263 | Die Gefahr der Negation – wie Verneinungen Deine Wirkung sabotieren können
Warum unser Gehirn das Wort „nicht” praktisch überhört
Bitte denk jetzt nicht an einen grünen Pinguin. Siehst Du ihn? Ich hatte Dich doch gebeten, ihn Dir NICHT vorzustellen. Unser Gehirn überhört das Wörtchen „nicht“ einfach – und kann damit Botschaften sabotieren, die eigentlich beruhigen sollen. In dieser Folge schauen wir uns an, warum Verneinungen oft nach hinten losgehen und wie Du sie gekonnt einsetzen kannst.
Schwerpunkte aus dieser Folge:
– Warum unser Gehirn eine Verneinung erst bebildern muss, bevor es sie negieren kann.
– Warum Beruhigungssätze wie „keine Angst” oft das Gegenteil bewirken.
– Wie Verneinungen in heikler Kundenkommunikation Vertrauen kosten kann.
– Warum Verkaufsbotschaften mit „nie wieder” oder „kein” die Conversion gefährden können.
– Warum Verkaufstexte das Problembild brauchen – und wo genau der Unterschied liegt.
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Speaker 0: Bitte denke jetzt nicht an einen grünen Pinguin.
Speaker 0: Siehst du ihn?
Speaker 0: Ich hatte dich doch gebeten, ihn dir nicht vorzustellen!
Speaker 0: Unser Gehirn überhört das Wörtchen nicht einfach und kann damit Botschaften sabotieren die eigentlich beruhigen sollen.
Speaker 0: In dieser Folge schauen wir uns an warum Verneinungen oft nach hinten losgehen Und wie Du sie gekonnt einsetzen kannst.
Speaker 0: Neulich habe ich ein paar Tage Urlaub im Süden verbracht.
Speaker 0: Ich bin da mit dem Flugzeug in Richtung Griechenland, nach Corfu genauer genommen und habe da eine ulkige Beobachtung gemacht bei der Sicherheitsansage vor dem Abflug.
Speaker 0: Die kennst du wahrscheinlich auch schon?
Speaker 0: Hast das bestimmt schon auch häufiger erlebt dass da vorne jemand etwas vortanzt und lustige Geschichten von Sauerstoffmasken, Schwimmwesten und Noterutschen erzählt.
Speaker 0: und naja ich sag jetzt hier lustig.
Speaker 0: für manche Menschen ist das nicht lustig sondern genau das Gegenteil!
Speaker 0: Denn diese Ansage, die will ihr eigentlich Sicherheit vermitteln.
Speaker 0: Und doch ist mir aufgefallen dass einige Menschen danach deutlich unruhiger im Sitz saßen als hochherm weil ihr Kopf gerade eben erst ein detailliertes Bild vom Absturz gebaut hat aus lauter Fürsorge heraus.
Speaker 0: denn das Gehirn will dich natürlich schützen und es interpretiert jetzt diese ganzen Bilder die die Person malt auch wenn sie sagt im unwahrscheinlichen Fall von etwas, fallen dann Sauerstoffmasken raus und so.
Speaker 0: Und das Gehirn will natürlich einen Sinn daraus machen und stellt sich natürlich vor was da alles schiefgehen kann.
Speaker 0: Sprich diese Durchsage die eigentlich als Absicht Beruhigung hatte, die installiert jetzt plötzlich ein Katastrophenbild.
Speaker 0: Das bei fast jedem Flug weltweit.
Speaker 0: Denn ich gehe davon aus, dass diese Durchsagen meine international standardisiert sind.
Speaker 0: Fand ich zumindest sehr spannend wenn das anders wäre.
Speaker 0: Wenn vielleicht je nach Kultur oder je nach Sprache diese durchsagen ganz anders aufgebaut sind ist ein bisschen tricky denn irgendwie müssen wir natürlich die Notrutschen die Schwimmwesten die Sauerstoffmasken irgendwie vorstellen und erwähnen es wahrscheinlich einfach um Sicherheitsprozedere das sein muss.
Speaker 0: Und gut ist da schon mal dieses Thema im unwahrscheinlichen Fall mit reinzubringen.
