

Speaker 0: Man muss dazu sagen, das dient auch als Ablenkung.

Speaker 0: Auch das war damals ja relativ üblich weil im Hintergrund haben noch seine Freunde, seine wie wir eben gesagt haben vorherige Familie.

Speaker 0: Natürlich die Zuschauer alle abgezockt.

Speaker 0: Wenn die Menge gegauft hat und völlig gebannt war von seiner Performance sind natürlich Diebo umhergezogen und haben im Gedränge dann auch noch die Taschen und die Geldbörsen der Zuschauenden irgendwie leer geräumt.

Speaker 0: Im Jahr seventeen achten achtzig zieht Tarare dann auch tatsächlich nach Paris selber weil er da jetzt solo auftreten möchte als Straßenkünstler mit seinen Schlucktricks Und das steht er wirklich dann auf dem Marktplatz rum.

Speaker 0: Also Hufgeklappe auf Kopfsteinpflaster, Marktschreier das Lachen von Betrunkenen und eben eine gaffende Menschenmenge die sich aufstellt.

Speaker 0: Jetzt mittlerweile ist er siebzehn Jahre alt.

Speaker 0: in der Mitte steht Tarare dünn wie eine Vogelscheuche vor ihm ein ganzer Korb voller Äpfel und ohne zu zögern greift er zum Beispiel dort hinein und erkaut die Äpfeln wirklich wenig sondern erschlingt sie auch direkt herunter also einen nach dem anderen im rasantem Tempo.

Speaker 0: Die Menge is angewidert Auf eine perverse Art begeistert zugleich.

Speaker 0: und dann folgt auch noch zum Schluss immer ein Highlight seiner Show, er verschlingt eine lebendige sich windende Schlange.

Speaker 1: Wahnsinn, man wundert sich immer und in manchen Regionen Asiens gibt es das bis heute ja nicht irgendwelchen Respekt vor dem Leben von Lebewesen.

Speaker 1: Aber zum Beispiel hat man damals den Wechselstrom Edison.

Speaker 1: ich weiß nicht mehr genau was er beweisen wollte.

Speaker 1: die Gefahr vom Gleichstrom oder wechselstrom hat man dadurch dargestellt dass man einen lebendigen Elefanten auf offener Straße gegrillt hat.

Speaker 1: Auf die Idee würde man ja heute niemals kommen.

Speaker 1: Es wird ja nie sagen, wir testen jetzt diese Waffe auf offener Straße an einem Elefanten.

Speaker 1: aber selbst im Jahr nineteenhundert hat man das noch für ein probatisches Mittel gehalten um eine Warnung auszusprechen.

Speaker 1: vor etwas und hundert Jahre davor wo wir jetzt von später reden da hat keiner gesagt dass wir mal bisschen grausam jetzt lebendige Schlange zu fressen.

Speaker 0: also es ist wohl so dass er die Tiere dann immer nimmt und dann du kannst ja keine lebendigen Schlange schlucken.

Speaker 0: das ist ja zu gefährlich den Kopf dann zerbeißt mit seinen Zähnen und die dann aber herunterschlingt.

Speaker 0: Super!

Speaker 0: Was auch in Schilderungen steht, manchmal zieht er dafür auch sein Jackett und seine Hemd aus weil man wirklich sehen kann wie von seinem Körper sichtbar heißer Dampf aufsteigt, weil er so eine hohe Körpertemperatur hat wenn es zum Beispiel draußen dann eben kälter ist.

Speaker 0: Am Ende röpst der immer laut das kann natürlich auch Teil der Performance sein und startapatisch ins Leere In Paris folgt dann aber plötzlich, und das ist vorher noch nie passiert.

Speaker 0: sehr lauter schmerzverzerrter Schrei und Terrarie stürzt auf das Kopfsteinpflaster des Marktplatzes.

Speaker 0: Er krümmt sich vor Schmerzen und hält sich den extrem prallen gefüllten Bauch, die Zuschauer denken erst, dass wäre ein Teil der Show, verstehen dann aber schnell, dass dem nicht so ist?

Speaker 0: Und sie tragen ihn ins nächste Krankenhaus!

Speaker 0: Das ist sein erster Krankenhausbesuch überhaupt jetzt mit siebzehn Jahren.

Speaker 0: Dort bekommt er die Diagnose schwerer Darmverschluss Nicht weiter verwunderlich bei den Dingen, die er ist und ein starkes Abführmittel rettet dort aber sein Leben.

Speaker 0: Jetzt könnte man ja meinen das könnte ein Zeichen für ihn sein vielleicht doch auf normale Nahrung umzusteigen Und nicht zum Beispiel Unzerkautes zu verspeisen oder so weiter.

Speaker 0: Das ist aber nicht so denn Tarare ist dem Arzt der ihn da gerettet hat sehr sehr dankbar.

Speaker 0: und Um das nochmal zu zeigen Weil er das auch einfach lustig findet und irgendwie, dass ja auch sein Ding ist.

Speaker 0: Nimmt der dann wirklich die Taschenur des Arztes um die Samtkette zu verschlucken?

Speaker 0: Um ihn zu zeigen – er kann es immer noch!

Speaker 1: Da hat sich der Arzt bestimmt gefreut in der Zeit, in der so eine Taschenuhr wahrscheinlich ein Vermögen wert war.

Speaker 0: Nee, der Arz hat zum Glück eingegriffen und hat sie ihm wirklich an der Kette, die er ja da noch in der Hand hielt wieder aus dem Speiseröhre oder sogar aus dem Magen wieder herausgezogen Und hat ihm gesagt, das dürfe er jetzt wirklich nicht mehr machen.

Speaker 0: Es ist aber seine erste Begegnung mit der medizinischen Fachwelt.

Speaker 0: Und es wird natürlich nicht die letzte sein, aber zu diesem Zeitpunkt wird er dann erst mal aus dem Krankenhaus entlassen und nur vier Jahre später, siebzehnundzeinneunzig bricht dann der Krieg aus und nach Jahren des harten Überlebenskampfes als eben verstoßene Obdachlosatin-Adger wie wir schon gehört haben und dann auch weitergehend als Straßenkünstler fast Tararedi Entscheidung Soldat zu werden.