Speaker 0: Das kann schon ein bisschen dämpfen, vielleicht könnten wir auch solche Formulierungen mit reinbringen.
Speaker 0: in jedem Fall ist für sie bestens gesorgt.
Speaker 0: oder vielleicht auch nochmal betonen dass Sie im sichersten Verkehrsmittel der Welt sitzen und so.
Speaker 0: das wären halt Botschaften die bessere Bilder malen und die dann beruhigen denn du kennst ja wahrscheinlich auch solche Sätze wie ihr müsst jetzt gar keine Angst haben.
Speaker 0: Und was passiert bei uns im Gehirn?
Speaker 0: Wir müssen zuerst mal ein Bild, eine Idee der Angst konstruieren bevor wir sie überhaupt verneinen.
Speaker 0: Also negieren können und plötzlich haben wir genau das Gegenteil von dem bewirkt Was wir eigentlich sagen wollten.
Speaker 0: die Menschen empfinden für einen kurzen Moment Angst.
Speaker 0: Das heißt die Negation kann unsere Botschaft sabotieren selbst wenn wir es gut meinen Und du hast wahrscheinlich längst erkannt, wie wichtig dieses Thema für unsere alltägliche Kommunikationspraxis ist.
Speaker 0: Deswegen tauchen wir in dieser Folge da ein bisschen tiefer ein.
Speaker 0: und damit herzlich willkommen hier.
Speaker 0: zu die Macht der Sprache Deine Podcast rund um die Psychologie hinter Copywriting Branding und Verkauf Wenn Du das jetzt zum ersten Mal hörst.
Speaker 0: Willkommen hier in der Runde.
Speaker 0: Ich bin Jury Keifen sich bin Trainer Für moderne Sprachpsychologie für NLP für Copywriting und Brand Writing Und lass uns direkt mal eintauchen in diese Grundfrage, warum unser Gehirn das Wort nicht praktisch überhört.
Speaker 0: Du hattest es eben schon im Intro mit dem grünen Pinguin?
Speaker 0: Denk jetzt für die nächsten drei Sekunden bitte auf gar keinen Fall an einen Jury mit großer Sonnenbrelle und einem Tütü wieder so in der Sonne vielleicht irgendwie lustig tanzt!
Speaker 0: Bitte stell dir das auf gar kein Fall vor!
Speaker 0: Ey du sollst das lassen.
Speaker 0: Bitte nicht, wie frech!
Speaker 0: Was ist hier passiert?
Speaker 0: Kognitionsforscher erklären das Muster mit einem ganz einfachen Mechanismus.
Speaker 0: Unser Gehirn verarbeitet Sprache über Assoziationen und dein Unterbewusstsein verarbeitete das Ganze mit Bildern und Emotionen.
Speaker 0: Und um ein Bild zu verneinen muss es dieses Bild erst einmal aufrufen.
Speaker 0: Es muss es erst mal bauen, damit es halt weiß.
Speaker 0: womit arbeite ich hier?
Speaker 0: und erst in einem zweiten und zwar deutlich langsameren Verarbeitungsschritt setzt unser Denken das kleine Wörtchen nicht davor.
Speaker 0: Und korrigiert das Bild dass gerade eben jetzt auf deine Leinwand entstanden ist dieser tanzende Juri im Tütü mit Sonnenbrille.
Speaker 0: Dieser zweite Schritt kostet allerdings jede Menge Aufmerksamkeit und Zeit!
Speaker 0: Und genau in diesem kurzen Zeitfenster bleibt das ursprüngliche Bild erhalten, also dass wir nicht wollten?
Speaker 0: Das bleibt dann ganz lebendig im Kopf hängen – und damit entstehen natürlich auch die Emotionen, die Gefühle, die das Ganze begleiten.
Speaker 0: Ich weiß es, ich hoffe, das Bild mit dem Jury im Ttütü und Sonnen brille macht dir gute Gefühlen.
Speaker 0: Das war zumindest mein Ziel Und wir können im Alltag häufig schon mit ganz kleinen Sätzen sehr, sehr viel bewirken.
Speaker 0: Wenn wir zum Beispiel Menschen sagen, hab keine Angst!