Speaker 0: Dafür wird man bezahlt, ermeldet sich dann freiwillig.

Speaker 0: Man kann sich jetzt ja schon vorstellen dass das in der Katastrophe nur enden kann weil die Mengen dir erledigen muss also dir braucht fürs Essen.

Speaker 0: Die haben natürlich überhaupt nichts mit den normalen

Speaker 1: Rationen

Speaker 0: für einen Soldat zu tun genau.

Speaker 0: Das ist natürlich bei seinem extremen Stoffwechsel alles total unzureichend.

Speaker 0: und was aber passiert ist dass er dann anfängt für andere Soldaten Botengänge zu machen oder ihnen schwere Arbeiten abzunehmen, wenn er dann im Austausch dafür Teile der Essensration von denen bekommt.

Speaker 0: Oder wenn die ihm Essensreste geben?

Speaker 0: Aber auch das reicht für ihn nicht aus!

Speaker 0: Er durchsucht also immer wieder nachts rinsteine Abfälle, Misthaufen weil natürlich irgendwie... ...er versucht genug Essen zu beschaffen aber er bekommt nicht genug und sein Körper hungert immer weiter aus.

Speaker 0: Also ein kleiner Nährstoffmangel hat er natürlich eh wie alle anderen damals natürlich nichts vernünftiges ist, aber es ist auch einfach zu wenig.

Speaker 0: Und dann bricht er wegen Erschöpfung und Entkräftung tatsächlich zusammen und wird eben in das am Anfang beschriebene Militärhospital von Suei geliefert.

Speaker 0: Dort angekommen hofft der natürlich auf Linderung klar.

Speaker 0: Aber stattdessen sind dort zwei anwesende Ärzte Dr.

Speaker 0: Kur Will und Dr.

Speaker 0: Pierre François Percy.

Speaker 0: Die lernen ihn kennen und sind absolut fasziniert.

Speaker 0: Sie sagen, das ist in ihrer medizinischen Karriere das interessanteste Forschungsobjekt was sie jemals getroffen haben.

Speaker 1: Man will sich gar nicht vorstellen wie viel raus kamen wenn so viele reingingen.

Speaker 1: also auch das muss ja ganz schrecklich gewesen sein.

Speaker 1: und dass zu Zeiten wo die hygienischen Bedingungen von da gab es ja nicht die Toilette da gab's den Abort.

Speaker 1: Das möchte man sich wirklich gar nicht vorstellen.

Speaker 1: Das ist ein negativ medizinisches Wunder der Mann.

Speaker 0: Und was auch definitiv negativ medizinisch ist, ist wie jetzt die beiden Ärzte mit ihm umgehen.

Speaker 0: Denn du hast ja eben schon angesprochen mangelnde Menschlichkeit war damals noch ein viel größeres Thema egal ob es jetzt Tiere quälen oder Respektlosigkeit gegenüber Menschen.

Speaker 0: Die finden das natürlich total spannend und beginnen alle möglichen Versuche mit Terrarie zu machen.

Speaker 0: also wo man jetzt wirklich sagen muss heutzutage ethisch völlig unvorstellbar.

Speaker 0: und auch tut mir jetzt fast leid, dass ich das jetzt erzähl muss.

Speaker 0: Absolut makaber!

Speaker 0: Weil die beiden beschließen.

Speaker 0: sie möchten gerne herausfinden wo denn die Grenzen des Körpers von Tarare liegen also die wirklich physischen Grenzen und was er dann alles verdauen kann an Menge aber auch an unterschiedlichen Dingen und teilweise auch Gegenständen.

Speaker 0: da muss sich jetzt auch direkt nochmal sagen Ich habe ja schon generelle Trigger-Warnung gesagt.

Speaker 0: ich hab gelesen Dass es etwas gibt Das heißt Emetophobie.

Speaker 0: Ich weiß nicht, ob du das kennst.

Speaker 0: Das ist die starke krankhafte Angst vor dem eigenen Erbrechen oder vor dem Anblick?

Speaker 0: Oder Geruch von Menschen, die sich erbrechen?

Speaker 1: Nee, aber kann ich fast schon ein bisschen verstehen!

Speaker 0: Ja, ich glaube man kennt das selber.

Speaker 0: auch wenn man sieht wie jemand brechen muss... ...ich kenne es jetzt nur zum Beispiel für meinen Patenkind als die Mamagen-Darm hatte.

Speaker 0: Da geht bei mir auch sofort los.

Speaker 0: Aber

Speaker 1: ich habe Ekel vor.

Speaker 1: Kot.

Speaker 1: Kotze geht noch, Kot ist wirklich für mich ganz schlimm.

Speaker 1: Ich weiß nicht ob es dafür auch einen Medizinfachbegriff kriegt aber das ist was für mich... wirklich ganz Schlimmes.

Speaker 0: Es geht jetzt erstmal in erster Linie viel ums Essen und zwar beginnt das Ganze, das sind die ersten dokumentierten Essmengen.

Speaker 0: vorher können wir nur darauf vertrauen was Tarare den Ärzten wiederum erzählt hat.

Speaker 0: aber hier geht es jetzt wirklich um Sachen die getestet sind und aufgeschrieben.

Speaker 0: Das erste ist dass fünfzehn Personen gelagen Um die maximale Kapazität der Essensaufnahme zu testen bereiten die Ärztin eine Mahlzeit vor die eigentlich für fünfzehngesunde Feldarbeiter gedacht ist.

Speaker 0: alleine zwei riesige Fleischpasteten und Teller, dann gibt es noch ein Teller mit reinem Fett- und Salz.

Speaker 0: Also Grunde fast wie eine gesalzene Butter würde ich mir das jetzt vorstellen!

Speaker 0: Und vier Galonen, das sind fünfzehn Liter Milch dazu.

Speaker 0: Dann gibt es das fressenlebendiger Tiere weil die Ärzte auch testen wollen, ob er rohes unvorbereitetes und verarbeitetes Fleisch problemlos essen kann.

Speaker 0: Das wird jetzt für alle Tierliebhaber ganz schrecklich!

Speaker 0: Sie präsentieren ihm eine lebende Katze und Tarare reißt laut den Unterlagen das Tier vor den Augen der Ärzte mit seinen Zähnen auf und verspeist es auch bis auf das Skelett dann komplett.

Speaker 0: Und in Teilen ist er sogar noch ein wenig wenn er's nicht abgelöst kriegt von dem Fell und der Haut der Katze mit.

Speaker 0: Die Mediziner setzen die Versuche auch fort alle möglichen anderen Dinge.

Speaker 0: Also wir haben ja schon gehört, dass er Schlangen ist, Fische, Eidechsen und auch noch einen Welpen.

Speaker 0: Das

Speaker 1: ist wirklich absolut fürchterlich!

Speaker 1: Ja.

Speaker 1: Fürchterlich fern von jeder Vorstellung.

Speaker 1: Und

Speaker 0: Tararri ist das alles wahrscheinlich weil er keine andere Wahl hatte wegen dieses grausamen Hungers der ihn immer treibt?

Speaker 0: Das letzte was sie ihm geben ist eine Holzkiste.

Speaker 0: Eine kleine Hölzer eine Kiste, in der sich ein Papierdokument befindet.

Speaker 0: Ich muss jetzt dazu sagen wie groß diese Kiste ist konnte ich nicht rausfinden aber sie wird nicht allzu groß gewesen sein vielleicht eher so im Bereich.

Speaker 0: wenn man einen Ring kauft ist er vielleicht in so einer Box das würde ich sagen es eigentlich so ein bisschen das Maximum.

Speaker 0: und tatsächlich ist es so.

Speaker 0: nach drei Stunden also nach knapp zwei Tagen scheidet Tarare die Kiste wirklich auf natürlichem Wege wieder aus Und die Kiste ist weitestgehend unbeschädigt und der Brief darin ist noch voll lesbar.

Speaker 1: Führt es nur durch sich durch?

Speaker 0: Ein wenig, ja.

Speaker 0: Und was die beiden Ärzte jetzt machen ist sie sagen das ist ganz faszinierend.

Speaker 0: Sie sind mit ihrer sogenannten Forschung total optimistisch und auch wie ich vermuten würde fast ein wenig stolz drauf.

Speaker 0: anders kann ich mir den nächsten Schritt nicht erklären.

Speaker 0: Sie sagen dann dass sie dieses Kisten-Experiment gerne vor Generälen und Kommandanten der Rheinarmee eben die ja am Militärkrankenhaus in diese Militärlager sich auch aufhalten, gerne noch mal vorführen wollen und deswegen muss Tarare den Trick wiederholen.

Speaker 0: Als Belohnung für die erfolgreiche Vorführungen sagen sie ihm das er danach dreißig Pfund also es sind vierzehn Kilogramm Rinderlohge- und Leber bekommt.

Speaker 0: Das geschieht auch!

Speaker 0: Er führt das Experiment nochmal durch ist funktioniert wieder und er bekommt sein sogenanntes Belohnungsessen.

Speaker 0: Und nach mehreren Monaten, die Tarare eben als Versuchskaninchen in diesem Militärhospital festgehalten wird von den beiden Ärzten, drängt die Militärebehörde dann darauf.

Speaker 0: Denn sie haben ja gesehen wozu er in der Lage ist ihn in dem aktiven Frontdienst einzusetzen und die möchten eben gerne dass die Ärzte ihn weiter erforschen als Testobjekt und ihn dann später aber auch für Spionage nutzen und für das Überbringen von Nachrichten.

Speaker 1: Absolut fürchterlich!

Speaker 1: Also, ne... Sorry ich bin immer noch bei dem Part wo er einfach... Wo man dir vierzehn Kilogramm Pferdeleber verspricht.

Speaker 1: Aber also dass ja so gesehen als lebendes Spionagegefäß genutzt wird.

Speaker 1: Das wäre ein Traum jedes Drogenschmugglers vom Kartellen heutzutage.

Speaker 1: Weißt du wenn jetzt die mir alles reinschmeißen können?

Speaker 1: Und danach den Flug wieder rausziehen Das ist ja durchaus, was viele Menschen schreckenderweise heute noch tun.

Speaker 1: Kondome oder Plastiktüten mit Drogen zu schlucken und dann über die Grenze zu kommen per Flugzeug oder wie auch immer.

Speaker 1: Und was ganz, ganz oft tödlich ausgeht, weil die Magensäure, die Kondoma- oder sonstigen Gefäße auflöst und dann halt hundert Gramm Zauber, hundert Gramm Fünfhundert Grammt Kokain oder sonstige Drogen freigesetzt werden, die Personen umgehend umbringen.

Speaker 1: Er wäre ein Traum dafür gewesen!

Speaker 0: Und er wird jetzt auch tatsächlich ein menschlicher Kurier.

Speaker 0: Er soll geheime Dokumente in seinem Körper an der feindlichen Grenze vorbeischleusen, man muss dazusagen.

Speaker 0: also es gibt von den beiden Ärzten Dr.

Speaker 0: Kurovill und Dr.

Speaker 0: Persi starke Zweifel an Terroris.

Speaker 0: Verstand uns an seiner mentalen Eignung.

Speaker 0: das teilen sie auch mit weil Sie natürlich beobachtet haben.

Speaker 0: für Essen tut er wirklich alles aber nichtsdestotrotz Die Herren beim Militär sind so begeistert, dass er wirklich offiziell als Spion der Rheinarmee eingestellt wird.

Speaker 0: Wie krass!

Speaker 0: Das ist schon irgendwie krass, dass man den Körper einfach dem Militäer zur Verfügung stellt und einfach vergisst das es ein Mensch ist.

Speaker 1: Aber das fühlte ich jetzt bei Soldaten im Allgemeinen besonders zu der damaligen Zeit also... Das ist ja genau das was es bedeutet ne?

Speaker 1: Dass man seinen Körper mit allen Konsequenzen die daraus erfolgen als Maschine zur Verfügung stellt.

Speaker 1: Also der heute moralisch vielleicht anders gewertet, aber damals wurde es so als Kanon.

Speaker 1: Ich mein denk an den Zweiten Weltkrieg die Landung in Omaha Beach.