Speaker 0: Macht ihr keine Sorgen?
Speaker 0: Was passiert dann?
Speaker 0: Das Gehirn dekodiert Angst.
Speaker 0: Wie fühlt sich Angst an?
Speaker 0: was ist Angst und zack?
Speaker 0: plötzlich sind wir in der Angst oder keine Sorge?
Speaker 0: zack wie fühlt es sich Sorge an?
Speaker 0: was is das?
Speaker 0: wie geht das?
Speaker 0: und zACK?
Speaker 0: sind wir mitten in der Sorge?
Speaker 0: stattdessen kann ich meine Worte achtsamer bewusst wählen und zum beispiel sowas sagen bleib gelassen Es wird alles sehr entspannt und erfolgreich über die Bühne gehen.
Speaker 0: Das heißt, ich lenke mit meiner Sprache die Aufmerksamkeit der Menschen direkt in die schöne Richtung in Richtung des Ergebnisses in Richtung der guten Gefühle.
Speaker 0: Das ist die erste Idee, die ich hier mit dir entwickeln will.
Speaker 0: Also einfach die eigenen Worte, die eigene Sprache bewusster einzusetzen und zum Beispiel nach dem Schreiben einmal kurz zu prüfen welche Bilder male ich hiermit meiner Sprache?
Speaker 0: Welche Assoziationen baue ich auf und geht es auch in die Richtung dessen was ich erreichen will?
Speaker 0: oder sabotiert das vielleicht sogar meine Wirkung?
Speaker 0: Der erste Denkschritt liegt sehr nahe.
Speaker 0: Lass uns doch ein bisschen tiefer eintauchen.
Speaker 0: Ich habe dir noch ein paar andere Beispiele mitgebracht, insbesondere so in Richtung Beruhigungs- und Rechtfertigungssätze.
Speaker 0: Nur das mit dem Beruhigen hatten wir gerade – mit keine Sorge, keine Angst!
Speaker 0: Und es gibt noch so ein paar anderen Fälle im Alltag.
Speaker 0: wenn du zum Beispiel, wenn ich dir eine Rechnung geschickt habe und du hast die vielleicht ein bisschen verschluttert dann könnte ich schreiben oder sagen hey ich will dich hier nichts unterstellen aber die Rechnungen ist jetzt schon drei Wochen überfällig.
Speaker 0: Ich brauche jetzt hier gar nicht weiter zu reden.
Speaker 0: Viele Menschen würden darauf sofort gereizt reagieren, statt jetzt eher kooperativ – obwohl die Botschaft ja bewusst nichts unterstellen will!
Speaker 0: Doch die Negation geht hier nach hinten los... Der Grund ist halt einfach, das Wort unterstellen ruft in unserem Kopf sofort ein Bild von Misstrauen und Vorwurf auf.
Speaker 0: Das ist die Assoziation, die da dran klebt.
Speaker 0: Egal wie sehr der Satz genau dieses Bild eigentlich vermeiden und wegwischen will weil wir müssen erst dieses Thema unterstellen, dieses Verb mit Leben füllen und Bilder zu wählen, eine Emotion taucht davon auf um sie danach zu negieren okay?
Speaker 0: Viel eleganter ist es natürlich, dieses Problem überhaupt gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Speaker 0: Also dieses Wort unterstellen, gar nichts erst zu nutzen also grundsätzlich aus der wohlwollenden Haltung heraus kommunizieren auch so ein bisschen suggestiv dass ich sowieso davon ausgehe, dass du deine Pflichten, deinen Pflicht nachkommen wirst.
Speaker 0: und dann sage ich zum Beispiel sowas ey!
Speaker 0: Ich gehe davon aus das die Rechnung einfach untergegangen ist kann ja mal passieren.
Speaker 0: Darum hier nochmal als Erinnerung, ich würde es als schönes Zeichen der Wertschätzung empfinden wenn du das gleich heute erledigen könntest.
Speaker 0: Gut jetzt ist Ende!
Speaker 0: Das war ein bisschen improvisiert nur aus einer Frage der Tonalität.
Speaker 0: Das kann natürlich auch deutlich drastischer klarer einfach bestimmter formulieren.