Speaker 1: da wussten alle verantwortlichen dass die deutschen riesige Stellungen am Strand haben in der Normandie und das alle sagen wir die ersten drei Reihen die in den Landungsbooten stehen einfach nur Kugelfänger sind bis die Deutschen nachladen müssen.

Speaker 1: also keiner der vorne stand in den Booten hat überlebt und man hat's trotzdem getan weil man halt dachte, dass das der einzige Weg ist um Nazi-Deutschland zu besiegen.

Speaker 1: Ob das im Nachhinein stimmt kann ich nicht beurteilen, kein Historiker aber mit den Menschen vom Lebewesen oder vom Menschen zum Gegenstand zu deklarieren, das ist ja einer der erste Schritte in Krieg.

Speaker 0: Es ist jetzt tatsächlich so, dass Tarare seinen ersten offiziellen Job als Spion bekommt Und zwar schleicht er nachts verkleidet als deutscher Bauer über die feindliche Grenze.

Speaker 0: Er soll eine Nachricht an einen gefangenen französischen oberst nahe Neustadt überbringen und das Dokument befindet sich, wie er schon vorher erprobt, verschloss in einer kleinen Holzkiste in seinem

Speaker 0: Magen.".

Speaker 0: Aber man muss jetzt sagen, der Plan ist nicht wirklich gut durchdacht.

Speaker 0: Weil Tarare spricht halt kein Wort Deutsch, ist aber als deutscher Bauer getarnt.

Speaker 0: Schwierig?

Speaker 0: Ja gut!

Speaker 1: Das ist keine gute Voraussetzung würde ich sagen.

Speaker 0: Und dazu kommt noch dass er relativ auffälliges Verhalten an den Tag legt und vor allen Dingen denen das hatte ich vorhin schon mal thematisiert extrem Körpergeruch ja noch an sich und um sich hat.

Speaker 0: und so zieht er sofort die Aufmerksamkeit der einheimischen Bevölkerung auf sich Die dann auch tatsächlich die preußischen Behörden alarmieren Und die nehmen ihn dann gefangen, durchsuchen ihn gründlich.

Speaker 0: Finden aber natürlich nichts.

Speaker 0: und dann folgt das was im Krieg halt auch oft passiert.

Speaker 0: Dann folgt eine Folter.

Speaker 0: also er wird ausgepeitscht, aber er weigert sich auch da behaulich seine Mission zu verraten und warum er unterwegs ist.

Speaker 0: und schließlich bringt man ihnen vor einen preußischen Kommandanten.

Speaker 0: als Tarare dann auch vor ihm schweigt und nichts sagt, wird er in eine Zelle geworfen.

Speaker 0: Und dort bricht aber sein Widerstand nach vierzehn Stunden v.a.

Speaker 0: wegen seines extremen Hungergefühls.

Speaker 0: Er gesteht den Preußen den Plan mit der verschluckten Holzkiste in Gegenleistung, dass er etwas zu essen bekommt.

Speaker 0: Die Preußen ketten darauf in Tararé ne Latrine und warten das seinen Körper die Botschaft freigibt.

Speaker 0: Es ist so wie auch die Male davor.

Speaker 0: Bizarre bezeichnet jetzt Proben, die Holzkiste taucht wieder auf.

Speaker 0: Der General nimmt die Kiste an sich und öffnet den Brief aber als er das Dokument liest packt ihn eine schiere Wut denn in der Kiste befindet sich kein wichtiges militärisches Geheimnis.

Speaker 0: Der general hatte Terraris Magen erstmal nur eine belanglose Testnachricht anvertraut um zu sehen ob die Transportmethode überhaupt funktioniert um auch zu testen ob Terrare wirklich treu ist und als Spion wirklich genau dass tut was er soll.

Speaker 0: Und in den Brief wird der gefangene Oberast lediglich darum gebeten, zu bestätigen dass die Nachricht angekommen sei und er wird irgendwie nach Informationen über preußische Truppenbewegungen gefragt.

Speaker 0: Und hätte dann Tarare die Nachrichten zurückgebracht hätten sie ihn offiziell auf Spionagemission eingesetzt.

Speaker 0: das war nur ein Testlauf von dem er nichts wusste und da muss man tatsächlich auch sagen dass der General einfach sein Leben für so einen

Speaker 1: Wow, okay.

Speaker 1: Ja, guten Menschenjemen war zu der damaligen Zeit noch weniger wert als heute.

Speaker 1: Der Humanismus und die Frage der menschlichen Würde hat sich da noch nicht durchgesetzt!

Speaker 1: Das ist schon krass kann man nicht anders sagen aus heutiger Sicht sehr schwer vorstellbar.

Speaker 0: Ich finde auch diese Grausamkeit da so mitzuspielen dann zu sagen ja du wirst jetzt sterben Dann hängst Du jemand schon halb an den Galgen Und dann lässt Du den doch wieder frei nie mehr erholst.

Speaker 1: Ja gut, also ich will jetzt da nichts runterspielen aber ich glaube das menschliche und psychische Leid dass damals von Menschen ertragen wurde ist ungleich höher als alles was wir uns heute vorstellen können.

Speaker 1: Wir sprechen dann auch immer noch über den Kollegen der leichen und lebende Tiere gegessen hat.

Speaker 1: Also auch seine, nennen wir es mal mentale Robustheit schien etwas höher ausge Bilder zu sein als bei den meisten.

Speaker 0: Auf jeden Fall, all das was ihm jetzt dort geschehen ist führt bei Terrarät zu der Entscheidung oder dem Wunsch niemals wieder als Spionendienen zu wollen.

Speaker 0: und weil das Militär ihn so behandelt hat geht er an den Ort zurück wo er sich eigentlich zumindest relativ gut betreut gefühlt hat und zwar ins Lazarett ins militärkrankenhaus zur Dr.

Speaker 0: Persi Weil der natürlich immer offenfreundlich zu ihm war und weil er dort zumindest relativ viel Essen bekommen hat.

Speaker 0: Und er geht zu Dr.

Speaker 0: Persi und hat einen einzigen Wunsch, er möchte gerne von dem unerträglichen qualvollen Hunger geheilt werden.

Speaker 0: also er möchte eigentlich das der Grund für all das was er tut in irgendeiner Form von ihm genommen wird dass irgendwie funktionieren könnte.