Speaker 0: Nur was bleibt jetzt am Ende dieser Aufforderung?
Speaker 0: Bleibt halt die Idee schönes zeichen der wertschätzungen, obwohl es halt einfach nur um die Pflicht geht.
Speaker 0: doch du merkst welche Worte am Ende zurückbleiben Welche Assoziationen damit einhergehen, das hinterlässt zu den Grundcharakter der gesamten Botschaft?
Speaker 0: Und wann werden Menschen eher handeln wenn ich damit so eine Unterstellung ihnen auf die Pelle rücke oder wenn ich somit noch kleinen positiven Botschaft ihrem Selbstbild schmeichle.
Speaker 0: Wahrscheinlich eher im zweiten Fall und es sind so ganz kleine Dinge im Alltag wo eine Negation einfach total nach hinten los gehen kann.
Speaker 0: Ähnlich kommt das auch in alltäglichen Situationen vor, wenn wir zum Beispiel irgendwie so eine Art heikles Urteil ganz vorsichtig einordnen wollen.
Speaker 0: Also etwas wirklich somit Fingerspitzengefühl sagen wollen!
Speaker 0: Ich war neulich bei einem kleinen Meeting zu Gast wo ich einfach nur zuhören durfte und da hat eine Führungskraft zu einem der Mitarbeiter gesagt... Rekonstruier es mal aus dem Gedächtnis.
Speaker 0: Es ging ungefähr so, ich will ja nicht sagen dass du faul bist aber das was du in den letzten Wochen geleistet hast bleibt weit hinter dem zurück für sich alle anderen hier im Team einbringen und du merkst sofort wahrscheinlich hat dein Gehirn sofort ausgeschaltet oder Du hast einen Facepalm gemacht innerlich nachdem du gehört hast.
Speaker 0: Ich will ja Nichts sagen.
Speaker 0: Was macht das Gehirn?
Speaker 0: Erst einmal die Botschaft dekodieren, was bedeutet es.
Speaker 0: Ich bin faul!
Speaker 0: Das hat zwar keiner gesagt aber ist das was ankommt?
Speaker 0: und dass ist die Kommunikation nicht nur das was wir senden sondern das was bei unserem Gegenüber ankommt.
Speaker 0: Und das kann ganz schön heikel werden.
Speaker 0: ich brauchte gar nichts zu sagen wie danach die Stimmung im Raum war denn diese Anschuldigung die stand ja ganz offensichtlich in der Luft und das kann sich dann ganz unschön noch weiterentwickeln.
Speaker 0: Ähnlich unschön ist es übrigens, wenn Menschen diesen Effekt.
Speaker 0: Also diese bewusste Assoziation, die sie in den Raum setzen nutzen um etwas zu sagen ohne es zu sagen.
Speaker 0: Also sich hinter den eigenen Worten zu verstecken.
Speaker 0: Das fällt jetzt in den Bereich der dunklen Rhetorik und ist echt ein bisschen schmierig und auch ein bisschen mies.
Speaker 0: Du hast diesen Effekt vielleicht schon in Talkshows erlebt dass jemand ganz bewusst sagt ich will ja nicht sagen das Sie inkompetent sind aber Was hat die Person hier gemacht?
Speaker 0: Die hat ihr gegenüber mit Inkompetenz in Verbindung gebracht.
Speaker 0: Wir dekodieren das, wir schaffen erstmal den Sinn und dann wollen wir das negieren.
Speaker 0: doch in dem Moment hat sich die Verknüpfung schon gebaut.
Speaker 0: Wenn ich jetzt sage zu einem Politiker Ich will ja nicht sagen dass sie ihre Wähler belogen haben aber nun was ist die Botschaft die hier zurück bleibt?
Speaker 0: Sie haben Ihre Wähler belogen.
Speaker 0: Ich kann etwas sagen, ohne es zu sagen.
Speaker 0: Ohne mich dafür verantworten zu müssen und das macht diesen rhetorischen Trick so schmierig!
Speaker 0: Kann ich zum Beispiel auch im Business nutzen?
Speaker 0: Und was passiert hier?
Speaker 0: Wir verknüpfen automatisch die Begriffe, die Assoziationen mit entsprechenden Menschen.
Speaker 0: Also wir dekodieren das weil unser Gehirn wie eben beschrieben zuerst assoziiert und erst danach differenziert und häufig hat das Gehirnen schon erstes Urteil, schon erstens Grundgefühl entwickelt bevor wir mit der Differenzierung überhaupt hinterherkommen.
Speaker 0: Das ist das ganze Spiel her dass wir uns bewusst machen dürfen.
Speaker 0: Genau deshalb rate ich dir ein Bild dass im Kopf der Menschen gar nicht jetzt entstehen soll, auch gar nicht erst mit deinen Worten zu malen.
Speaker 0: Also gar nicht just anzusprechen bestimmte Wörter einfach ganz elegant und bewusst absichtsvoll zu umschiffen!
Speaker 0: Geh stattdessen direkt mit deiner Sprache auf das positive Ergebnis, also auf das Gefühl, dass du eigentlich wecken willst in die Bilder, die angenehm sind.
Speaker 0: Und wenn du mit diesen Dark Patterns, ne?
Speaker 0: Mit dieser dunklen Rhetorik arbeiten willst, kann ich dir das jetzt natürlich nicht verbieten!
Speaker 0: Du hast jetzt verstanden wie das funktioniert.
Speaker 0: doch kleiner Disclaimer habe immer klar, dass die Menschen spüren was du tust und dass das negativ auf dich zurückfallen kann.
Speaker 0: Denn jeder spürt, hey du hast hier gerade ein Bild gemalt und du negierst das.
Speaker 0: Und du ziehst jetzt den Schwanz ein statt dafür gerade zu stehen.
Speaker 0: Das kann ein ordentliches Geschmäckle hinterlassen und halt gerade bei Menschen, die sehr feinfühlig sind kannst du damit mehr kaputt machen als du dir da in dem Moment vielleicht rhetorisch irgendwie herausarbeiten kannst.
Speaker 0: Also ich finde dass sich solche Muster nicht lohnen und das sie häufig halt sehr viel mehr Probleme mit sich bringen als dass sie irgendwie Positives bewirken.
Speaker 0: deswegen würde ich da auch einfach einen Bogen drum herummachen.
Speaker 0: mir ist halt einfach wichtig dass du das einmal aufm Schirm hast damit du es entlarven kannst.
Speaker 0: wenn jemand versucht solches Spielchen mit dir zu spielen und dann einfach explizit ansprechen, hey warum malen sie gerade mit ihrer Sprache solche Bilder?
Speaker 0: Und stehen da nicht dahinter?
Speaker 0: Einfach ganz bewusst offen ansprechen.
Speaker 0: Lass uns vielleicht auch noch kurz ein paar Beispiele aus der Werbewelt nehmen.
Speaker 0: Da gibt es nämlich auch so ein paar Zeitgenossen die mir immer wieder begegnen und auch hier meinen es viele Menschen gut.
Speaker 0: doch häufig gehen die Formulierungen nach hinten los.
Speaker 0: wenn ich zum Beispiel sowas lese wie kein Risiko für dich Dann denke ich mehr okay Wo ist hier das Risiko?
Speaker 0: Weil die Worte, das Thema Risiko in meinem Hirn aktiviert haben.
Speaker 0: Viele Leute schreiben das einfach reflexhaft in ihre Texte weil sie denken sich schaffen damit was Gutes.
Speaker 0: doch Der Satz soll Vertrauen aufbauen und ruft gleichzeitig das Risiko auf, dass er eigentlich wegräumen will.
Speaker 0: Samt der Bilder von Vielkauf und Verluren um Geld, Fehlinvestitionen... Alles was so irgendwie da dran hängt!
Speaker 0: Also es ist ein gigantisches Assoziationsspektrum, das ich in meiner Werbewelt gar nicht haben möchte.
Speaker 0: Stattdessen kann ich mit meinen Worten direkt in so eine positive Richtung arbeiten, nur sowas sagen bei uns sind sie rundum gut aufgehoben.
Speaker 0: Das ist ne sichere Sache.
Speaker 0: oder?
Speaker 0: ich kann auch mit Garantien arbeiten aber das Wort Garantie immer für gute Gefühle sorgt und zur Friedenheitsgarantie usw.