Speaker 0: und dr.

Speaker 0: persie unternimmt tatsächlich daraufhin eine Reihe von Behandlungsversuchen die auch dokumentiert sind.

Speaker 0: er versucht es mit Wein essig mit sogenannten Tabakpillen.

Speaker 0: Er verabreicht Tarare laudanum, das ist so eine stark opiumhaltige Tinctur alles in der Hoffnung seinen Appetit damit zu dämpfen.

Speaker 0: aber nichts davon schlägt irgendwie an.

Speaker 0: er füttert ihn zum Beispiel auch in einem Versuch mit Unmengen an weich gekochten Eiern und zu gucken ob vielleicht damals schon die Idee Eiweißsättigen.

Speaker 0: da wirkt aber auch diese.

Speaker 0: Ich nenn's jetzt mal Diät.

Speaker 0: Du weißt, wie ich meine diese besondere Ernährung verpuft einfach komplett bei seinem Stoffwechsel.

Speaker 0: alle Behandlungen scheitern und die Ärzte versuchen ihn dann auf einer streng kontrollierten Diät zu halten weil sie glaube ich denken dass sich der Magen dann auch wieder verkleinert was ja tatsächlich so ein bisschen ist.

Speaker 0: wenn man weniger ist verkleinert sich der magen und man ist schneller satt.

Speaker 0: aber das wissen wir auch heutzutage dass geht natürlich nur in ganz kleinen ausmaßen.

Speaker 0: deswegen gibt es ja heute sowas wie magenverkleinerung oder so

Speaker 1: und das ist eine der letzten stritte.

Speaker 1: also heute gibt jetzt diese neuen abgnehmenspritzen die den hunger zögern.

Speaker 1: Früher war das für Leute, jetzt zum Beispiel reiner Keimund hat ein Magenband der letzte Weg um von ihrer Adipositas runterzukommen.

Speaker 1: Den Magen auf einen Level verkleinern, dass man halt bei kleinsten Portionen satt ist und das Hungergefühl ist beim Menschen ja auch unterschiedlich stark ausgeprägt.

Speaker 1: also wenn ich irgendeine Echt organische Schwäche hab dann auch, dass ich schnell Hunger kriege und dann auch doof werde.

Speaker 1: Und ich esse halt sehr gerne.

Speaker 1: Ich beneide immer Menschen die irgendwie nur einen halben Teller essen können.

Speaker 1: Ich bin so in einer klassischen Ruhrpott-Erziehung aufgewachsen.

Speaker 1: Es wird aufgegessen, was am Teller ist.

Speaker 1: Das habe ich bis heute in meinem Kopf.

Speaker 1: Ich würde nie, außer wenn es mir wirklich überhaupt nicht schmeckt will ich einen halbten Teller zurückgeben.

Speaker 1: das mache ich nicht.

Speaker 0: Nee tatsächlich putze ich auch immer gut leer und ich muss auch sagen, ich bin eine ganz schlechte Version von mir selber, wenn ich hungrig bin.

Speaker 1: Erstaunlich wie sehr er das Auswirkungen aufbeiehen hat!

Speaker 0: Ich werde richtig aggro dann auch.

Speaker 0: Deswegen dieses Gefühl, ständig krassen Hunger zu haben... ich stelle mir das wirklich wahnsinnig belastend vor.

Speaker 0: Also manchmal schal ernst!

Speaker 0: Das

Speaker 1: glaube ich auch.

Speaker 1: und der uns still war ist ne?

Speaker 1: Wie geht es denn mit ihm aus?

Speaker 0: Es ist so dass ihnen diese ganzen Diäten die ganzen Versuche ihn zu heilen, dass sie dazu führen benutzt jetzt mal ein, weil wir ja keine offizielle Diagnose haben.

Speaker 0: Ein frei gewähltes Wort dass er einfach wahnsinnig wird.

Speaker 0: also er wird wirklich immer mehr zum Tier.

Speaker 0: ich weiß nicht.

Speaker 0: es ist dann tatsächlich so das er sich nachts beginnt heimlich aus dem Lazarett zu schleichen.

Speaker 0: er durchsucht auch da wieder die Gassen nach abfällen.

Speaker 0: er lauert vor Metzgereien auf weggeworfene Innereien und Teile des Fleisches die nicht mehr nutzbar sind.

Speaker 0: er kämpft tatsächlich teilweise wohl mit Straßenhunden um irgendwelche verrotteten Nahrungsmittel.

Speaker 0: Das Personal ertappt ihn dann auch irgendwann mehrfach dabei, wie er sich an schlafende Patienten heranschleicht.

Speaker 0: Um zum Beispiel das frisch abgezapfte Blut aus den Adalas-Schalen zu trinken.

Speaker 0: Oh

Speaker 1: Gott!

Speaker 1: Ich got's gleich!

Speaker 1: Also jetzt wirklich gut, oh mein Gott!

Speaker 1: War

Speaker 0: halt früher ein Mittel und auch das hat er ja nicht ausgespart.

Speaker 1: Adalass ist bis in die Neuzeit praktiziert worden und basiert unter anderem auf der Säftelehre – dass man glaube, dass der Körper mit verschiedenen Säften geilen saft

Speaker 1: etc.,

Speaker 1: ausgestattet ist und dass man den in Gleichgewicht bringen müsste.

Speaker 1: Und es gibt wirklich sehr, sehr wenige Krankheiten bei denen ein Ablassen des Blutes also das Entfernen von Blut aus dem Körper hilfreich ist.

Speaker 1: In neun, neunzig Prozent der Fälle ist es hochschädlich.

Speaker 0: Definitiv!

Speaker 0: Es ist tatsächlich noch so, dass der sogenannte Adalas immer noch in moderner Human- und auch Tiermedizin für sehr spezifische Erkrankungen sehr selten eingesetzt wird aber mehr dann auch nicht.

Speaker 0: Nach dieser Tatsache, die wir jetzt hier gehört haben ist es auch so dass Terrarin nachts in die Leichenhalle des Krankenhauses einbricht.

Speaker 0: Also genau dort wo wir mit der Geschichte begonnen haben um dort das Fleisch der aufgebarten Toten zu essen tatsächlich.