Speaker 0: Ein anderer Kandidat ist wenn ich sowas lese wie keine versteckten Kosten dann witterer Ich versteckte Kosten.
Speaker 0: statt dessen kann ich sowahs sagen Wie ein Preis alles drin?
Speaker 0: Ein anderer kandidat kein kleingedrucktes.
Speaker 0: Hier suche ich sofort nach dem Kleingedruckten.
Speaker 0: oder wenn die Leute bekräftigen, wir geben deine Daten nicht weiter dann denke ich mir auch so okay, wenn ihr das so bewusst sagen müsst weg das gerade Skepsis bei mir.
Speaker 0: stattdessen kann ich einfach schreiben, denn deine Daten sind bei uns gut aufgehoben oder bleiben zwischen uns.
Speaker 0: Zuletzt habe ich irgendwo gelesen keine Abo-Falle.
Speaker 0: Da dachte ich mir auch okay, Abofalle ist direkt bei mir mit dem ganzen Ballast im Hirn aktiviert.
Speaker 0: Das kann sie jetzt gar nicht mehr retten und das sind halt so die typischen Elemente.
Speaker 0: also Checker auch da selbst wenn du es gut meinst schau was für Bilder was für Assoziationen gehen damit einher.
Speaker 0: Und abschließend ist mir ein Aspekt noch ganz wichtig, der immer wieder kommt.
Speaker 0: Ab in meinem Copywriting-Seminaren oder in meinen NLP-Siminaren heißt es dann, naja im Verkauf machen wir das ja auch von Problemen sprechen?
Speaker 0: Dann sollten wir doch genau das lieber sein lassen!
Speaker 0: Denn im Verkauf, ja, sprechen wir von Problemen.
Speaker 0: Doch hier machen wir das absichtsvoll und ganz bewusst!
Speaker 0: Weil wir wissen Menschen geben kein Geld aus sie investieren nicht wenn es kein Problem gibt.
Speaker 0: Sie werden keine Energie investieren Wenn es sich überhaupt gar nicht lohnt wenn es da keine Relevanz gibt.
Speaker 0: Es braucht ein Problem Bewusstsein.
Speaker 0: Die Menschen dürfen sagen Ja ich erkenne das Problem an Ich erkenne an, dass ich ein Problem habe und bin auch bereit es zu lösen.
Speaker 0: Weil ich weiß das wenn ich das weiter hier kokeln lasse dann wird es nur schlimmer.
Speaker 0: Das ist was wir aufbauen wollen problembewusst sein, problemakzeptanz Auch Dringlichkeit dahinter wecken damit die Menschen verstehen da steht etwas auf dem Spiel Und das Gefühl das bringt halt auch Lösungsmotivation in Gang!
Speaker 0: Das ist ganz simpel das kleine einmal eins der Verkaufspsychologie.
Speaker 0: Also hier ist ganz wichtig die Klarstellung, es geht um Absicht und bewusste Kommunikation.
Speaker 0: Was ich hier mit dieser Folge mitgeben will wir wollen versehentliche Bilder vermeiden!
Speaker 0: Also wir wollen vermeiden, dass wir irgendwo mit einer Negation ein Bild malen das total nach hinten losgehen kann.
Speaker 0: Zum Beispiel ganz am Abschluss wenn die Menschen kurz davor stehen sich gut fühlen und bereit sind zu kaufen dann nochmal irgendwie so eine Unsicherheit zu wecken weil wir irgendwo Mit einer negation ein falsches bild aktiviert haben.
Speaker 0: Das wollen wir vermeiden.
Speaker 0: doch gerade im verkaufstext brauchen wir diese problemaktivierung allerdings Ganz wichtig.
Speaker 0: hier stehen zwei regeln im zentrum.
Speaker 0: Die erste Regel ist, das letzte Bild gewinnt.
Speaker 0: Das letzte Bild bleibt in Erinnerung!
Speaker 0: Deswegen ist ganz wichtig wie bleibt der Abschluss?
Speaker 0: und Sorge?
Speaker 0: dafür, dass die Menschen mit einem guten Grundgefühl aus deinem Text herausgehen und vermeidet es dann am Ende noch mal irgendwie weit Blödes nachklingt.