Speaker 0: Das ist damals tatsächlich auch schon so rechtlich ein Problem.

Speaker 0: also Kanibalismus oder Laichenschändung.

Speaker 0: er wird niemals offiziell wegen Laichenschändungen angeklagt.

Speaker 0: Aber im französischen Strafgesetzbuch von Seventeinundneinzig taucht zum Beispiel Kanibalismus oder Menschenfleischessen jetzt noch nicht als Tatbestand auf.

Speaker 0: Nichtsdestotrotz gab es damals natürlich dafür auch schon eine hohe gesellschaftliche Echtung.

Speaker 1: Fand keiner top, wenn man Oma gratiniert hat das versteh ich.

Speaker 0: Damals gab's halt schon leichen Schändungen und Störungen der Todröhrer...

Speaker 1: Ja Nikofibie und so ne Scheiße ne?

Speaker 1: Also klar!

Speaker 0: gab den Tatbestand jetzt so noch nicht.

Speaker 0: Die anderen Dinge irgendwie waren bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei ihm ist das aber nicht dokumentiert dass das verlegt wurde.

Speaker 0: die Ärzte haben das dann natürlich mitbekommen.

Speaker 0: also am Anfang war es nur ein Gerücht.

Speaker 0: dann haben sie ihn verfolgt und haben gesehen dass das wirklich stimmt.

Speaker 0: Und jetzt erklären Sie ihn auch für offiziell Geisteskrank und setzen sich für eine Verlegung in eine Ihren Anstalt ein.

Speaker 0: Aber Dr.

Speaker 0: Percy, von dem wir schon gehört haben es gab ja mehrere Ärzte die involviert waren zwei und eben hauptsächlich Dr.

Speaker 0: Persi.

Speaker 0: der weigert sich so ein bisschen dagegen.

Speaker 0: ihm ist das unlieb weil er eigentlich noch gerne weiter forschen möchte an Tarare.

Speaker 0: Der

Speaker 1: ist zwar bekloppt aber müssen mal nachgucken warum?

Speaker 0: Ja also er sagt dass er biologisch bemittleidenswert ist und definitiv ein Problem hat aber geistig gesund ist.

Speaker 0: Und tatsächlich ist es so.

Speaker 0: mit dieser Argumentation bleibt Tarare in der Obhut des Doktors Und dann passiert etwas, dann verschwindet ein vierzehn Monate altes Kleinkind spurlos aus der Krankenhausstation und da bin ich fast erleichtert jetzt sagen zu müssen dass man da keinerlei konkrete Belege für hat das das Tarare war.

Speaker 0: Es gibt keine Augenzeugen Leider wird das Kind auch nicht gefunden und es gibt keine handfesten Beweise für ein Verbrechen von Tarare.

Speaker 0: Aber die Anschuldigungen wiegen so schwer, dass selbst Dr.

Speaker 0: Parisi sein Patient nicht mehr schützen kann und endlich alle sagen, nee, das geht einfach nicht mehr.

Speaker 0: Das können wir ja so nicht machen.

Speaker 0: Und es ist aber so, dass das Krankenhauspersonal ihn dann eben nicht in eine Einrichtung steckt sondern einfach nur vom Gelände jagt.

Speaker 1: Du

Speaker 0: Scheiße!

Speaker 0: Man weiß jetzt auch nicht, wie das passieren konnte.

Speaker 0: Das

Speaker 1: ist wirklich alles kompletter Wahnsinn ne?

Speaker 1: Also das ist ja... Wahrscheinlich haben die Leute ihn auch gefürchtet.

Speaker 1: Er hat gestunken, es gab die Vermutung das er Kinder ist.

Speaker 1: also ich denke da wird auch viel Abscheu dabei gewesen sein was du?

Speaker 0: Es ist dann so dass er wirklich dann flieht und sich dann auch versteckt.

Speaker 0: Also er wird das Hospital nie mehr betreten natürlich nicht Und für die nächsten vier Jahre gibt es auch keine Spur mal von Terrarer.

Speaker 0: Im Jahr seventeenhundert achtund neunzig bekommt Doktor Persi dann eine Nachricht vor einem Arzt aus Versailles Und zwar steht in dieser Nachricht, dass ein schwer kranker Patient nach ihm verlangt und dieser Patient ist Tarare.

Speaker 0: Er ist nur noch ein schwacher Betleger schatten seiner selbst und Tarare ist jetzt aber davon überzeugt den Grund für sein Leiden endlich zu kennen.

Speaker 0: Er gestickt Dr.

Speaker 0: Persi das er vor zwei Jahren eine goldene Gabel verschluckt hat Und er glaubt, dass diese Gabel in seinem Körper feststeckt und jetzt seine extreme Schwäche und seine Probleme verursacht.

Speaker 0: Er fleht Dr.

Speaker 0: Persi an die Gabel operativ zu entfernen.

Speaker 0: Dr.

Speaker 0: Persi sieht aber sofort das selbst wenn dieser Gabelvorfall korrekt ist... ...dass das nicht das ist was Tarare töten wird sondern er erkennt, dass der an Fortgeschrittener Typokulose leidet und die war damals einfach noch überhaupt nicht halber.

Speaker 0: Einen Monat später stirbt Tararet dann im Alter von nur sechsundzwanzig Jahren.

Speaker 1: Wahnsinn!

Speaker 1: Ein Schwächer, ne?

Speaker 1: In dem Fall.

Speaker 0: Da kommen wir jetzt zu, weil Dr.

Speaker 0: Persi hat offensichtlich immer noch nicht aufgegeben, Terraré und Terrarés Körper zu verstehen.

Speaker 0: Was er feststellt ist, er beobachtet die Leiche nach Terrorés Tod und die verwest wohl in einer so rasenden Geschwindigkeit das absolut ungewöhnlich ist und deshalb weigern sich auch die anderen Chirurgen des Krankenhauses, indem er verstorben ist, in Versailles an eine Obduktion teilzunehmen wegen der extremen Gerüche.

Speaker 0: Und nur Dr.

Speaker 0: Persi kann dann einen Arzt überzeugen, und zwar den Arzt, der ihm auch die Nachricht übermittelt hat, die Obduktion durchzuführen.