Speaker 0: Und die zweite Regel ist viel wichtiger – und sie wird auch häufig im Copywriting-und Marketing missverstanden!
Speaker 0: Es geht im Marketing nicht darum den Menschen irgendwelche Probleme zu installieren oder irgendwie reinzudrücken oder zu unterstellen sondern es geht darum die Themen zu spiegeln.
Speaker 0: Weißt du die Sicherheitsansage, mit der ich hier diese Folge begonnen habe?
Speaker 0: Die baut ein Katastrophenbild in die Köpfe das vorher nicht da war.
Speaker 0: Die Menschen haben vorher friedlich aus dem Fenster geschaut und plötzlich denken sie über den Tod nach oder über den Absturz – was auch immer!
Speaker 0: Das wollen wir nicht.
Speaker 0: Ein guter Verkaufstext dagegen, der beschreibt einfach einen Bild dass deine Leserinnen ohnehin seit Monaten und Jahren mit sich herumtragen.
Speaker 0: Und hier ist ganz wichtig Der Text spiegelt das.
Speaker 0: Die Menschen erkennen sich wieder in dem, was wir schreiben.
Speaker 0: Sie fühlen sich gesehen und genau daraus entsteht Vertrauen.
Speaker 0: Das heißt, wir wollen den Menschen kein Problem einreden, das sie gar nicht haben oder irgendwie eine Angst installieren.
Speaker 0: Das ist einfach mieses und beschissenes blödes Drückerkopi-Writing!
Speaker 0: Wir wollen das Thema, dass die Menschen umtreibt auf eine möglichst klare Art und Weise darstellen damit wir das aktivieren und die Menschen zustimmen.
Speaker 0: okay?
Speaker 0: Hier steht einiges auf dem Spiel und ich will genau das Ding angehen.
Speaker 0: Und dann switchen wir in den Moment wo das etabliert ist, wo das erreicht ist, switchen die Lösungskommunikation und greifen diese Motivation aus dem Problem heraus um die Menschen mit viel Energie dann in Richtung der Lösung und damit auch unseres Angebots zu führen.
Speaker 0: Also diesen Unterschied den wollte ich nochmal klarstellen, insbesondere weil das häufig missverstanden wird.
Speaker 0: Es geht um den bewussten Einsatz von Spracher und den absichtsvollen Einsatz von Negationen.
Speaker 0: Und zum Abschluss noch ein konkreter Tipp, wie du das in deinen Alltag überträgst.
Speaker 0: Markiere einfach nach dem Schreiben, nach dem Texten jede Verneinung in deinem Texte also jedes nicht, jedes kein, jedes ohne... Also all die Marker für Negationen.
Speaker 0: und frag dich an diesen markierten Stellen welche Bilder, welche Assoziationen rufst Du damit im Kopf deiner Leserin und Lese auf?
Speaker 0: Und willst Du das überhaupt?
Speaker 0: Und wenn nicht, dann steuer deine Worte direkt in Richtung der schöneren Welten mal in Richtung des besseren Ergebnisses.
Speaker 0: Macht dir einfach klar du dirigierst das Kopfkino in den Köpfen deiner Leserin und Leser, deswegen wähle ganz bewusst die Bilder, die sich da abspielen!
Speaker 0: Und das ist doch ein schönes Bild hier zum Abschluss ich sehe dich jetzt als Regisseur vielleicht auch als Drehbuchautor dessen, was da in den Köpfen der Menschen passiert.
Speaker 0: Und das ist ja auch schon etwas.
Speaker 0: Stephen King sagte, ne?
Speaker 0: Schreiben is Telepartie!
Speaker 0: Wir zaubern mit unseren Worten die Gedanken zwischen die beiden Ohren der Menschen und auf ihre innere Leinwand.
Speaker 0: Das ist die Magie, die wir bewirken – mit unseren Worten.
Speaker 0: Und jede Menge Magie mit Worten bekommst du auch hier in der nächsten Folge wieder.
Speaker 0: Für heute erst einmal Danke fürs Zuhören, bleib heiter, schreib lecker und bye-bye.