Speaker 0: Er will die anatomischen Unterschiede von Terraris-Verdaungsapparat nochmal genauer ergründen und herausfinden, ob vielleicht auch noch diese Gabel dort ist oder ob es da irgendein Erklärungsansatz gibt.

Speaker 0: Was die beiden Ärzte bei der Sitzierung finden, grenzt tatsächlich an – das ist jetzt ein komisches Wort aber biologisches Wunder.

Speaker 0: Es sind verschiedene Dinge und zwar hat Tarare einen gewaltigen Schlund, die Speiseröhre ist eben extrem groß und wahrscheinlich auch ab normal weit gedehnt so dass die Ärzte bei geöffneten Kiefer durch ein breiten Kanal fast bis in den Magen blicken können.

Speaker 0: Das ist ja wenn man den Kopf überstreckt.

Speaker 0: das ist ja bei normalen Menschen überhaupt nicht möglich.

Speaker 0: dann finden sie einen kolossal großen Magen.

Speaker 0: der is riesig Füllt fast die gesamte Bauchhöhle aus und ist über und über auch mit Gespüren bedeckt.

Speaker 0: Welche konnten sie damals natürlich nicht rausfinden?

Speaker 0: Dann hat er auch weitere Grotesst vergrößerte Organe, Leber, Gallenblase sind extrem vergrössert und in irgendeiner Form krankhaft verändert Und man kann auch noch sehen dass der gesamten Bauchraum eigentlich entzündet ist.

Speaker 0: also da ist irgendwelches Gewebe- und auch organisches Material was dort angesiedelt ist, was absolut nicht normal ist.

Speaker 0: Aber auch nach der Obduktion werden die Mediziner nicht so richtig schlau daraus.

Speaker 0: Also sie können nicht genau sagen, was die Ursache des Heißhungers ist.

Speaker 0: Sie können nur sagen dass er sehr anders aussieht als alle anderen Menschen, die sie bis dahin obduziert haben.

Speaker 0: Das

Speaker 1: war ja fast zu erwarten das der anatomisch irgendwas besonders sein muss wenn jemand solche Mengen... also es gab zumindest mal seinen Leiden nicht nur psychischer Natur sondern offensichtlich basiert auf irgendeine organischen Besonderheit, hat man die denn irgendwie konserviert?

Speaker 1: Also ich hab's die Möglichkeit.

Speaker 0: Leider nein das haben sie nicht gemacht.

Speaker 0: es gibt aber oder gab im laufe der geschichte immer wieder mediziner und oder historiker Die sich tatsächlich mit dem fall noch beschäftigt haben.

Speaker 0: dadurch dass er von dr.

Speaker 0: persia durch die aufzeichnung gut dokumentiert ist Kann man da natürlich gucken.

Speaker 0: deswegen gibt's mittlerweile noch andere teorien.

Speaker 0: also zum beispiel sind sich Fast alle einig, dass er auf jeden Fall einen schweren Befall mit Darmparasiten gehabt haben muss.

Speaker 0: Ob das jetzt hier ist von Haken und Spülwürmern?

Speaker 0: Die Rede ist... Das kann man natürlich nicht mehr genau sagen aber es muss so gewesen sein die sozusagen mit gegessen haben.

Speaker 0: dieser Parasiten Befall sorgt dafür, dass die Unmengernahrung vom Körper also die ganzen Nährstoffe und so weiter nicht aufgenommen werden können.

Speaker 0: Weil die ganzen Parasiten wie ein sekundärer Organismus also im Grunde eine zweite Person, die mit ist vorher schon alles abgesaugt haben.

Speaker 0: Und dann sagen auch viele das es ein Gehirnschaden sein muss zum Beispiel defekter Sättigungssensor im Gehirn.

Speaker 0: aber auch wir haben Eigentlich im Körper am Hypotalamus, das ist ein Teil des Gehirns.

Speaker 0: Daher zuständig ist es, dass das Sättigungsgefühl und die Körpertemperatur reguliert wird.

Speaker 0: Wir haben ja schon gehört er hat immer mega viel geschwitzt hohe Körpertemperaturen.

Speaker 0: Das scheint auch dafür zu sprechen, dass zum Beispiel da irgendwas eine Hirnanomalie vorlag Und der Bereich des Gehärens stark vergrößert oder vielleicht auch geschädigt war Oder so.

Speaker 0: dann kann's auch sein, dass sein Körper Nährstoffe nicht aufnehmen konnte Zum Beispiel Eisenmangel weil wenn man Eisenmangel hat kriegt man so teilweise ganz krass Hunger attacken Und so gelüste sage ich jetzt mal.

Speaker 0: Kann Schilddrüsen über Funktion gewesen sein, was alles weggebrannt hat?

Speaker 0: Es kann eine Form von Diabetes gewesen sein.

Speaker 0: es können auch psychologische Synthdrome gewesen sein.

Speaker 0: Es gibt zum Beispiel ein Pika-Syndrom.

Speaker 0: das ist ne Essstörung die Menschen dazu treibt ungenießbare Dinge zu verschlucken.

Speaker 0: Das Prada-Willi-Syndrom, das ist ein Gendeffekt der ein obsessives Hungergefühl auslöst.

Speaker 0: All das oder eine Kombi von diesen Dingen wird der arme Mann gehabt haben.

Speaker 0: Pika-Ssyndrom

Speaker 1: habe ich mal in den Doku drüber gesehen wo Leute dann zum Beispiel leidenschaftlich gerne ihre eigene Couch essen und so.

Speaker 1: Und davon träumen halt Matratzen auf zu essen.

Speaker 1: und es kann bei manchen Dingen wie Papier nicht so dramatisch sein weil die verdaubar sind aber bei anderen Sachen natürlich hochgiftig.

Speaker 1: also Die Füllung deiner Couch zu essen ist einfach Gift.

Speaker 1: Das kann niemand auf lange Zeit überleben.

Speaker 1: Wahnsinn, Wahnsinn!

Speaker 0: Ja und er wird das und wahrscheinlich auch noch viele andere der vermuteten Diagnosen gehabt haben.

Speaker 0: Und deswegen finde ich es jetzt auch gut dass wir am Ende nochmal zurückkommen auf den Anfang.

Speaker 0: da haben wir uns ja schon gefragt was ist das für ein Monster?

Speaker 0: Der in einer Leichenhalle Körperteile von Verstorbenen verspeist?

Speaker 0: Ist er wirklich ein Monster so oder ist er eigentlich auch nur Opfer.

Speaker 0: Also ich meine, guck mal der war Jahrmarktspektakel, militärisches Werkzeug, Versuchskaninchen für Mediziner und dann die Gesellschaft wird ihn ausgestoßen verspottet haben und hat ihn ja auch als Spion missbraucht und all das.

Speaker 0: also es ist ein Rätsel warum jetzt sein Hunger nie gestillt werden konnte.

Speaker 0: aber ich denke mir wirklich Ist das ein böser Mensch?

Speaker 1: Nee es war jetzt kein Serienmörder oder so und es waren niemanden der anderen bewusst Gewalt angetan hat sondern es war jemand oder multiple organische und psychologische Störungen hatte, die auf legalem Wege nicht befriedigbar waren.

Speaker 1: Und eigentlich eine ganz arme Sau.

Speaker 1: Also sein Leben lang als Kuriosität ausgenutzt, als Spion missbraucht... ...und auch in keinster Weise heil war.

Speaker 1: mit den damaligen Mitteln vielleicht auch nicht mit den heutigen aber mit den Damaligen auf gar keinen Fall.

Speaker 1: Ich meine man muss sich vorstellen welche Sprünge die Medizin in letztens vor hundert Jahren gemacht hat.

Speaker 0: also ich finde Damals war das Verhältnis zu Tieren noch ein anderes.

Speaker 0: Da war das mehr Nutztiere, da war es noch gar nicht so schlimm in Anführungsstrichen ein Tier zu essen und auch die gesellschaftliche Betrachtung war nicht so schlimmer.

Speaker 0: Er hat nur Tiere gegessen und eben ja Leichen was natürlich um Gottes Willen keine Frage ganz grausam ist.

Speaker 0: auf der anderen Seite ich sehe tatsächlich auch eher als Opfer was damals einfach noch gar keine gesellschaftlichen Akzeptanz erfahren oder Hilfe bekommen hat.

Speaker 0: oder so

Speaker 1: wäre auch meine Interpretation in die Richtung dass man ihn eher als Opfer sehen sollte, seiner Lebensumstände.

Speaker 1: Das Jahrhunderte, in dem er geboren war des fehlenden medizinischen Fortschritts und am Ende auch einer Gesellschaft der simple humanistische Regeln die wir heute haben nun mal nicht bekannt waren oder die nicht befolgt wurden.

Speaker 1: Heute versucht man so jemanden in einer Speziaklinik behandeln versuchen zu helfen.

Speaker 1: damals hat man ihnen begafft ausgenutzt und bis zum Ende seines Lebens einfach als Besonderheit behandelt.

Speaker 1: aber die Leute wussten es nicht besser.

Speaker 1: Also ich habe gerade ein Buch über die Vergangenheit, weil es Mittelalter gelesen.

Speaker 1: Das heißt glaube ich im Mittelalter einfach als Titel?

Speaker 1: Ich muss noch mal nachschauen was geschrieben hat.

Speaker 1: Es beschreibt halt die Lebensumstände in Mittelalter also ungefähr twelvehundert bis vierzehnhundert und danach gehst du einfach nur auf die Knie.

Speaker 1: und dank dem lieben Gott dass du neunzeltviernahtzig geboren bist.

Speaker 0: Früher war nicht alles besser!

Speaker 1: Nee, nicht alles besser.

Speaker 1: Also du wärst wahrscheinlich schon zehnfacher Mutter gewesen und wärst im Zweifel zwei bei dem Kaiserschnitt gestorben.

Speaker 0: Da hätte ja einige Geburten gut verlaufen müssen.

Speaker 0: Wahrscheinlich wäre bei der Geburt meines zweiten Kindes verstorben Punkt

Speaker 1: Wer an tubale Kulose verreckt, im Krieg verheizt worden.

Speaker 1: Verhungern verdurstet, erfroren also die Wahrscheinlichkeit irgendwie als Niederer da.

Speaker 1: irgendwie den Fünfzig zu reißen war fast unmöglich.

Speaker 1: keine medizinische Versorgung Dutzende von nicht behandelbaren Krankheiten plus Hunger plus Kälte in Mitteleuropa.

Speaker 1: du wärst einfach drauf gegangen und das war siebzehntundneunzig auch noch nicht viel besser.

Speaker 1: Medizinische versorgen wurde erst besser als wir evolutionäre Sprünge machte durch Alexander Flemming durch Penicillin.

Speaker 1: Früher konnte jede Schnittwunde dich umbringen und dementsprechend können wir sehr dankbar sein für die Zeit, die wir jetzt leben.

Speaker 1: Dankeschön dass du den Fall mitgebracht hast.

Speaker 1: ich fand ihn sehr spannend.

Speaker 1: auch vielen vielen Dank und danke das ihr uns zugehört habt und ich gehe erst mal mit der Ressent.

Speaker 0: Schön!

Speaker 0: Und wenn ihr sagt ja ich merke gerade das Thema Essen, Essstörung usw.

Speaker 0: beschäftigt mich wie haben euch auch Hilfsangebote in die Show Notes gepackt falls ihr da Bedarf habt?

Speaker 0: Und dann sagen wir eigentlich jetzt das nächste was von uns rauskommt ist die Sonderfolge.

Speaker 0: Da gibt's ja immer unsere Spezialfolgen, die findet ihr auf Podimo.

Speaker 0: Da gibt es von uns noch einmal im Monat zusätzlich zu den zwei regulären Friends in Crime folgende Zusatzfolge.

Speaker 0: Da gibts auch immer wieder behaltet das im Auge wenn ihr sagt da will ich mal nur reinschnuppern gute Schnupperangebote.

Speaker 0: manchmal kriegt ihr drei Monate für drei Euro oder so.

Speaker 0: aber wir können auch schon so sagen... Abo lohnt sich auch so.

Speaker 0: Da gibt es noch Zusatzfolgen und da gibt's die nächste Folge von

Speaker 1: uns!

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